Der AvD trauert um Niki Lauda

  • Dreifacher Weltmeister und Rennlegende im Familienkreis verstorben
  • Ein bewegtes Leben auf und neben der Rennstrecke
  • Zuletzt Aufsichtsrat und Miteigentümer des Weltmeister-Teams Mercedes-AMG

Mit großer Trauer hat der Automobilclub von Deutschland (AvD) erfahren, dass sein Freund Niki Lauda in der vergangenen Nacht im Familienkreis mit 70 Jahren verstorben ist. Lauda war bis zuletzt als Aufsichtsratsmitglied und Anteilseigner des Weltmeister-Teams Mercedes-AMG an zentraler Position im Formel-1-Rennzirkus tätig, hatte aber seit Mitte vergangenen Jahres aufgrund eines medizinischen Eingriffs nicht mehr zu den Rennen reisen können. Mit dem AvD verband Niki Lauda indes eine langjährige gemeinsame Geschichte: Über mehr als 30 Jahre hinweg war der Österreicher Mitglied des Bayerischen Automobil-Club von 1899 e. V. und damit auch Ordentliches Mitglied im AvD.

Der gebürtige Wiener Nikolaus Andreas Ritter Lauda wuchs in einem wohlhabenden Umfeld auf. Früh war er von Motoren und Rennsport fasziniert und kaufte bereits im Alter von 15 Jahren sein erstes Auto zu dessen Finanzierung er in den Ferien als Lastkraftwagenbeifahrer arbeitete. Seine Familie hingegen war wenig überzeugt von seinen motorsportlichen Ambitionen, weswegen es für einige Jahre zu einem weitgehenden Zerwürfnis mit dem zielstrebige „Niki“ kam. Allein seine Großmutter hielt unverändert zu ihm und unterstützte heimlich seine Pläne auch finanziell. Niki Lauda gelang es dennoch mit Hilfe des in Wirtschaftskreisen bekannten Familiennamens seinen Einstieg in den professionellen Motorsport zu finanzieren. Bei seinem ersten Rennen setzte er 1968 mit dem zweiten Platz gleich ein Ausrufezeichen. Nach Starts in verschiedenen Nachwuchs-Formel-Serien sowie einigen Sport- und Tourenwagenrennen, gelang Lauda 1971 der Sprung in die Formel 1.

Mit festem Willen und persönlichem Risiko zum Weltmeistertitel

Nachdem Lauda bei seinem ersten Rennen in der Königsklasse des Motorsports, dem Großen Preis von Österreich, mit einem technisch unterlegenen March-Ford ausgefallen war, kaufte er sich mit einem privat aufgenommenen Kredit von zwei Millionen Schilling für die Saison 1972 beim Team March-Ford ein. 1974 holte Enzo Ferrari den jungen Wiener in sein Team. Lauda dominierte mit dem Ferrari 312T die Formel 1-Saison und sicherte sich am Ende der Saison den ersten seiner drei Weltmeistertitel. Die angestrebte Titelverteidigung im Jahr 1976 wurde jedoch durch einen Feuerunfall beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring zu Nichte gemacht. Die erlittenen Verletzungen hatten Lauda beinahe das Leben gekostet. Ebenso entschlossen wie zäh kämpfte sich Niki Lauda zurück und trat nur 42 Tage später beim Großen Preis von Italien wieder zum Rennen an. Am Ende der Saison wurde James Hunt mit nur einem Punkt Vorsprung Weltmeister. Auch in der Saison 1977 startete Lauda für Ferrari und holte sich seinen zweiten WM-Titel, obwohl er weiterhin an den Folgen seines Unfalls litt. Lauda erklärte später: „Meine letzte Saison bei Ferrari war […] die schlimmste. Ich wollte nur die Weltmeisterschaft gewinnen, um ihnen zu beweisen, dass ich mich vom Unfall erholt hatte und dann raus, etwas anderes machen.“ Genau das tat Lauda und wechselte 1978 zu Brabham. 1979 zog er sich dann vom Motorsport zurück. Vorerst.

Doppelbelastung in den 1980ern: Airline-Chef und Rennfahrer

Für den nächsten Lebensabschnitt machte der begeisterte Hobby-Pilot seine Leidenschaft zum Beruf und gründete 1979 die Fluggesellschaft Lauda Air – gegen die massiven Widerstände der etablierten österreichischen Fluglinie Austrian Airlines. Bei seiner Fluglinie fungierte Lauda nicht nur als Manager, sondern auch als aktiver Pilot. Offenbar war die Motorsport-Leidenschaft dann aber doch stärker als gedacht: Niki Lauda kehrte bereits 1982 am Steuer eines McLaren in die Formel 1 zurück. In der Saison 1984 dominierte McLaren mit dem von Porsche entwickelten TAG-Turbomotor und es kam zu einem harten teaminternen Kampf mit Alain Prost, den Lauda am Ende für sich entschied und mit einem halben Punkt die WM-Wertung für sich entschied. In der folgenden Saison gewann jedoch Prost zunehmend die Oberhand und Lauda verlor, von einer Ausfallserie gebeutelt, zunehmend die Motivation, sodass er sich zum Rücktritt vom Rennsport zum Saisonende 1985 entschied.

Er kann’s nicht lassen: Immer wieder Formel 1

Lauda widmete sich nun wieder mit ganzer Leidenschaft seiner Lauda Air und verhandelte Anfang der 1990er Jahre eine enge Zusammenarbeit mit dem Branchenriesen Lufthansa, aus dem später die Übernahme durch die Austrian Airlines resultierte. In diesen Jahren hatte Lauda auch wieder Fühlung zur Formel 1 aufgenommen, wo er zunächst als TV-Experte und später auch als Berater der Scuderia Ferrari fungierte. Nur wenige Wochen nach seinem Ausscheiden bei Lauda Air im Jahr 2000 übernahm Lauda Anfang 2001 die Leitung des Formel-1-Teams Jaguar Racing. Als aber die Erfolge ausblieben, trennten sich Lauda und Jaguar am Ende der Saison 2002 wieder. Er übernahm die insolvente Aero Lloyd, änderte den Namen in „flyniki“ (später nur Niki) und knüpfte Kontakte zur deutschen Fluglinie Air Berlin, an die Lauda seine Anteile bis Ende 2011 vollständig verkaufte.

Im September 2012 wurde Lauda zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Mercedes-Benz Grand Prix Ltd. berufen, an der er 2013 auch Eigentumsanteile erwarb. Hier wirkte er an den Rennstrecken, wie auch am Teamsitz in Brackley bis zu seiner Lungentransplantation im vergangenen Jahr an allen wichtigen Management-Entscheidungen mit.

AvD-Präsident Ludwig Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg:

„Mit großer Bestürzung habe ich heute Morgen vom Tod unseres Freundes Niki Lauda erfahren. Wie kaum ein anderer hat er über viele Jahre hinweg das Gesicht der Formel 1 geprägt – sowohl als aktiver Rennfahrer, wie auch später neben der Piste in diversen Management-Funktionen. Mit seiner analytischen Akribie und der unbedingten Entschlossenheit, die gezogenen Lehren konsequent umzusetzen, war er Vorbild und Prototyp des modernen Motorsportlers. Mit ihm verliert der Sport eine seiner ganz großen Persönlichkeiten. Niki war einer, der nicht lamentierte, sondern klar und deutlich aussprach, wenn ihm etwas nicht passte. Damit war er vielleicht nicht immer bequem und auch nicht immer `politisch korrekt´, aber stets verlässlich und niemals falsch. Meine Anteilnahme, wie auch sicherlich die aller Menschen beim AvD, gilt in diesen Stunden seiner Familie, besonders seinen beiden achtjährigen Zwillingen Max und Mia, seinen beiden erwachsenen Söhnen Lukas und Mathias sowie nicht zuletzt seiner Frau Birgit. Ihnen wünschen wir Kraft und Mut für die Zukunft.“

Der AvD wird Nikolaus Andreas Ritter Lauda, ein ehrendes Andenken bewahren und die Erinnerung an diese Legende des Motorsports pflegen.

AvD – Die Mobilitätsexperten seit 120 Jahren

Als traditionsreichste automobile Vereinigung in Deutschland bündelt und vertritt der AvD seit 1899 die Interessen der Autofahrer. Mit seiner breiten Palette an Services wie der weltweiten Pannenhilfe, einschließlich einer eigenen Notrufzentrale im Haus, weltweitem Auto- und Reiseschutz, Fahrertrainings und attraktiven Events unterstützt der AvD die Mobilität seiner Mitglieder und fördert die allgemeine Verkehrssicherheit. Das Gründungsmitglied des Automobilweltverbandes FIA betreut seine rund 1,4 Millionen Mitglieder und Kunden ebenso persönlich wie individuell in allen Bereichen der Mobilität und steht für Leidenschaft rund ums Auto.

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