Mehr als ein Konzert: Wie Musik Verbundenheit schafft
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Donnerstag, Feb. 5, 2026
Frau Lee, Sie treten beim Benefizkonzert der Unionhilfswerk-Förderstiftung im Konzerthaus am Gendarmenmarkt auf. Was hat Sie bewogen, sich für diesen besonderen Anlass zu engagieren?
Durch die Empfehlung des Bass Ki-Hyun Park durfte ich im vergangenen Jahr zum ersten Mal an diesem Konzert mitwirken und ich bin sehr dankbar, dass ich auch in diesem Jahr wieder eingeladen wurde. Die künstlerische Leitung Ilona Schäfer hat das Programm mit so viel Liebe und Sorgfalt zusammengestellt, dass ich mich schon jetzt sehr darauf freue.
Sie haben von Seoul über Frankfurt bis Berlin viele Stationen durchlaufen. Was hat Sie am stärksten geprägt – als Sängerin und als Mensch?
Besonders prägend waren für mich die Anfänge in Frankfurt, wo ich mein Masterstudium begann, und später mein erstes Engagement in Magdeburg, wo ich debütierte. Vielleicht haben sich diese Erlebnisse so tief eingeprägt, weil es die ersten Schritte in einem neuen Leben waren – sowohl künstlerisch als auch menschlich.
Gibt es aus Ihrer Heimat Korea etwas, das Sie in besonderer Weise inspiriert und in Ihre Musik einfließt?
Korea ist keine „besondere Inspirationsquelle“ für mich, sondern immer ein Teil meiner Musik. Ich habe schon als Kind leidenschaftlich gern gesungen, und heute ist das Singen einfach mein Beruf geworden – eine natürliche Fortsetzung dessen, was mich schon immer erfüllt hat.
Das Konzert unterstützt die kulturelle Teilhabe pflegebedürftiger Menschen. Was bedeutet es Ihnen, mit Ihrer Musik Lebensfreude und Nähe zu schenken?
Musik hat die wunderbare Kraft, Menschen zu verbinden – selbst dann, wenn Worte fehlen. Gerade für pflegebedürftige oder einsame Menschen kann die Musik in einem Konzert ein Moment der Nähe und Lebendigkeit sein. Wenn ich auf der Bühne stehe, wünsche ich mir, dass meine Stücke Freude bereiten, Erinnerung wecken und vielleicht auch Trost spenden.
Viele ältere Menschen erleben Einsamkeit. Können Sie sich an einen Moment erinnern, in dem Ihr Gesang spürbar Trost oder Verbundenheit geschenkt hat?
Während der Corona-Zeit haben wir viele Konzerte online oder vor sehr kleinem Publikum gegeben. Die Gesichter der Zuhörer, die trotz der Distanz sichtbar berührt waren, haben mich tief bewegt. In solchen Momenten spüre ich, dass Musik gegenseitigen Trost schenken kann – ich empfange genauso viel Wärme vom Publikum, wie ich sie zu geben versuche.
Auch Künstler*innen stehen unter großem Druck. Was gibt Ihnen persönlich Kraft und innere Balance?
Als Künstlerin stehe ich oft unter großem Druck, aber die Musik selbst stärkt mich. Und ich bekomme viel Kraft aus meinem Umfeld – von meinem Hund, meinen Freunden und meiner Familie. Oft sind es auch die Fotos oder Videos, die ich nach einem Konzert bekomme, die mich berühren und motivieren. Und wenn ich frei habe, tue ich wirklich gar nichts – ich ruhe im wahrsten Sinne des Wortes aus.
Bei einem Benefizkonzert geht es nicht nur um Musik, sondern auch um Botschaften. Was soll das Publikum anschließend mit nach Hause nehmen?
Bei einem Benefizkonzert geht es für mich nicht nur um die Musik, sondern auch um das, was zwischen den Menschen entsteht. Ich wünsche mir, dass das Publikum bei der Matinée mit einem Gefühl von Verbundenheit nach Hause geht – mit dem Bewusstsein, dass wir durch kleine Gesten und gegenseitige Aufmerksamkeit viel bewirken können. Vielleicht erinnert dieser Vormittag daran, dass niemand wirklich allein ist, solange wir einander zuhören.
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