Deutlicher Rückschlag im Geschäftsklima

Das saisonbereinigte ifo-Geschäftsklima der deutschen Zulieferindustrie ist im März 2026 deutlich gesunken. Der Saldo fiel von -14,4 Punkten im Februar auf -24,1 Punkte im März. Damit wurde die zuvor angedeutete Stabilisierung abrupt unterbrochen. Zugleich markiert der aktuelle Wert den schlechtesten Stand seit genau einem Jahr.

Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen der Unternehmen trugen zu dieser Eintrübung bei. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage verschlechterte sich im saisonbereinigten Saldo von -19,4 auf -26,3 Punkte. Gleichzeitig gaben die Erwartungen für die kommenden sechs Monate deutlich von -9,3 auf -21,8 Saldenpunkte nach.

Damit zeigt sich der Rückgang breit über beide Komponenten hinweg.

Die Entwicklung unterstreicht, dass sich die Zulieferindustrie weiterhin in einer fragilen Phase befindet. Insbesondere die anhaltend schwache Dynamik bei den Auftragseingängen verhindert bislang eine nachhaltige Stabilisierung. Vielmehr bleibt die Nachfrage in wichtigen Abnehmerbranchen volatil, sodass die Unternehmen ihre Geschäftsperspektiven erneut vorsichtiger einschätzen.

Auch handelspolitisch haben sich die Rahmenbedingungen zuletzt spürbar verschoben. Ein Urteil des US Supreme Court vom 20. Februar 2026 hat wesentliche Teile der zuvor verhängten allgemeinen Zölle für unzulässig erklärt und damit zu einer Neujustierung der Zollstruktur geführt. Die nun stärker vereinheitlichten Zollniveaus verändern die relativen Wettbewerbsbedingungen: Während asiatische Wettbewerber zuvor teils höheren Ausgangszöllen unterlagen, kann sich die neue Struktur für deutsche Exporteure im relativen Vergleich nachteilig auswirken. Gleichzeitig dürften sich die zuvor befürchteten Handelsumlenkungseffekte etwas abschwächen, da sich die globalen Handelsbarrieren insgesamt angleichen. Da das Urteil bereits Ende Februar ergangen ist, dürfte es in den aktuellen ifo-Daten erstmals Berücksichtigung gefunden haben.

Die handelspolitischen Entwicklungen werden jedoch zunehmend von geopolitischen Risiken überlagert. Im Zentrum steht dabei die Eskalation rund um den Iran. Bereits jetzt haben sich die Energiepreise spürbar erhöht und wirken unmittelbar belastend auf die energieintensiven Zulieferbranchen. Gleichzeitig wächst die Sorge vor erneuten Störungen globaler Lieferketten. Nicht nur bei Energie, sondern auch bei strategisch wichtigen Vorprodukten wie Helium für die Halbleiterproduktion oder Rohaluminium steigt der Druck. Entsprechende Engpässe könnten sich entlang der industriellen Wertschöpfungsketten bis nach Deutschland durchschlagen.

Hinzu kommt, dass die gestiegenen Energiepreise inflationsseitigen Impuls erzeugen. In der Folge werden mögliche Zinseffekte bereits diskutiert, die Investitionen verteuern könnten. Gerade vor dem Hintergrund einer ohnehin schwachen Nachfrage besteht damit das Risiko, dass die zuletzt erkennbaren konjunkturellen Impulse frühzeitig wieder ausgebremst werden. Insgesamt ist der März damit als klarer Rückschlag zu werten. Die zuvor sichtbaren leichten Erholungstendenzen haben sich nicht verfestigt. Stattdessen zeigt sich erneut, wie anfällig die deutsche Zulieferindustrie gegenüber konjunkturellen Schwankungen und externen Risiken bleibt.

Über BDG – Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie

Die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) ist eine Interessengemeinschaft, die rund 9.000 – vornehmlich mittelständisch geprägte – Zulieferunternehmen mit rund einer Million Beschäftigten und einem Umsatzvolumen von 244 Milliarden Euro vertritt. Sie wird getragen von den Wirtschaftsverbänden:
• WirtschaftsVereinigung Metalle e.V., Berlin
• Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie e.V., Düsseldorf
• Aluminium Deutschland e.V., Düsseldorf
• Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V., Frankfurt a.M.
• Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V., Frankfurt a.M.
• Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V., Düsseldorf/Hagen
• Industrieverband Veredlung-Garne-Gewebe- Technische Textilien, Frankfurt

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