Sachwert: Immobilien
Als besonders wertstabil gelten Eigenheime und Mietimmobilien, denn sie gleichen Inflationsverluste regelmäßig durch Wertzuwächse oder höhere Mieten aus. In den zurückliegenden Jahren sind die Immobilienpreise sogar deutlich schneller gestiegen als die Inflation. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben sich Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen zwischen 2010 und 2022 bundesweit um rund 64 Prozent verteuert. Die Inflationsrate stieg im gleichen Zeitraum aber nur um 25 Prozent.
Nachdem die Kaufpreise ab dem vierten Quartal 2022 teils rückläufig waren, stiegen sie seit Ende 2024 wieder an und legten im dritten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahresquartal um durchschnittlich 3,3 Prozent zu. Nach Einschätzung des Immobilienexperten Michael Voigtländer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) dürfte sich der Trend auch 2026 fortsetzen. Er geht von einem Preisanstieg um drei bis vier Prozent aus.
Wichtig zu wissen: Auch wenn Immobilien als gute Kapitalanlage in puncto Inflationsschutz gelten, sollten Sie auch die Risiken bedenken: So binden Sie beispielsweise mit dem Kauf einer Eigentumswohnung sehr viel Kapital in einem Anlageobjekt. Sind Ihre finanziellen Mittel begrenzt und steckt damit ein erheblicher Anteil Ihres Vermögens in dieser Eigentumswohnung, ist von einem hohen Klumpenrisiko die Rede. Eine Alternative können etwa Immobilienaktien – sogenannte REITs in Form entsprechender ETFs oder Einzeltitel – oder offene Immobilienfonds sein. Beide haben jedoch auch einige Besonderheiten. Bei Immobilienaktien gilt es, die höheren Schwankungsrisiken zu beachten, bei offenen Immobilienfonds die Regelungen zur Rückgabe von Anteilen.
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Sachwert: Gold
Auch Gold kann das Vermögen schützen, weil sich das Edelmetall weitgehend unabhängig von anderen Anlageklassen entwickelt. Mit Goldmünzen und Minibarren lässt sich bereits für wenig Geld ein kleiner Goldschatz aufbauen, der in Krisenzeiten oft an Wert gewinnt. Dass der Goldpreis jedoch auch hohen Schwankungen unterliegen kann, zeigte die Marktentwicklung seit Oktober 2025 bis Ende Januar 2026, als der Goldpreis binnen weniger Monate von rund 3.900 US-Dollar auf ein Allzeithoch von 5.600 US-Dollar kletterte und dann binnen eines Tages um mehr als zwölf Prozent einbrach. Das Edelmetall zahlt auch keine Zinsen. Das Vertrauen in Gold als werthaltiges Edelmetall und Zahlungsmittel ist aber ungebrochen.
Auch wenn Gold als sicherer Hafen gilt: Die Verlustrisiken durch Kursschwankungen sind hoch. Sie können das Risiko eines ungünstigen Kaufzeitpunkts jedoch mit Hilfe eines Sparplans umgehen und nach und nach kaufen. Eine bequeme Möglichkeit hierfür bietet der Liechtensteiner Anbieter willbe in Form eines Gold-Sparplans an. Dieser beinhaltet den regelmäßigen Kauf von mindestens einem Gramm Gold.
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Beispiele für Goldprodukte
Goldbarren: Minibarren gibt es ab einem Gramm Gewicht, bei Goldmünzen wie etwa den bekannten Krügerrandmünzen kommt zum Materialwert je nach Stück auch der Sammlerwert hinzu. Alternativ zu Münzen und Barren bieten Goldzertifikate die Möglichkeit, von der Preisentwicklung des Edelmetalls zu profitieren. Bekannt und beliebt sind zum Beispiel Gold-ETCs wie Xetra-Gold (ISIN: DE000A0S9GB0). Der Kurs des mit physischem Gold hinterlegten Endlos-Zertifikats entspricht der Wertentwicklung des Edelmetalls. Das Gold lagert in Tresoren unabhängiger Treuhandbanken. Mit einem Zehnjahres-Zuwachs per 28. Februar 2026 von rund 290 Prozent konnten Anleger Inflationsverluste zuletzt mehr als egalisieren.
Vorteile: ETCs werden wie ETFs an der Börse gehandelt, das Kapital ist täglich verfügbar. ETCs haben nur geringe Kosten, die Anteile werden im privaten Depot verwaltet. Die Anschaffung eines teuren Tresors oder die Lagerung in einem kostenpflichtigen Schließfach ist nicht notwendig. Im Krisenfall könnten Sie sich das hinterlegte Gold auszahlen lassen. Achtung: ETCs zählen im Gegensatz zu ETFs oder Investmentfonds nicht zum Sondervermögen. Im Konkursfall können diese Wertpapiere wertlos werden.
Sachwert Aktie: Unternehmensbeteiligungen als Inflationsschutz
Aktien sind Unternehmensbeteiligungen und gelten damit ebenfalls als realer Sachwert. Aktien sind auf lange Sicht – bei breiter Streuung – praktisch immer lohnend. Allerdings brauchen Sie Durchhaltevermögen und das richtige Händchen bei der Titelauswahl, denn die Aktienmärkte schwanken teils heftig – besonders in Krisenzeiten. Doch wer mindestens zehn Jahre am Ball bleibt, steht fast immer auf der Gewinnerseite. So legte der Wert des Deutschen Aktienindex Dax per 24. März 2026 auf Zehnjahressicht um 130 Prozent zu, binnen zwanzig Jahren waren es 280 Prozent (Quelle: Boerse.de).
Vorteile von Aktien: Mit einer Aktie erwerben Sie einen Anteil an einem Unternehmen. Sie werden also Miteigentümer und profitieren vom Erfolg des Unternehmens. Börsennotierte Unternehmen verwenden das an der Börse gesammelte Geld für neue Investitionen, um einen Mehrwert zu schaffen und Gewinne zu erzielen. Wirtschaftet das Unternehmen erfolgreich, steigt der Kurs der Aktie. Außerdem fließen die Gewinne teilweise als Dividenden an die Aktionäre zurück.
Das Problem: Privatanleger können oft nur schwer einschätzen, welches Unternehmen dauerhaft Gewinne erzielen wird. Managementfehler, aber auch wirtschaftliche und politische Risiken können Ihnen jederzeit einen Strich durch die Rechnung machen.
Spezialfonds: Breite Streuung mindert Inflationsrisiken
Eine populäre Fondsgattung hat in Zeiten von Inflation stets Konjunktur: die sogenannten Sachwertefonds. Die aktiv verwalteten Mischfonds investieren in reale Werte wie Gold, Silber oder Wald, in Aktien von Immobilien- oder Minengesellschaften, in inflationsindexierte Anleihen oder in Wertpapiere wie ETFs und ETCs. Ziel ist der Werterhalt des Kapitals unter Berücksichtigung der Inflation sowie die Erwirtschaftung nachhaltiger Wertzuwächse.
Vorteile: Sie können mit einem Sachwertefonds in deutlich mehr reale Werte investieren, als Sie es alleine wahrscheinlich könnten. Sachwertefonds ermöglichen die Streuung des Portfolios auf Anlageobjekte, die nicht direkt vom Aktienmarkt abhängig sind. Durch die Anlage in einen Fonds mit professionellem Management entsteht für Anleger im Gegensatz zu Einzelinvestments kaum Verwaltungsaufwand.
Risiken: Einen „festen“ Zusammenhang zwischen der Inflation und der Wertentwicklung von Sachwerten gibt es nicht. Einzelne Sachwerte können trotz starker Inflation im Wert schwanken oder gar an Wert verlieren. Sachwertefonds sind in der Regel aktiv gemanagt und können somit höhere Verwaltungskosten aufweisen.
Beispiele für Sachwertefonds
Deka Sachwertefonds TF (DE000DK0EC91): Der Fonds strebt die Erwirtschaftung kontinuierlicher Erträge sowie die Erzielung eines Kapitalwachstums unter Ausnutzung der Kurschancen der zugelassenen Vermögensgegenstände an. Bis zu 30 Prozent des Portfolios können in Aktien investiert werden, zum Anlageuniversum gehören zudem offene Immobilienfonds, inflationsindexierte Anleihen, börsengehandelte Wertpapiere auf Rohstoffe (mit Ausnahme von Nahrungsmitteln), ergänzend sind auch Anlagen in verzinslichen Wertpapieren und Termingelder möglich. Am 24. März 2026 lag die durchschnittliche jährliche Wertentwicklung über fünf Jahre bei 2,7 Prozent, über zehn Jahre bei 1,9 Prozent (Quelle: extraetf.de).
DWS Sachwerte LD (DE000DWS0W32): Mindestens 51 Prozent des Fondskapitals werden in Sachwerte wie Aktien, Immobiliengesellschaften, Real Estate Investment Trusts (REITs) sowie inflationsindexierte Anleihen, Anleihen mit variablem Zinssatz sowie Zertifikate auf Rohstoffindizes investiert. Per Stichtag 24. März 2026 erzielte der Fonds auf Sicht von fünf Jahren eine durchschnittliche jährliche Wertentwicklung von 5,4 Prozent, über zehn Jahre waren es im Schnitt 4,7 Prozent (Quelle: extraetf.de).
3 Banken Sachwerte-Aktienstrategie T (AT0000A0S8Z4): Der Fonds investiert zu mindestens 51 Prozent in globale Aktien beziehungsweise aktiengleiche Wertpapiere. Dabei stehen Titel substanzstarker Unternehmen mit Produkten des täglichen Bedarfs sowie Unternehmen aus den Bereichen Rosthoffe, Immobilien und vergleichbaren Branchen im Fokus. Zur Absicherung sind auch Derivate möglich. Am 24. März 2026 lag der durchschnittliche jährliche Wertzuwachs über fünf Jahre bei 10,8 Prozent und über zehn Jahre bei 8,9 Prozent.
Wichtig zu wissen: Die genannten Sachwertefonds weisen eine unterschiedliche Risikostruktur auf. So ordnet der Datenbankanbieter Fondsweb den Deka-Fonds als defensiven Mischfonds und den DWS-Fonds als flexiblen Mischfonds ein. Der 3 Banken-Fonds wiederum ist als globaler Aktienfonds gelistet. Dies erklärt die sehr unterschiedliche Wertentwicklung. Bei der Auswahl eines auf Sachwerte fokussierten Fonds gilt es daher, die Anlagestrategie der Fonds genau zu prüfen. So können Sie am besten einschätzen, ob die Risikostruktur des Fonds zu Ihrem Anlagehorizont und zu Ihrem übrigen Portfolio passt.
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