Holzindustrie warnt vor falschen Vorgaben im Klimaschutzgesetz

Die Potenziale des deutschen Waldes als Kohlenstoffsenke dürfen angesichts zwingender natürlicher Entwicklungen und der Wechselwirkung mit anderen Sektoren nicht überschätzt werden. Klimaziele dürfen nicht auf Kosten der regionalen Verfügbarkeit der klimafreundlichen Ressource Holz gesetzt werden. Das betont der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) anlässlich seiner Stellungnahme zur Novelle des Klimaschutzgesetzes. Kritisch sieht der HDH die im Gesetzentwurf vorgesehene Zusammenlegung in der Gesamt-Emissionsrechnung Deutschlands, wenn diese die Sparanreize in anderen Sektoren auf Kosten des Waldes senken.

„Auf dem Weg Deutschlands zur Klimaneutralität dürfen wir den Wald nicht mit immer höheren Erwartungen an seine Eigenschaft als Kohlenstoffsenke überfrachten. Wolle man den Zahlen-Vorgaben für den Landnutzungssektor im Gesetz auch nur nahekommen, drohen Verwerfungen für die Nutzung des klimafreundlichen Rohstoffs Holz – Klimaziele in anderen Sektoren könnten gefährdet werden”, warnt HDH-Geschäftsführer Ohnesorge.

Laut Klimaschutzgesetz sollen Land- und Viehwirtschaft ebenso wie der Wald bis 2030 eine Bindung von mindestens 25 Millionen Tonnen CO2-Äq. erbringen. Außer Acht gelassen wird dabei, dass Wald und Holzprodukte diese Senkenfunktion praktisch allein erbringen sollen. Hingegen werden für Ackerbau und Viehzucht ebenso wie für Siedlungen weiterhin nennenswerte Emissionen angenommen. So geht es auch aus den Projektionen des Umweltbundesamtes hervor. Zusammen werden all diese Bereiche als Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCFs) zusammengefast. „Der HDH hält die aktuell im Klimaschutzgesetz fixierten LULUCF-Ziele für unerreichbar und fordert deshalb eine Absenkung der Ziele für den Wald auf ein realistisches Maß. Zudem verlangt der HDH eine Orientierung der Einsparziele in den LULUCF-Teilbereichen nach der Höhe der Emissionen”, unterstreicht Ohnesorge. „Wir müssen dort Emissionen reduzieren, wo sie anfallen und sie nicht schönrechnen mit Kohlenstoffsenken!“

Auch Ersatz fossiler Produkte auf der Habenseite
Klare Regeln braucht es hinsichtlich des Plans der Ampel-Koalition, eine sektorübergreifende Gesamtrechnung der Jahresgesamtmissionen zu verankern. Dies könnte einerseits eine Chance für den Forst- und Holzsektor sein, weil Klimaschutz richtigerweise sektorübergreifend gedacht werden muss. Oft hatte der HDH kritisiert, dass die Speicher- und Substitutionspotentiale der Holzverwendung bei Maßnahmendefinition im LULUCF-Sektor zu wenig Berücksichtigung fanden.

Die Gesamtrechnung der Jahresemissionen darf jedoch nicht dazu führen, dass Einsparziele des Waldsektors überhöht werden, weil der Teilbereich Landwirtschaft oder andere Sektoren ihre Ziele nicht erreichen. „Auf diesem Wege könnte der Druck zur CO2-Minderung auf den Wald als natürliche Senke steigen, verbunden mit weiteren Nutzungseinschränkungen”, warnt Ohnesorge.

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