Fachkräftemangel verursacht Wertschöpfungsverlust von 20 Milliarden Euro

Der IHK-Fachkräftemonitor 2019 liefert eine aktualisierte Prognose für Fachkräfteangebot und -nachfrage in der Region Heilbronn-Franken insgesamt sowie für einzelne Berufe und Qualifikationsniveaus.

„Der Fachkräftemangel bremst die regionale Wirtschaft massiv. Von heute bis ins Jahr 2030 entgehen der Wirtschaft in der Region Heilbronn-Franken durch den Fachkräftemangel bis zu 20,4 Milliarden Euro an Wertschöpfung“, sagt Dr. Helmut Kessler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Heilbronn-Franken.

Allein in diesem Jahr fehlen im IHK-Bezirk 25.000 Fachkräfte, die in den Betrieben eine Wertschöpfung von 1,7 Milliarden Euro erzielen könnten – das sind 4,3 Prozent der für 2019 erwarteten Bruttowertschöpfung (BWS) Heilbronn-Frankens. Im Jahr 2030 wird der Mangel an qualifiziertem Personal auf 45.000 angewachsen sein, was einen Wertschöpfungsverlust von 3,4 Milliarden Euro in dem Jahr bedeuten würde (6,2 Prozent der erwarteten BWS). Viele regionale Betriebe müssen Aufträge verschieben oder ablehnen, weil ihnen qualifizierte Bewerber für freie oder neu geschaffene Stellen fehlen – so erklärt sich der immense Wertschöpfungsverlust in der Gesamtwirtschaft.

„Der Fachkräftemangel ist aktuell das größte Problem der regionalen Wirtschaft. Wie wir aus unserer Konjunkturumfrage wissen, betrachten sechs von zehn Unternehmen im IHK-Bezirk den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko“, so Dr. Kessler.

Im Jahr 2019 schränken die Personalengpässe die Entwicklung in der Elektrotechnik, bei beratenden und wirtschaftsnahen Dienstleistern, in der Chemie- und Pharmaindustrie, bei Informations- und Kommunikationsdienstleistern sowie Betrieben aus Verkehr, Transport und Lagerei überdurchschnittlich ein. 2030 werden die Branchen Fahrzeugbau, beratende und unternehmensnahe Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, Großhandel, Öffentliche Dienstleistungen sowie der Maschinenbau besonders unter den Fachkräfteengpässen leiden.

Demografischer Wandel als Hauptursache

Hauptursache für die zunehmende Fachkräfteknappheit ist der demografische Wandel. Während immer mehr Babyboomer in Rente gehen, rücken immer weniger Fachkräfte aus Berufsausbildung oder Hochschulen nach. In der Folge wird das Fachkräfteangebot innerhalb der elf Jahre bis 2030 um rund ein Fünftel schrumpfen. Sind es heute noch 363.000 Personen, werden 2030 nur noch 297.000 Qualifizierte für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Die Belegschaften der Unternehmen werden jedoch nicht nur kleiner, sie werden zudem immer älter: Das Durchschnittsalter der Beschäftigten wird zwischen 2019 und 2030 von 44,3 Jahre auf 47,4 Jahre ansteigen.

Die IHK Heilbronn-Franken unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe mit einem vielfältigen Angebot, um möglichst viele Potenziale auf dem Arbeitsmarkt zu nutzen. Zentrale Säulen sind dabei duale Ausbildung und berufliche Weiterbildung. Auch die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie birgt Potenziale bei der Beschäftigung vor allem von gut qualifizierten Frauen. Zudem setzt sich die IHK-Organisation für ein modernes Zuwanderungsgesetz ein, um die Anwerbung von Qualifizierten im Ausland zu erleichtern.

Informationen zum IHK-Fachkräftemonitor

Der IHK-Fachkräftemonitor ist ein Prognoseinstrument, das das Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR GmbH für die IHKs in Baden-Württemberg entwickelt hat und jährlich aktualisiert. Mit der Webanwendung lässt sich die Fachkräfteentwicklung in repräsentativen Wirtschaftszweigen und Regionen anschaulich visualisieren und vergleichen. Der aktuelle Fachkräftemonitor 2019 ist als interaktive Webanwendung kostenlos und ohne Anmeldung verfügbar unter

www.heilbronn.ihk.de/fachkraeftemonitor

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