Saarwirtschaft kommt weiterhin nicht in Fahrt
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Mittwoch, Juni 24, 2026
Derzeit bewerten 25 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder sehr gut, 56 Prozent als befriedigend und 19 Prozent als schlecht.
Im Verarbeitenden Gewerbe zeigt sich weiterhin ein differenziertes Bild. Überwiegend befriedigend wird die Geschäftssituation in weiten Teilen der Industrie bewertet. Dies gilt für das Ernährungsgewerbe, die Metallerzeugung, die Stahlindustrie, den Stahlbau, den Maschinen- und Anlagenbau, die Medizintechnik, die Elektroindustrie sowie große Teile der Automobilzuliefererindustrie. In der Gummi- und Kunststoffindustrie sorgen die Entwicklungen im Nahen Osten weiterhin für Unsicherheit bei der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen. Deutlich schwieriger bleibt die Lage bei den Gießereien, die nach wie vor unter hohen Energie- und CO₂-Kosten leiden.
Im Dienstleistungssektor berichten 76 Prozent der Unternehmen von guten oder zumindest befriedigenden Geschäften. Positiv wird die Geschäftslage in der IT-Branche bewertet, die von der zunehmenden Digitalisierung der Geschäftsprozesse profitiert. Im Finanzsektor, bei den unternehmensnahen Dienstleistern, im Handel sowie die der Hotellerie und Gastronomie überwiegen dagegen befriedigende Lageeinschätzungen.
Politik ist Geschäftsrisiko Nummer eins
Für die kommenden Monate bleibt die Stimmung in der Saarwirtschaft überaus gedämpft. Lediglich vier Prozent der Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften, 17 Prozent erwarten eine Verschlechterung und 79 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Die anhaltend schwachen Geschäftserwartungen machen deutlich, dass die Unternehmen derzeit keine ausreichenden Impulse für eine nachhaltige wirtschaftliche Belebung erkennen können. „Dauerhaft tragfähiges Wachstum entsteht nicht durch staatliche Impulse auf Pump, sondern durch bessere Rahmenbedingungen für Investitionen, Innovationen und unternehmerische Initiative. Dafür braucht es jetzt entschlossene strukturelle Reformen: einen handlungsfähigen und zugleich schlanken Staat, wettbewerbsfähige Steuern und Lohnnebenkosten sowie international konkurrenzfähige Energiepreise. Die dazu notwendigen Strukturreformen dürfen nicht länger durch politische Taktik oder Wahltermine ausgebremst werden. Sie müssen jetzt angegangen werden, damit Deutschland und das Saarland ihre Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen und wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad einschwenken können“, so Thomé.
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