KI im Marketing bleibt die Ausnahme: 9,1 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen sie für Werbung und Vertrieb, zeigen Eurostat-Daten
Welche KI-Techniken deutsche Unternehmen bislang einsetzen
Laut Eurostat nutzten im Jahr 2025 rund 26 Prozent der deutschen Unternehmen ab zehn Beschäftigten mindestens eine KI-Technik. Am weitesten verbreitet war die maschinelle Auswertung geschriebener Sprache mit 13,5 Prozent. Technik, die selbst geschriebene oder gesprochene Sprache erzeugt, kam bei 9,02 Prozent der Betriebe zum Einsatz. Der Vergleichswert für die Europäische Union lag im selben Erhebungsjahr bei 19,95 Prozent.
Zwischen Konzern und Kleinbetrieb liegen mehr als 30 Prozentpunkte
Nach Größenklassen getrennt fällt der Abstand deutlich aus. Nach Angaben von Eurostat setzten 56,99 Prozent der Unternehmen ab 250 Beschäftigten mindestens eine KI-Technik ein. Bei Betrieben mit zehn bis 49 Beschäftigten waren es 23,06 Prozent.
Für Betriebe ohne eigene Redaktion liegt der Engpass selten beim Formulieren einzelner Texte. Eine Übersicht zur plattformgerechten Ausspielung eines Themas beschreibt, wie aus einem Thema vier Fassungen für verschiedene Netzwerke entstehen. Der Aufwand verlagert sich damit von der Produktion hin zur Abstimmung.
Warum viele Vorhaben über den Pilotbetrieb nicht hinauskommen
Der Größenunterschied deckt sich mit dem Bild aus der Praxis. KI im Marketing scheitert selten am Sprachmodell, sondern an einer fehlenden Zuständigkeit für Themenplanung und Freigabe. Große Unternehmen halten dafür eigene Stellen vor. In kleinen Betrieben übernimmt die Geschäftsführung diese Aufgabe nebenbei.
„Ein Sprachmodell ersetzt keine Redaktionsplanung. Wer nicht festlegt, wer über Themen entscheidet und wer freigibt, verlagert die Arbeit nur nach hinten“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Was der Abstand für den Mittelstand bedeutet
Für den Mittelstand ergibt sich im August 2026 eine nüchterne Zwischenbilanz. Die Technik ist verfügbar und bezahlbar, die Nutzung bleibt ungleich verteilt. Eurostat erhebt die Angaben jährlich über eine Befragung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen. Ob KI im Marketing auch in kleinen Betrieben zur Routine wird, entscheidet sich weniger an der Software als an der Frage, wer im Haus die Inhalte verantwortet.
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