VEM-Kirchen in Afrika zeigen Solidarität und stärken ihre Eigenständigkeit
Donnerstag, März 5, 2026
Solidarität mit Sumatra
Bereits im Eröffnungsgottesdienst setzte die Versammlung ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit: Angesichts der schweren Überschwemmungen in Sumatra, Indonesien, Ende 2025, die zahlreiche Familien obdachlos gemacht und die Infrastruktur ganzer Gemeinden zerstört haben, sammelten Delegierte und Gäste spontan Spenden für die betroffenen Menschen und Gemeinden.
Vier Empfehlungen für eine gerechte und selbstständige Kirche
Die Versammlung ruft die afrikanischen VEM-Mitgliedskirchen dazu auf, Diskriminierung entschieden entgegenzutreten und dafür inklusive theologische Ansätze sowie kirchliche Praktiken weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen Geschlechtergerechtigkeit, die konsequente Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen, generationenübergreifende Zusammenarbeit sowie die Wertschätzung ethnischer und sozioökonomischer Vielfalt in allen kirchlichen Handlungsfeldern.
Zur Stärkung der Ressourcenmobilisierung und finanziellen Eigenständigkeit sollen transparente Finanzsysteme etabliert, lokale einkommensschaffende Initiativen ausgebaut und Mitglieder zu größerer finanzieller Mitverantwortung ermutigt werden. Dazu zählen auch die systematische Erfassung und nachhaltige Nutzung kirchlicher Vermögenswerte wie Immobilien, Land und beweglicher Güter.
Darüber hinaus bekräftigten die afrikanischen Mitgliedskirchen ihren Willen, die Fundraising-Kampagne „United Action“ neu zu beleben. Geplant sind unter anderem eine 1-Euro-Kampagne, besondere VEM-Sonntage sowie der verstärkte Einsatz von VEM-Botschafter*innen. Hintergrund sind rückläufige Beiträge und sinkende Drittmittel aus Deutschland; die entstehende Haushaltslücke soll schrittweise durch eigene Initiativen aufgefangen werden.
Beim Thema Künstliche Intelligenz empfiehlt die Versammlung einen verantwortungsvollen Einsatz als unterstützendes Instrument. Voraussetzung sind klare ethische Leitlinien, die menschliche Verantwortung, Datenschutz und die Wahrung der Menschenwürde sichern und deutlich machen, dass digitale Anwendungen seelsorgliche Präsenz nicht ersetzen.
Schließlich rufen die Delegierten dazu auf, den Katastrophenschutz strukturell zu verankern, unter anderem durch lokale Notfallpläne, Schulungen für Gemeindeleitungen sowie durch eine enge Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und ökumenischen Partnerorganisationen.
Ein Aufbruch zu prophetischer Gemeinschaft
Die Afrikanische Regionalversammlung 2026 war nach Einschätzung der Teilnehmenden mehr als eine formale Tagung. „Die Beratungen ermöglichten einen geistlichen Aufbruch und waren ein klares Bekenntnis zu einer gerechten, inklusiven und eigenverantwortlichen Mission,“ so Pfarrer Dr. Emmanuel Muhozi, Leiter der Division Afrika und Vorstandsmitglied der VEM. Jugend-, Frauen- und Männervorkonsultationen hatten im Vorfeld sichergestellt, dass unterschiedliche Perspektiven verbindlich in die Beschlüsse eingeflossen sind.
Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) mit Büros in Wuppertal, Indonesien und Tansania ist eine internationale, gleichberechtigte Gemeinschaft von 39 Mitgliedern, darunter 32 evangelische Kirchen in Afrika und Asien sowie sechs deutsche EKD-Kirchen und den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die VEM verfolgt konsequent ein ganzheitliches Missionsverständnis. Dazu gehört, die Lebensumstände notleidender und benachteiligter Menschen unter Achtung ihrer persönlichen Würde und Berücksichtigung ihres kulturellen Kontexts zu verbessern.
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