Die Zukunft der deutschen Förderinstitute

Die neue Trendanalyse „Die Zukunft der deutschen Förderinstitute“ des Leipziger Thinktanks 2bAHEAD zeichnet ein Zukunftsbild der deutschen Förderinstitute. Basierend auf Experteninterviews, Desk-Research und verwandten Zukunftsstudien prognostizieren die Trendforscher, welche Bereiche sich bis 2030 besonders stark wandeln. Die Technologieberatung IKOR ist seit mehr als 20 Jahren führend bei der IT-Abbildung von staatlichen Fördermitteln. Im Interview schätzt Michael Runte, Senior-Manager bei IKOR, die Ergebnisse ein.

„Der Kühlschrank könnte selbst über seine Umweltförderung Auskunft geben“

Frage: Predictive Analytics, Plattformlösungen, Netzwerke: Die technischen Themen der Förderbanken ähneln denen der Geschäftsbanken. Dabei spielen Förderinstitute zunächst doch eine andere Rolle und haben einen politischen Auftrag. Was erklärt die Parallelen?

Runte: Förderbanken haben genau wie Geschäftsbanken ein Interesse daran, dass ihr Angebot die Menschen erreicht. Fördermittel gibt es ja aus guten Gründen und mit genauen Zielen. Dank der vielfältigen informationstechnischen Neuerungen, die wir unter „Digitalisierung“ zusammenfassen, ist eine Geschäftsstelle mit Öffnungszeiten von 9-16 Uhr nicht mehr der einzige Weg, um die Leistungen einer (Förder)Bank anzubieten. Entsprechend sind auch die technologischen Themen, die neue Möglichkeiten an Servicequalität, Erreichbarkeit und Kundenkreiserweiterung versprechen, die gleichen. Das gilt im Übrigen auch für andere Finanzdienstleistungen, denken wir an Versicherungen.

Sie haben 2017 ein White Paper zur Digitalisierung von Förderbanken verfasst. Gibt es etwas, dass Sie an diesem Zukunftsbild für 2030 überrascht hat?

Ich finde den Aspekt interessant, dass Predictive Analytics den Bedarf von Fördernehmern besser erkennen lassen wird. Die Bedarfssicht liegt nicht unmittelbar auf der Hand, denn Fördermittel haben ja auch eine steuernde Funktion – denken wir an Umweltschutz, Energieeffizienz oder Unternehmensgründung. Dabei geht es also um das gesellschaftspolitische Ziel und zunächst weniger darum, was sich ein Fördernehmer wünscht. Predictive Analytics könnte jedoch Aufschluss über Bedürfnisse bei der Abwicklung der Finanzierungen geben, beispielsweise zu Laufzeiten oder zum Erkennen eventueller Hürden. Wobei bereits heute Optionen bestehen, näher an den Fördernehmer heranzukommen und auch Förderung „konsumierbarer“ zu machen.

Was verstehen Sie unter „konsumierbarer“ Förderung?

Stellen Sie sich vor, Sie möchten sich einen neuen Kühlschrank kaufen und im Elektrofachgeschäft vor Ort oder im Online-Shop wird Ihnen direkt am Gerät angezeigt, welche Umweltförderung jeweils möglich ist. Sie entscheiden sich für ein umweltfreundliches Gerät auch wegen einer Förderung und beantragen diese direkt im Kaufprozess – eventuell neben der Kauffinanzierung bei einer Geschäftsbank – mit. In diesem Beispiel wäre die Förderung direkt am Point-of-Sale sichtbar, sie würde ihre steuernde Wirkung unmittelbar entfalten und wäre komfortabel in der Abwicklung. Solche vertikalen Plattformen sind auch heute schon technisch umsetzbar und eine derartige Point-of-Sale-Strategie auf viele Bereiche übertragbar, etwa beim Hausbau oder der Existenzgründung.

Dieses Szenario klingt reichlich modern und weit entfernt von Förderanträgen, Antragsprüfung und allen bürokratischen Schritten, die man mit Förderungen und ihren Institutionen assoziiert.

Aber es ist keinesfalls unrealistisch, sondern sogar mit bereits bestehenden Technologien erreichbar. Förderinstitute haben eine starke Motivation, zeitgemäße Services anzubieten. Die gesellschaftlichen Aufgaben für Förderung werden ja nicht weniger, denken wir aktuell an den Breitbandausbau, Integration von Geflüchteten oder immer wieder die Herausforderung Umweltschutz. Das Zukunftsbild, das die Trendanalyse von den Förderbanken in 2030 zeichnet, scheint mir plausibel. Die Veröffentlichung macht außerdem an vielen Aspekten deutlich, dass dieses Zukunftsbild ein technologiegetriebenes ist – wie in eigentlich allen Branchen derzeit. Entsprechend sind dafür vor allem technologisch-strategische Entscheidungen nötig und alle spüren, dass diese jetzt gefällt werden müssen.

Die Studie ist seit dem 27. März 2019 auf den Webseiten von IKOR und 2bAHEAD abrufbar.

Über die IKOR AG

Seit mehr als 20 Jahren steht IKOR für Ideen, Konzepte und Realisierungen.

Als Technologieberatung und Softwarehersteller begleiten wir den Wandel im Zuge fortschreitender Prozessautomation und der Digitalisierung bei Förderbanken und beteiligten Institutionen. Immer gemäß der IKOR-Devise: Wir finden Lösungen!

Das Fördergeschäft ist seit der Unternehmensgründung ein IKOR-Kernbereich und geprägt von einer langen Zusammenarbeit mit der Mehrheit der Landesförderinstitute. Online wie offline bilden wir sämtliche förderspezifischen Abläufe in IT ab, beim Thema Strukturfonds sind wir Marktführer. Mit dem Antragssystem ABAKUS haben wir die komplette Abwicklung eines Förderantrags in die SAP-Umgebung integriert. Mit Portallösungen und flexiblen Webservices sowie API-Architekturen begleiten wir unsere Kunden in das Digital-Zeitalter. Unser Framework IPLS (IKOR Prozessleitstand) dient dem Design von Prozessen zur Automatisierung, Integration und Datenqualität in SAP-Systemen, die einem vollständigen Monitoring unterliegen.

Mehr als 180 IKOR-Mitarbeiter führen in der DACH-Region Projekte in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit unseren Kunden und unter Einsatz individuell geeigneter Projektmanagementmethoden durch. Unsere Firmenstandorte sind Hamburg, Köln, Essen und Belgrad.

Hinter IKOR steht ein Konzern mit breiter Kompetenz für Förder- und Geschäftsbanken, Versicherer und für die Fertigungsindustrie. Die IKOR Products GmbH entwickelt Add-ons, die den SAP-Standard klug ergänzen und in ihrer Konzeption einzigartig am Markt sind. Als erstes Unternehmen in Deutschland ist die IKOR Finsure GmbH auf die Optimierung und Erweiterung von Guidewire-Lösungen spezialisiert. SAP-Lösungen für die Versicherungswirtschaft sind das Fachgebiet der IKOR Assurance GmbH. Bei der IKOR Development Center D.O.O. Beograd ist die Nearshoring-Softwareentwicklung angesiedelt. Fachliches und technologisches Know-how zu einem breiten Spektrum von SAP-Anwendungen bietet die IKOR AG an.

IKOR ist SAP Silver Partner und Mitglied beim BITKOM, der DSAG und der IA4SP. Zu unseren Auftraggebern gehören neben den Förderbanken von Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Sachsen diverse Bundes- und Landesministerien.

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