Klinikschließungen verschärfen die Versorgungslage in Bayern

Seit Jahren weisen Krankenhausträger, Verbände und Fachleute auf den wachsenden ökonomischen Druck in der stationären Gesundheitsversorgung hin. Die Entwicklung ist längst keine abstrakte Zukunftsdebatte mehr: Allein im Jahr 2025 wurden in Bayern sechs Krankenhäuser mit insgesamt 293 Betten geschlossen. Betroffen waren Einrichtungen aller Trägerschaften – kommunale, freigemeinnützige und private Häuser gleichermaßen. Der Verband der Privatkrankenanstalten in Bayern (VPKA) sieht darin ein ernstzunehmendes Signal und warnt vor einem ungesteuerten Abbau von Versorgungsstrukturen noch vor Inkrafttreten der geplanten Krankenhausreform.

„Die Krankenhausreform der Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Kliniklandschaft geordnet weiterzuentwickeln und unter Einbindung der zuständigen Krankenhausplanungsbehörden effizienter aufzustellen“, erklärt Michael Strobach, Geschäftsführer des VPKA. „Was wir derzeit erleben, ist aber eine kalte Marktbereinigung, ein unkontrollierter Strukturabbau noch vor der Reform. Krankenhäuser verschwinden aus rein wirtschaftlichen Gründen vom Markt, ohne dass berücksichtigt wird, welche Bedeutung sie für die regionale Versorgung haben.“

Diese Entwicklung ist aus Sicht des VPKA hochproblematisch. „Wenn Kliniken ungeplant und unabhängig vom tatsächlichen Versorgungsbedarf schließen, gehen wichtige Leistungen verloren“, warnt Strobach. „Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: längere Wege, steigende Wartezeiten und eine zusätzliche Belastung bereits angespannter Versorgungsstrukturen, insbesondere in ländlichen Regionen.“

Eine Entlastung ist derzeit nicht absehbar. Das DKG-Krankenhaus-Barometer 2025 zeigt, dass sich die finanzielle Situation vieler Krankenhäuser weiter verschlechtert. Der Erhebung zufolge erreichte nur etwa ein Drittel im vergangenen Jahr ein ausgeglichenes oder positives Ergebnis. Auch für 2026 erwarten die meisten Kliniken keine Entspannung. Im Gegenteil: sieben von zehn Häusern rechnen mit roten Zahlen. Damit droht sich der Trend zu weiteren Insolvenzen und Schließungen fortzusetzen.

Der VPKA sieht daher dringenden Handlungsbedarf. „Wir brauchen umgehend eine verlässliche und auskömmliche Betriebskosten- sowie Investitionskostenfinanzierung, eine klare Planungsperspektive sowie realistische Leistungs- und Strukturvorgaben“, appelliert Strobach. „Krankenhausplanung muss sich konsequent am regionalen Versorgungsbedarf orientieren und für alle Träger gleichermaßen gelten. Nur so lässt sich vermeiden, dass wirtschaftliche Zwänge weiterhin ungeordnet über den Bestand von Versorgungseinrichtungen entscheiden, mit allen negativen Folgen für Patientinnen und Patienten.“

Über den Verband der Privatkrankenanstalten in Bayern e.V.

Der Verband der Privatkrankenanstalten in Bayern e. V. (VPKA) setzt sich als dynamischer und praxisnaher Verband seit mehr als 75 Jahren bayernweit für die inhaltlichen Belange der privaten Akut- und Rehakliniken ein. Er vertritt als größter Landesverband rund 170 Einrichtungen mit knapp 25.000 Betten. Sein Ziel ist eine qualitativ hochwertige, innovative und wirtschaftliche Patientenversorgung in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken. Neben der Beratung seiner Mitglieder vertritt er die Belange der Privatkrankenanstalten in gesellschaftlichen, sozialpolitischen und tariflichen Angelegenheiten.

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