Schlaganfälle intensiver behandeln: Einsatz von Hirn-Kathetern steigt stetig

Schlaganfälle sind häufig. Die Folgen sind oft schwerwiegend. Der sogenannte „ischämische“ Schlaganfall oder „Hirninfarkt“ bezeichnet eine Minderdurchblutung von Teilen des Gehirns. Symptome eines Schlaganfalls sind beispielsweise Lähmungen, Sprach-, Gefühls- und Gleichgewichtsstörungen. Die Zahl der interventionell behandelten Schlaganfälle nimmt weiter zu. Schlaganfall, Kopfschmerz, Parkinson und Demenz: Zu aktuellen Themen der neurologischen Versorgung lädt das Klinikum Christophsbad am 6. April 2019 zu einem Symposium für Ärzte unter der Leitung von Prof. Dr. med. Norbert Sommer ein. Hier werden die neuesten Entwicklungen von Experten aus ganz Deutschland sowie der Schweiz vorgestellt und diskutiert.

„Die Therapiemöglichkeiten in der Neurologie sind in den letzten Jahren weiter stark gewachsen. Bei der Schlaganfallbehandlung sind die Fortschritte offensichtlich und greifbar“, erklärt Prof. Dr. med. Sommer, Chefarzt der Klinik für Neurologie mit Stroke Unit, Neurophysiologie, Frührehabilitation und Schlafmedizin. „Bei manchen anderen neurologischen Erkrankungen muss auch die Frage erlaubt sein, ob mehr Medikamente auch eine bessere Therapie bedeuten. Bei unserem Symposium berichten namhafte Referenten über neueste Entwicklungen.“

Im internationalen Diagnosenschlüssel ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden Schlaganfälle in der Gruppe der neurologischen Erkrankungen erscheinen. Bislang wurden sie als Herz-Kreislauf-Erkrankungen kodiert. An der 11. Revision des ICD wird seit 2009 gearbeitet.

Zwei Therapiewege für Schlaganfälle

In den letzten 20 Jahren gab es große Fortschritte in der Behandlung von neurologischen Erkrankungen. Für die Akutbehandlung eines Schlaganfalls gibt es seit dem Jahr 2000 die Möglichkeit einer „gerinnselauflösenden“ Therapie, die sogenannte intravenöse Lysetherapie. Seit 2015 ist nachgewiesen, dass bei großen Gefäßverschlüssen – wodurch die Patienten besonders schwer betroffen sind – auch über einen Katheter das Blutgerinnsel aus der Arterie entfernt werden kann. Dieser Katheter wird über die Leiste eines Menschen bis ins Gehirn geführt. Das Verfahren nennt sich „mechanische Thrombektomie“. Beide Therapien werden im Klinikum Christophsbad vorgehalten und regelmäßig angewandt.

Hirn-Katheter kommen häufiger zum Einsatz

„Wir behandeln etwa 150 der knapp 1.000 Schlaganfallpatienten pro Jahr mit einer Lyse-Therapie. Bemerkenswert ist aber, dass die Zahl der Patienten, bei denen die neue Therapie mit Hirn-Katheter zum Einsatz kommt, stetig steigt“, sagt Prof. Dr. med. Bernd Tomandl, Chefarzt der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie. „Waren dies in den Jahren 2015 und 2016 noch 32 bzw. 44 Patienten, stieg diese Zahl im Jahr 2018 auf 64 und wird in diesem Jahr  – auch durch die Einbindung des Klinikums Christophsbad in das neurovaskuläre Netzwerk Ostwürttemberg – wahrscheinlich mehr als 100 betragen.“

Die jetzt noch intensiveren und verbesserten Therapien zeigen die bessere Logistik, die frühere Aufmerksamkeit der Betroffenen und des Rettungspersonals. Es zeigt sich aber auch, dass die Abläufe innerhalb der Klinik immer reibungsloser funktionieren und das Personal auch mit den neuesten Therapiemöglichkeiten geschult und routiniert ist.

Symposium für Fachpublikum Vortragsabend und Infobus für Bürger

Am Samstag, dem 6. April 2019, findet im Klinikum Christophsbad eine Fachtagung zu aktuellen Themen der neurologischen Versorgung unter der Leitung von Prof. Dr. Norbert Sommerstatt, ausdrücklich ohne Unterstützung der Pharmaindustrie. Göppinger Bürgerinnen und Bürger haben bei einem Vortragsabend am 10. Mai 2019, anlässlich des Tages gegen den Schlaganfall sowie am Freitag, dem 12. Juli 2019, beim „Schlaganfallbus" auf den Marktplatz Gelegenheit, sich über das Krankheitsbild zu informieren.

Neurologisches Symposium für Fachpublikum
Samstag, 6. April 2019, 9 bis 14 Uhr
Klinikum Christophsbad, Herrensaal (Haus 11, Ebene 1), Faurndauer Straße 6-28, 73035 Göppingen
Für die Veranstaltung wurden 4 CME-Fortbildungspunkte beantragt.
Der Eintritt ist frei.
Pressevertreter sind herzlich eingeladen.

Programm

9.00 Uhr         Begrüßung: Prof. Dr. med. Norbert Sommer
9.10 Uhr         Schlaganfall — Ist die mechanische Thrombektomie eine Revolution?
Prof. Dr. med. Bernd Tomandl, Klinik für Radiologie und Neuroradiologie, Klinikum Christophsbad
9.45 Uhr         Kopfschmerz — Sind die neuen Migränemedikamente wirklich hilfreich?
Prof. Dr. med. Karsten Schepelmann, Neurologisches Zentrum, Kiel
10.20 Uhr       Polyneuropathien — Manche sind heilbar, langweilig sind sie nie.
Prof. Dr. med. Björn Tackenberg, Klinik für Neurologie, Marburg
10.55 Uhr       Kaffeepause
11.30 Uhr       Demenz — ist „heilbar“?!
Prof. Dr. med. Richard Dodel, Lehrstuhl für Geriatrie, Universität Duisburg-Essen
12.05 Uhr       Parkinson – Parkinson-Krankheit und Atypische Parkinson-Syndrome: Was hilft symptomatisch und was hilft ursächlich?
Prof. Dr. med. Carsten Möller, Neurozentrum Bellevue, Zürich
12.40 Uhr       Multiple Sklerose — Werden wir mit neuen Medikamenten überhäuft?
Prof. Dr. med. Andreas Steinbrecher, Klinik für Neurologie, Helios Klinikum, Erfurt
Gegen 13.15 Uhr      Abschluss mit Imbiss

Stroke Units in Deutschland & Neurovaskuläre Netzwerke

Deutschland verfügt über ausgezeichnete Versorgungsstrukturen zur Akutbehandlung des Schlaganfalls. Aktuell stehen bundesweit 309 von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zertifizierte Stroke Units (SU) zur Verfügung. Es werden zwei Versorgungsstufen unterschieden: die regionalen SU (aktuell 186 Einrichtungen) und die überregionalen SU (aktuell 111 Einrichtungen) sowie telemedizinisch vernetzte SU (aktuell 12 Einrichtungen). Seit 2012 erfolgt die Zertifizierung überregionaler SU nur dann, wenn mindestens zwei Neuro-Interventionalisten vor Ort sind, die die Thrombektomie anbieten können. Eine strukturelle Weiterentwicklung des Systems sind die Neurovaskulären Netzwerke (NVN), die sich aktuell in der Pilotphase befinden. Bei den NVN werden überregionale Stroke Units mit einem Zentrum verknüpft, das über neurochirurgische und gefäßchirurgische Kompetenzen verfügt. Aufgabe der NVN ist die Behandlung sehr komplexer neurovaskulärer Erkrankungen.

 

Über die Christophsbad GmbH & Co. Fachkrankenhaus KG

Das Klinikum Christophsbad in Göppingen ist ein modernes Akutplankrankenhaus für Neurologie einschließlich regionaler Stroke Unit, Frührehabilitation und Schlaflabor, für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit einer über 166-jährigen Tradition. Es besteht, zusammen mit der geriatrischen Rehabilitationsklinik in Göppingen und der orthopädischen Rehaklinik Bad Boll, aus 8 Kliniken mit ambulanten, teil- und vollstationären Bereichen.

Angegliedert an das Klinikum ist das Christophsheim, ein spezialisiertes Wohnheim für psychisch sowie neurologisch kranke Erwachsene. Die vier Standorte des Unternehmens befinden sich in Göppingen, Geislingen und Bad Boll, sowie mit der Privat-Patienten-Klinik, dem Zentrum für psychische Gesundheit MentaCare, in Stuttgart. Die spezialisierte Klinikgruppe und das Christophsheim bilden mit über 960 Betten/Plätzen, das Dach für rund 1500 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist nach KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen) zertifiziert.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Christophsbad GmbH & Co. Fachkrankenhaus KG
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Ansprechpartner:
Bernhard Wehde
Geschäftsführer und Sprecher des Christophsbads
Telefon: +49 (7161) 6019217
E-Mail: bernhard.wehde@christophsbad.de
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