Blick hinter militärische und zivile Kulissen

Um für komplexe Einsatzlagen noch besser vorbereitet zu sein, besuchte der Brandschutzaufsichtsdienst des Vogelsbergkreis das Kampfhubschrauberregiment 36 der Bundeswehr in Fritzlar und die DRK-Landesverstärkung Hessen. Organisiert wurde die Fahrt von Kreisbrandmeister Thomas Stein. Neben ihm nahmen Kreisbrandinspektor (KBI) Marcell Büttner, dessen Stellvertreter Hubert Helm sowie die Kreisbrandmeister Tony Michelis, Stefan Preuß und Andreas Leinweber teil. Gemeinsam bilden sie den Brandschutzaufsichtsdienst des Vogelsbergkreises. In dieser Funktion handeln sie im Auftrag des Landkreises, führen die Aufsicht über die heimischen Feuerwehren, beraten die Städte und Gemeinden in Fachfragen und zeichnen für die überörtliche Gefahrenabwehr verantwortlich.

Erste Station des Tages war die Georg-Friedrich-Kaserne. Stabsfeldwebel Christian Feibel nahm die Vogelsberger Delegation in Empfang und führte sie über das Kasernengelände. Fachkundig erläuterte er die Arbeitsweisen einer rein militärischen Feuerwehr. Ein besonderes Highlight wartete in den Hangars und auf dem Rollfeld: Die Gruppe konnte die dort stationierten Kampfhubschrauber vom Typ „Tiger“ sowie weitere Helikopter aus nächster Nähe in Augenschein nehmen. Die Brandschützer nutzten die seltene Gelegenheit, sich mit der sensiblen Technik zu befassen und lernten die Enge des Cockpits kennen. Zudem gab Stabsunteroffizier Yannick W. wertvolle praxisnahe Einblicke, wie sich örtliche zivile Feuerwehren im Falle eines Hubschrauberabsturzes richtig und sicher verhalten. Diese detaillierten Informationen knüpften direkt an eine großangelegte Flugunfallalarmübung der Bundeswehr an, die erst am 12. März bei Kirtorf stattgefunden hatte. Das dort erworbene Wissen konnte durch den direkten Austausch mit den Piloten und Technikern nochmals deutlich vertieft werden.

Im Anschluss wechselte die Gruppe von der militärischen zur zivilen Gefahrenabwehr und besuchte die DRK-Landesverstärkung Hessen, die ebenfalls in Fritzlar beheimatet ist. Die aus der ehemaligen „Hilfszugabteilung 5 – Hessen“ hervorgegangene Einrichtung ist eine essenzielle überregionale Einsatzkomponente des DRK-Landesverbandes.

Das Team vor Ort erläuterte den Gästen aus dem Vogelsberg das vielschichtige und beeindruckende Konzept der Liegenschaft. Diese dient nicht nur als riesiges Material- und Kfz-Depot, sondern ist als überregional und international einsetzbare Einheit konzipiert. Besetzt mit ehrenamtlichen Helfern aus ganz Hessen, kann die Landesverstärkung bei Großschadenslagen über mehrere Tage völlig autark operieren. Im Ernstfall ist das Rote Kreuz von hier aus beispielsweise in der Lage, die Trinkwasserversorgung für bis zu 5.000 Menschen sicherzustellen, mobile Küchen und Kühlcontainer zu betreiben oder bei ausgefallener Infrastruktur komplette Einsatzstäbe durch Notstrom und eigene Kommunikationstechnik wieder arbeitsfähig zu machen. Darüber hinaus ist der Standort ein wichtiges Zentrum für Tagungen und Ausbildungsveranstaltungen in den Fachdiensten Technik, Logistik, Fernmeldewesen und Betreuung.

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