IWiG – Patientenreise statt Irrweg
Für die Organisation beginnt diese Behandlung mit der Aufnahme, führt über Diagnostik, Therapie und Pflege und endet mit der Entlassung. Dazwischen liegen zahlreiche Funktionsbereiche, Berufsgruppen und Zuständigkeiten.
Genau hier entsteht ein grundlegendes Problem: Was organisatorisch getrennt ist, wird häufig auch prozessual getrennt betrachtet.
Chirurgie, Radiologie, Labor, Pflege oder Anästhesie erfüllen jeweils ihre Aufgaben. Doch für den Patienten ergeben diese einzelnen Leistungen erst dann einen funktionierenden Behandlungsprozess, wenn sie sinnvoll ineinandergreifen.
Wenn die Patientenreise zum Irrweg wird
Fehlt der Blick auf den Gesamtprozess, entstehen operative Inseln. Informationen müssen nachgefragt, Befunde gesucht, Termine telefonisch abgestimmt oder nächste Schritte geklärt werden.
Das sind nicht einfach einzelne kleine Störungen. Sie zeigen, dass der Prozess an seinen Schnittstellen nicht ausreichend funktioniert.
Für Mitarbeitende bedeutet das zusätzlichen Koordinationsaufwand. Für Patienten können daraus Wartezeiten, unklare Abläufe oder unnötige Wege entstehen.
Was für die Organisation eine Schnittstelle ist, erlebt der Patient als Teil einer einzigen Behandlung.
Deshalb reicht es nicht, einzelne Bereiche immer weiter zu optimieren. Ein perfekt organisierter Teilprozess macht noch keinen guten Gesamtprozess.
Die Patientenreise muss zum Ausgangspunkt werden
Prozessdenken beginnt deshalb nicht bei der Frage:
„Wie kann meine Abteilung besser arbeiten?“
Sondern bei der Frage:
„Wie muss der gesamte Behandlungsprozess gestaltet sein, damit die Patientenversorgung gut funktioniert?“
Von der Aufnahme bis zur Entlassung muss sichtbar sein, welche Schritte aufeinander folgen, wer wofür verantwortlich ist, welche Informationen benötigt werden und wo Übergaben stattfinden.
Das bedeutet nicht, dass jede Patientenreise identisch ablaufen muss. Medizinische Entscheidungen und individuelle Verläufe erfordern selbstverständlich Abweichungen.
Aber auch Abweichungen werden beherrschbarer, wenn der zugrunde liegende Prozess transparent ist.
Vom Funktionsdenken zum Prozessdenken
Die entscheidende Veränderung besteht deshalb nicht darin, dass jede Abteilung schneller arbeitet.
Entscheidend ist, dass die Bereiche besser zusammenspielen.
Denn dort, wo Prozesse nicht durchgängig gedacht werden, entstehen genau die Zeitfresser, die den Klinikalltag belasten: suchen, nachfragen, telefonieren, warten, laufen, doppelt dokumentieren oder Arbeit korrigieren.
Workflow-Management setzt deshalb nicht bei einzelnen Abteilungen an. Es betrachtet den Weg des Patienten als zusammenhängenden Prozess und macht sichtbar, wo dieser Weg unnötig unterbrochen, verlängert oder kompliziert wird.
Denn aus Sicht des Patienten gibt es keine „operative Insel“.
Es gibt eine Behandlung.
Und genau diese Patientenreise sollte im Zentrum der Prozessgestaltung stehen.
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"Wir ermutigen Einrichtungen im Gesundheitswesen, ein systematisches Workflow-Management zur Routine zu machen, um Zeit zu sparen und Verschwendung zu vermeiden, indem wir eine engagierte Kommunikation führen und die Akteure motivieren, ihre Kompetenzen erfolgreich weiterzubilden."
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