FRi-Jahreshauptversammlung 2026

Anfang September trafen sich die Gesellschafter der Freie Reifeneinkaufs-Initiative GmbH (FRi) zur 32. Jahreshauptversammlung mit integrierter Mitgliedertagung der Goodyear Retail Systems (GRS) in Bonn. Trotz eines weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds zeigte sich, dass das genossenschaftliche Einkaufsmodell der FRi und die strategische Ausrichtung der GRS dem Reifenfachhandel auch im aktuellen Geschäftsjahr Halt geben.

FRi-Geschäftsführer Michael Weitz begrüßte gemeinsam mit dem FRi-Beirat die Gesellschafter zur Versammlung. Den Rückblick auf das Geschäftsjahr 2025 übernahm Beiratsvorsitzender Gerhard Dreikluft, Geschäftsführer der F. + H. Dreikluft Reifenhandel GmbH. Der Umsatz der Einkaufsgesellschaft blieb 2025 nahezu stabil und zeigt ein Ergebnis, das angesichts schwächelnder Konjunktur, steigender Arbeitslosigkeit und verhaltener Nachfrage im Reifen- und Felgengeschäft als solide eingestuft werden darf. Wachstum verzeichnete die FRi vor allem im Ersatzteil-Geschäft für den Autoservice.

Der Blick auf den Fahrzeugmarkt liefert dafür die Erklärung: Der Fahrzeugbestand altert weiter. Außerdem ist inzwischen jedes dritte neu zugelassene Fahrzeug elektrifiziert. Für den Fachhandel verschiebt sich das Gewicht damit spürbar in Richtung Ersatz- und Servicegeschäft. Nach Einschätzung von Dreikluft eine grundsätzlich gute Ausgangslage: Die positive Entwicklung im Kfz-Markt setze sich fort, der strukturell wachsende Pkw-Bestand sichere die Reifennachfrage auch bei konjunktureller Schwäche ab.

An den Beiratsbericht schloss FRi-Geschäftsführer Michael Weitz an – für das laufende Jahr zog er eine positive Zwischenbilanz: Neben dem stabilen Umsatz bewertete Weitz auch die Wirtschaftlichkeit der Einkaufsgesellschaft und die Zufriedenheit der Lieferanten als unverändert hoch. Positiv entwickelte sich das All-Season-Geschäft trotz rückläufigem Reifenmarkt. Hinzu kommen eine in den DACH- und Benelux-Märkten steigende Loyalität zur FRi sowie der weitere Ausbau des Autoservicegeschäfts. Zudem wurde der Rollout des neuen FRi-Portals in allen Ländern abgeschlossen. Die darüber abgewickelten Handelsumsätze legten in den ersten acht Monaten 2026 um 8 % zu, der Direktbezug bei den im FRi-Portal gelisteten Reifenherstellern wuchs je nach Segment beachtlich. Für das laufende und die kommenden Geschäftsjahre nannte Weitz fünf Schwerpunkte: die weitere Bündelung des Einkaufsvolumens für optimale Konditionen, die Sicherung der Lieferfähigkeit, den Ausbau des kooperativen Schulungsangebots, die Weiterentwicklung der FRi-Plattform sowie eine konsequente Kostenkontrolle. Für die kommende Saisonspitze ist zudem ein erweitertes Komplettradangebot in Vorbereitung, das die Partnerbetriebe entlasten soll.

„Das vergangene Geschäftsjahr war für unsere Branche kein einfaches – und auch 2026 bleibt herausfordernd. Dass wir stabil in diesem Umfeld dastehen, zeigt, dass gemeinschaftliche Einkaufsstrukturen und die Bündelung von Volumen gerade in schwierigen Phasen zum Erfolg beitragen. Auf dieser Basis gehen wir die zweite Jahreshälfte und die kommenden Aufgaben gemeinsam mit unseren Mitgliedern an. Wir sind gut aufgestellt und werden auch das nächste Geschäftsjahr gemeinsam mit Ihnen erfolgreich managen“, erklärte FRi-Geschäftsführer Weitz.

Zum Abschluss des FRi-Teils stand die Beiratswahl auf der Tagesordnung. Premio-Partner Gerhard Dreikluft aus Eppingen stellte sich zur Wiederwahl. Christian Dreeke vom Premio-Betrieb Bernd Quellhorst GmbH aus Nienburg kandidierte neu für den Beirat. Die Gesellschafter bestätigten Dreikluft mit 94,7 % der Stimmen und wählten Dreke mit 95,7 % für eine Amtszeit von 4 Jahren neu mit in den FRi-Beirat. Beide nahmen die Wahl an und dankten für das entgegengebrachte Vertrauen. Herzlich verabschiedet in den wohlverdienten Ruhestand wurde Bernd Rücker, ehemaliger Geschäftsführer von Riemer & Hartmann in Ludwigshafen, der sich 25 Jahre lang als Gesellschafter im Beirat für die Belange der Einkaufsgesellschaft engagiert hat.

Nachfolge und Nachwuchs bleiben die zentralen Themen

Im Anschluss eröffnete GRS-Geschäftsführer Goran Zubanovic den GRS-Tagungsteil mit der strategischen Ausrichtung und der Leitfrage, wo die Schwerpunkte in der Zusammenarbeit künftig liegen werden. Zwei Richtungen prägten seinen Vortrag. Zum einen möchte die GRS die Systemkompetenz weiter ausbauen: Digitalisierung, IT-Lösungen und Künstliche Intelligenz sollen den Betrieben Arbeit abnehmen, während es bei der technischen Entwicklung im Automotive-Bereich darum geht, Schritt zu halten. Ergänzend wird das Augenmerk auf die richtigen Marketing-Maßnahmen, die Sicherung bestehender Standorte und den demografischen Wandel gelegt, der Rekrutierung und Personalentwicklung immer stärker bestimmt. Zum anderen steht die Leistungsfähigkeit der Partnerbetriebe im Fokus: Führung und Organisation, Schulung und Ausbildung, das Servicegeschäft von Pkw bis Lkw und die Nachfolge sind die Felder, in denen die GRS ihre Partner künftig noch stärker begleiten will.

„Der Markt fordert unsere Partnerbetriebe weiterhin Tag für Tag. Umso mehr zählt, wie wir mit einem starken System dahinter die Menschen vor Ort unterstützen können. Dies gelingt mithilfe der Sichtbarkeit unserer Marken, klarer Prozesse und des Rückhalts im Tagesgeschäft. Unser Anspruch ist, technologisch auf dem Stand der Zeit zu bleiben und die Leistungsfähigkeit unserer Partnerbetriebe weiter zu verbessern – von der Digitalisierung bis zur Nachwuchssicherung“, so Zubanovic.

Die Standort- und Netzwerkentwicklung für die Marke Premio Reifen + Autoservice stellte anschließend Michael Bausch, Leiter Premio, vor. Bis Ende 2026 soll das Premio-Netzwerk auf 258 Standorte anwachsen. Für die Folgejahre kündigte GRS an, allein 2027 bei knapp 50 weiteren Standorten Nachfolgelösungen zu begleiten. Nachfolgeplanung ist und bleibt für viele Partnerbetriebe und für den Systemgeber das zentrale Thema.

Beim Thema Fachkräftegewinnung setzt der Premio-Channel auf die Recruiting-Kampagne „Dein Job. High Five“, mit der rund 2,4 Millionen Kontakte erzielt und rund 50 % mehr Einstellungen erreicht werden konnten – eine deutliche Steigerung gegenüber der bereits erfolgreichen Vorjahreskampagne – und die im kommenden Herbst in die nächste Runde geht. Ergänzt wird das Engagement durch das GRS-Management-Förderprogramm für Nachwuchsführungskräfte sowie die GRS-Azubi-Camps, ein speziell zugeschnittenes, zweijähriges Weiterbildungsprogramm für Auszubildende aus kaufmännischen und gewerblichen Ausbildungsgängen aus der Reifen- und Kfz-Branche.

Für die HMI-Gruppe berichtete Arthur Umarow, Manager Netzwerkentwicklung HMI, über die Entwicklung der angeschlossenen Partnerbetriebe und die Schwerpunkte der Zusammenarbeit im laufenden Jahr. Grund zur Freude gab es dabei aus den eigenen Reihen: Beim BRV-Ausbildungs-Award 2026 belegte Elias Radermacher von HMI-Partner Reifen Radermacher GmbH den dritten Platz.

Abschließend präsentierte 4Fleet Group-Leiter Jochen Clahsen ein wachsendes Autoservice-Geschäft bei Leasinggesellschaften mit einer steigenden Zahl teilnehmender Händler im Netzwerk – eine Entwicklung, die er als sehr positiv beschrieb. Gleichzeitig verschärfe sich aber die Konzentration im Flottenmarkt: Durch Übernahmen und Fusionen wachsen die großen Anbieter weiter zusammen. Sich hier mit der 4Fleet Group als Flottendienstleister im Reifen- und Autoservice zu behaupten, werde zunehmend schwieriger.

Gut informiert und vorbereitet gehen die Partnerinnen und Partner der Goodyear Retail Systems damit in die für sie entscheidende Herbst- und Wintersaison.

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