Helga Cup 2026: Aus einer Regatta ist eine Bewegung für das Frauensegeln geworden

Gesegelt wird auf modernen J/70-Regattabooten und auf der barrierefreien RS Venture Connect, die gezielt Frauen mit starken körperlichen Beeinträchtigungen den Regattasport ermöglicht. Eröffnet wird der Helga Cup von Dr. Andreas Dressel, Finanzsenator der Freien und Hansestadt Hamburg. Ein besonderes Highlight ist das HELGA CUP Empowerment Race am Sonntag.

Vom 11. bis 14. Juni 2026 kehrt der Helga Cup zum neunten Mal auf die Hamburger Außenalster zurück. In neun Jahren ist aus der weltweit größten Frauenregatta weit mehr als ein Sportereignis geworden – eine Bewegung, die das Frauensegeln in Deutschland sichtbar verändert hat. Unter dem Motto „Empowering Women in Sailing“ steht der Helga Cup für Gleichberechtigung, gelebte Inklusion und sportliche Begeisterung; in diesem Jahr gehen erneut Crews aus zahlreichen Nationen an den Start.

Der Helga Cup wird vom gemeinnützigen Verein Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. gemeinsam mit dem Norddeutschen Regatta Verein (NRV) auf die Außenalster gebracht. Die Regatta zählt zu den Top-Ten-Events der Stadt Hamburg (Hamburg Active City).

Eine Bewegung für das Frauensegeln

In neun Jahren hat der Helga Cup eine Bewegung ausgelöst, die weit über Hamburg hinausreicht: Im ganzen Land sind neue Formate und Frauenregatten entstanden, und in der Deutschen Segel-Bundesliga segeln heute mehr Frauen als je zuvor. Auch 2026 bereiten sich zahlreiche Crews mit Partnern und Trainings bundesweit gezielt vor – unter anderem in Berlin, am Möhnesee und in Hamburg. Das Ziel: Frauen den Weg in alle Bereiche des Sports ebnen, ob Inshore, Offshore, Segel-Bundesliga oder Klassenregatten.

Sichtbares Zeichen dieser Vernetzung sind die enge Zusammenarbeit mit Olympia-Silbermedaillengewinnerin Susann „Sanni“ Beucke und ihrer Kampagne „This Race is Female“ sowie die Kooperation mit dem Germany SailGP Team, dessen Strategin Anna Barth zugleich Schirmherrin des Heinz Kettler Inclusive Youth Sailing Teams ist. Dass solche Impulse weiter gebraucht werden, zeigt eine aktuelle internationale Studie: Die vom Magenta Project gemeinsam mit World Sailing veröffentlichte Untersuchung „2×25“ belegt, dass Frauen im Segelsport nach wie vor unterrepräsentiert sind – rund 65 Prozent der Befragten berichteten von Diskriminierungserfahrungen.

Inklusiver Regattasport auf zwei Bootsklassen

Gestartet wird in zwei Bootsklassen. Auf den modernen, sportlichen J/70-Kielbooten treten Vierer-Crews in kurzen, spannenden Wettfahrten von zehn bis zwölf Minuten gegeneinander an. Mit der barrierefreien RS Venture Connect ermöglicht der Helga Cup gezielt Frauen mit starken körperlichen Beeinträchtigungen die aktive Teilnahme am Regattasport. So segeln Frauen mit und ohne Behinderung gemeinsam und auf Augenhöhe – ein Konzept, das seit 2020 fest zum Helga Cup gehört und seither stetig gewachsen ist.

Das spektakuläre, zuschauernahe Segeln mitten in der Stadt wird von einem professionellen Medien- und Broadcasting-Team begleitet. An den Wettfahrttagen am Samstag und Sonntag überträgt ein Livestream das Geschehen jeweils von 12 bis 16 Uhr unter www.helgacup.de.

Eröffnung mit prominenten Gästen

Die offizielle Eröffnung findet am Freitag, 12. Juni 2026, um 20 Uhr im Norddeutschen Regatta Verein statt. Dr. Andreas Dressel, Senator der Behörde für Finanzen und Bezirke der Freien und Hansestadt Hamburg, eröffnet den Helga Cup 2026 mit einer Rede. Es folgen Grußworte und Reden von Katharina von Kodolitsch (Präsidentin des Hamburger Sportbundes), Dr. Bettina Schomburg (Leiterin des Bezirksamts Hamburg-Nord), Sanni Beucke und Pınar Coşkuner Genç (Präsidentin des Europäischen Segelverbands EuroSAF). Durch den Abend führt Klaus Lahme (NRV); für den Verein ist zudem Sebastian Ropohl (Vorstand Offshore) vor Ort. Den Startschuss zu den Wettfahrten gibt am Freitag, 12. Juni, um 11:30 Uhr Susann Kunkel, Leiterin des Polizeikommissariats 34 (PK 34). Schirmherrin des Helga Cup ist – wie in den Vorjahren – Kristina Vogel, zweifache Bahnrad-Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin.

Seit dem vergangenen Jahr gibt der Helga Cup sein eigenes, jährlich wechselndes Plakat in Kooperation mit Pantaenius heraus, gestaltet vom Hamburger Künstler und Pantaenius-Kreativdirektor Hinnerk Bodendieck. Auch 2026 gibt es ein neues Motiv; die Plakate haben mittlerweile einen kleinen Sammlerwert. Das diesjährige Motiv wird zur Eröffnung präsentiert; einige handsignierte Exemplare werden im Rahmen von Eröffnung und Siegerehrung überreicht.

„Der Helga Cup ist mehr als nur ein Event – er ist ein Symbol für Empowerment, Gemeinschaft und Inspiration.“Kristina Vogel, Schirmherrin

„Der Helga Cup ist nach fast einem Jahrzehnt nicht mehr aus dem Sportkalender der Active City wegzudenken. Kein Regattaformat hat in den letzten Jahren so hohe Wellen geschlagen wie dieses Event. Darauf sind wir stolz! Mit dem Helga Cup als wichtigste Frauen-Regatta weltweit setzt Hamburg auch in diesem Jahr ein starkes Signal für mehr Sichtbarkeit von Frauen im Sport."Andy Grote, Senator der Behörde für Inneres und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg

Premiere: Das HELGA CUP Empowerment Race

Ein neues Highlight ist das HELGA CUP Empowerment Race 2026 am Sonntag, 14. Juni, gegen 14 Uhr. Die Idee entstand in einer Runde von Katharina von Kodolitsch, Juliane Möcklinghoff, Juliane Timmermann und Claudia Langenhan – als neues Format und Initialzündung für mehr Sichtbarkeit des Frauensports. Auf dem Wasser kommen starke Stimmen aus Politik, Sport, Medien und Gesellschaft zusammen. Unter anderem dabei sind Aydan Özoğuz (Vorsitzende des Ausschusses für Sport und Ehrenamt im Deutschen Bundestag, MdB, SPD), Katharina von Kodolitsch (Präsidentin des Hamburger Sportbundes), Mareike Miller (Paralympics-Siegerin im Rollstuhlbasketball und Mitglied des DOSB-Präsidiums), Juliane Timmermann (sportpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion Hamburg), Juliane Möcklinghoff (Fernsehjournalistin, Moderatorin und Autorin), Svenja Weber (seit 2022 Geschäftsführerin/CEO des Dialoghaus Hamburg in der Speicherstadt) und Nuray Paulsen (Büroleiterin von Aydan Özoğuz).

Das Empowerment Race ist direkt in das Finale des Helga Cups eingebunden: Zusammen mit den beiden Finalrennen wird der Sonntagnachmittag zum spannenden sportlichen Höhepunkt.

Mit Mareike Miller ist eine der prägenden Stimmen des Parasports vor Ort: Sie ist seit Dezember 2025 als erste aktive paralympische Sportlerin Mitglied des DOSB-Präsidiums sowie Gesamtaktivensprecherin des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) und am Samstag und Sonntag in Hamburg dabei.

„Dass dieses Format aus einer Runde engagierter Frauen entstanden ist, zeigt genau die Kraft, um die es uns geht: Wenn Frauen sich vernetzen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen, entsteht echte Sichtbarkeit – auf dem Wasser und weit darüber hinaus.“Katharina von Kodolitsch, Präsidentin des Hamburger Sportbundes

„This Race is Female“: Das Team steht – zehn Frauen, zwei Crews und Sanni Beucke als Coach

Unter dem Motto „THIS RACE IS FEMALE“ suchte das Stadtsportmagazin Sporting Hamburg Seglerinnen aus ganz Deutschland für eine eigene Crew zum Helga Cup 2026 – die Resonanz war größer als je zuvor.

Aus der starken Resonanz wurden zwei Crews mit zehn Frauen: Sporting Sisters und Sporting Spirit. Beide Teams werden von Olympia-Silbermedaillengewinnerin Sanni Beucke gecoacht und betreut – sie sitzt nicht selbst am Ruder, sondern gibt ihr Wissen an die Seglerinnen weiter. Am Pfingstwochenende bereiteten sich die Crews gemeinsam mit ihr auf der Außenalster vor.

„Der Helga Cup ist weit mehr als eine Regatta – er ist ein Ort, an dem Frauen sich vernetzen, voneinander lernen und gemeinsam sichtbar werden. Auf dem Wasser zählt der Wettkampf, doch verändern tun die Begegnungen an Land. Genau dafür steht ‚This Race is Female‘: kein Rennen zwischen Frauen und Männern, sondern eines für mehr Chancengleichheit – und für die Selbstverständlichkeit, Frauen am Ruder zu sehen, auf dem Wasser und weit darüber hinaus.“Sanni Beucke, Olympia-Silbermedaillengewinnerin und Botschafterin von Hamburg Active City

Sechs Teams aus einem Verein: der ASV Hamburg

Auch in Hamburg selbst zeigt sich diese Bewegung ganz konkret: Ein wunderbares Beispiel ist der Akademische Segel-Verein Hamburg e.V. (ASV Hamburg). Der Verein mit rund 500 Mitgliedern geht beim Helga Cup 2026 mit gleich sechs Teams in der J/70-Klasse an den Start – ein starkes Zeichen dafür, wie sehr die weltweit größte Frauenregatta Seglerinnen begeistert und Vereine mobilisiert. Damit ist der Club ein echtes Vorbild.

Die Eckdaten im Überblick

Termin 11.–14. Juni 2026
Veranstaltungsort Außenalster Hamburg
Ausrichtung Gemeinsam von Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. und dem Norddeutschen Regatta Verein (NRV)
Bootsklassen J/70 und RS Venture Connect (barrierefrei)
Teilnehmendeüber 70 Teams, inklusives Feld mit Frauen mit und ohne Behinderung
Schirmherrin Kristina Vogel (Olympiasiegerin und Weltmeisterin)
Status Top-Ten-Event der Stadt Hamburg (Hamburg Active City)
Motto #thinkHelga · #wirallesegeln · #alleanbord

Programmüberblick (alle Uhrzeiten vorläufig)

Do, 11. Juni: Check-in der Teams, Training, Pre-Opening im Hamburger Segel-Club (ab 18:30 Uhr)

Fr, 12. Juni: Erster Regattastart (11:30 Uhr), offizielle Eröffnung mit Abendprogramm (20 Uhr)

Sa, 13. Juni: Regatta ab 9:30 Uhr, Livestream 12–16 Uhr, Abendprogramm (19:30 Uhr)

So, 14. Juni: Regatta ab 9:30 Uhr, HELGA CUP Empowerment Race (ca. 14 Uhr), Finalläufe (ca. 14:30 Uhr), Siegerehrung (ca. 16:30 Uhr)

Über den Norddeutschen Regatta Verein

Der Norddeutsche Regatta Verein (NRV) ist mit rund 2.200 Mitgliedern einer der größten und zugleich einer der ältesten Segelclubs Deutschlands. Gegründet 1868, steht der NRV seit mehr als 150 Jahren für Regattasport, Nachwuchsförderung und leistungsorientiertes Segeln. Der Helga Cup findet bereits zum neunten Mal im NRV statt und ist aus dem Clubleben längst nicht mehr wegzudenken. Auch 2026 richtet der NRV gemeinsam mit Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. den Helga Cup als TOP 10 Event der Stadt Hamburg aus.

Über Wir sind Wir-Inclusion in Sailing e.V

Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der inklusives Segeln fördert und organisiert. Im Mittelpunkt steht die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen. Der Verein bringt den Helga Cup, die weltweit größte Frauenregatta, gemeinsam mit seinen Partnern auf die Alster und veranstaltet darüber hinaus bundesweite inklusive Regatten – darunter den Heinz Kettler Deutschland Cup und SailGP Inklusiv in Sassnitz. Er betreibt inklusive Segelkurse und engagiert sich für gleiche Teilhabe und Sichtbarkeit im Segelsport.

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