„Alkohol beeinträchtigt beim Autofahren gleich mehrere entscheidende Fähigkeiten: Die Reaktionszeit verlängert sich, Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsleistung nehmen ab und Entfernungen und Geschwindigkeiten werden häufiger falsch eingeschätzt. Gleichzeitig steigt die Risikobereitschaft, etwa für riskante Überholmanöver oder Rasen. Hinzu kommt, dass die eigene Fahrtüchtigkeit unter Alkoholeinfluss häufig überschätzt wird. Das kann bereits bei niedrigen Promillewerten zu gefährlichen Situationen führen“, sagt Isabella Finsterwalder, Pressesprecherin des Automobilclub KS e.V.
Wie wichtig eine Sensibilisierung für das Thema Alkohol am Steuer selbst bei leicht rückläufigem Alkoholkonsum bleibt, zeigen auch die aktuellen Zahlen zur Wiesn-Halbzeit 2026 in der Bayerischen Staatszeitung: Nach Angaben der Polizei und der Wiesn-Sanitätsstation der Aicher Ambulanz sind die Einsatzzahlen nach rund einer Woche Oktoberfest gestiegen. Rund 35 Prozent und damit die größte Patientengruppe sei wie in jedem Jahr wegen „alkoholbedingter Probleme“ versorgt worden.
Aktionstag des Automobilclub KS e.V.: Promille erleben – ohne Rausch
Um für die Folgen von Alkohol im Straßenverkehr zu sensibilisieren, führt der Automobilclub KS e.V., dessen Unternehmenssitz in der Uhlandstraße direkt an der Münchner Theresienwiese liegt, jedes Jahr zur Wiesn einen Aktionstag durch. Auch in diesem Jahr konnten sich Besucherinnen und Besucher des Oktoberfests aus unterschiedlichsten Ländern freiwillig einem kostenlosen Alkoholtest unterziehen. Während einige der vor allem jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer nüchtern geblieben waren, hatten andere, überwiegend männliche Testpersonen niedrige bis hohe Promillewerte. Der höchste gemessene Wert betrug dabei 1,96 Promille.
Zur medizinischen Einordnung nach Angaben des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit: Ab 0,2 Promille setzt eine Enthemmung ein, ab 0,5 Promille nehmen Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit erheblich ab, das Aggressionspotenzial steigt zugleich. Ab 1,5 Promille spricht man von einem starken Rausch, der unter anderem schwere Koordinationsstörungen und eine lallende Aussprache mit sich bringt. Ab 2,5 Promille schließlich drohen Lähmungserscheinungen, bei höheren Mengen Kreislaufversagen und Lebensgefahr. „Rein rechtlich sind bestimmte Promille-Werte im Straßenverkehr zulässig, sofern es sich nicht um Fahranfänger in der Probezeit und Unter-21-Jährige handelt. Der Automobilclub KS e.V. vertritt hier jedoch eine eindeutige Null-Toleranz-Politik, denn schon geringe Mengen Alkohol können schwerwiegende Konsequenzen für alle im Straßenverkehr Beteiligten nach sich ziehen“, so Finsterwalder.
Der Automobilclub KS e.V. hatte auch einen Hindernisparcours aufgebaut, auf dem sich der Alkoholeinfluss mit Hilfe von Rauschbrillen simulieren ließ. Mit 1,3 Promille auf den Augen machte es der berühmte Tunnelblick den Teilnehmenden schwer, souverän den Parcours zu bewältigen. Besonders beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer, wie stark der Einfluss auf Wahrnehmung und eigenes Leistungsvermögen beim Konsum von Alkohol ist. Was sich dabei subjektiv noch sicher anfühlen mag, kann im Straßenverkehr jedoch bereits eine erhebliche Einschränkung darstellen – ob man zu spät abbremst, ein einscherendes Fahrzeug nicht bemerkt oder vergisst, den Blinker zu setzen.
Don’t drink and drive – auch nicht mit Rad oder E-Scooter
Doch nicht nur Autofahrerinnen und Autofahrer sollten bei Alkoholkonsum aufs Auto verzichten. Auch für Radfahrer und E-Scooter-Fahrer gilt: Don’t drink and drive. „Was viele nicht wissen: Fahrerinnen und Fahrer von Elektrorollern unterliegen genauso wie Auto- und Radfahrende den gültigen Rechtsvorschriften. Für Fahranfänger in der Probezeit sowie E-Scooter-Nutzer unter 21 Jahren gilt striktes Alkoholverbot. Für alle anderen drohen bereits ab 0,5 Promille ein Bußgeld, Punkte und ein Fahrverbot; ab 1,1 Promille liegt grundsätzlich eine Straftat vor. Bei alkoholbedingten Ausfallerscheinungen kann eine Straftat jedoch bereits ab 0,3 Promille vorliegen. Hinzu kommen mögliche fahrerlaubnisrechtliche Konsequenzen, sprich ein Führerscheinentzug“, erläutert die Pressesprecherin des Automobilclub KS e.V.
So kommen Wiesn-Besucher sicher nach Hause
Wer also plant, auf dem Oktoberfest (oder anderswo) Alkohol zu konsumieren, sollte von vornherein eine sichere Alternative einplanen. Entsprechend der Maxime „Wer trinkt, fährt nicht“ kann man gerade in einer Gruppe vorab einen Fahrer festlegen, der nüchtern bleibt. Alternativ kann man per Taxi oder Fahrdienst zur Wiesn und zurück gelangen. Am üblichsten dürfte jedoch der öffentliche Nahverkehr sein: Bus, Tram, U- und S-Bahn sowie Regionalzüge mit Halt am Münchner Hauptbahnhof bieten zahlreiche Möglichkeiten, das Auto stehen zu lassen.
Der Automobilclub KS e.V. ist mit rund 660.000 Mitgliedern der zweitgrößte Automobilclub in Deutschland. Er ist seit Jahrzehnten Mitglied der Deutschen Verkehrswacht (DVW) und zählt zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Auf europäischer Ebene ist der KS zudem Gründungsmitglied des EAC (European Automobile Clubs). Das Ziel ist eine europaweit sichere und nachhaltige Verkehrspolitik. Darüber hinaus engagiert sich der KS seit mehr als 40 Jahren für mehr Umweltschutz und Energiesparen im gesamten Bereich des automobilen Verkehrs. Um den Stellenwert der Automobilbranche für Energiesparen sowie Klima- und Umweltschutz zu unterstreichen, beschloss der KS, ab 1981 jährlich den KS Energie- und Umweltpreis zu vergeben.
Mit seinen Töchtern AUXILIA Rechtsschutz-Versicherungs-AG und KS Versicherungs-AG bietet er eine umfassende Palette an Club- und Versicherungsleistungen – von der Wildschadenbeihilfe über den KS-Notfall-Service bis hin zu preiswerten Rechtsschutz- und Schutzbriefversicherungen –, die aufgrund von Leistung und Preis in den vergangenen Jahren viele Rankings gewonnen haben. In der Münchner Zentrale und in acht Bezirksgeschäftsstellen sind rund 250 Mitarbeiter beschäftigt. Der Jahresumsatz der KS-Gruppe liegt bei rund 200 Millionen Euro.
Mehr Infos: www.ks-auxilia.de/automobilclub
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