Hier gibt es den Raum für das Echte
Der Tourismus in der Region ist durch „externe Rahmenbedingungen und eigene strukturelle Probleme gefährdet“, stellt Obier fest. Nötig sind „grundsätzliche Veränderungen, um den Tourismus zukunftsfähig aufzustellen, die Einnahmebasis aus dem Tourismus zu sichern und damit die Standort- und Lebensqualität zu erhalten“. Natürlich gibt es Stärken, neben der bereits beschriebenen Erholungsqualität und den Menschen sind das unter anderem die zentrale Lage in Deutschland, ein vielfältiges Freizeit- und Outdoorangebot, die regionstypische Kultur und eine stark ausgeprägte Nachhaltigkeit. Aber es gibt auch Schwächen, die Region müsste außerhalb Hessens bekannter sein, Fach- und Arbeitskräftemangel machen sich bemerkbar, dünnen das touristische Angebot aus und auch Kooperationen und Vermarktung der Angebote müssen optimiert werden, zählt Obier auf.
Damit der Tourismus dauerhaft ein Wirtschaftsfaktor bleibt, „müssen wir gegensteuern“, gibt der Unternehmensberater die Richtung vor. „Der Tourismus muss eine stabile Quelle bleiben.“ Aber: Das ist „kein Selbstläufer“ hier in der Region. Obier sieht nur einen Ausweg: „Man muss sich einmal entscheiden, in den Tourismus zu investieren.“ Wie damals, als der Vulkanradweg angelegt wurde und „das hatte zur Folge, dass auch viele Private investiert haben“. Der Referent macht Mut: „Sie haben die Erfahrung ja schon gemacht, die sofort für einen touristischen Fortschritt gesorgt hat.“ Eigentlich müssten solche Schlüssel-Investitionen alle drei, vier, fünf Jahre vorgenommen werden.
„Wir haben nachgelassen, wir müssen wieder Vollgas geben“, kommentiert Landrat Dr. Jens Mischak, er ist Vorsitzender der VVT-Gesellschafterversammlung, die Entwicklung. Was die Finanzierung angeht, spricht sich Mischak dafür aus, alternative Wege zu suchen. So sieht das auch seine Stellvertreterin, die Gießener Landrätin Anita Schneider: „Jede Investition in die Infrastruktur ist und kann eine Investition in den Tourismus sein. Wer in Straßen und Radwege oder in den ÖPNV investiert, profitiert auch von einer positiven Wirkung auf den Tourismus. Dafür steht ein Portfolio von Fördermitteln bereit, das vom Sondervermögen des Bundes bis hin zum Europäischen Förderprogramm Leader reicht.“
Landrätin Schneider ruft in diesem Zusammenhang auch zu mehr interkommunaler Zusammenarbeit auf. Touristische Arbeitsgemeinschaften (TAG) könnten mehrere Städte und Gemeinden mit einer gemeinsamen Leitlinie verbinden. Dadurch erhielten sie mehr Schlagkraft und die beteiligten Kommunen könnten sich die Kosten teilen. „Solche TAGs müssten wir eigentlich flächendeckend einrichten, gerade auch die starken Orte müssen da mitmachen, wir brauchen diese Zusammenarbeit“, unterstreicht auch Landrat Mischak. „Wir müssen das, was wir haben, stärker machen“, sagt Mischak und denkt da in erster Linie an die Rad- und Wanderwege. Gestärkt werden muss zudem das gastronomische Angebot.
Ebenfalls von großer Bedeutung ist ein einheitlicher Auftritt der Destination Vogelsberg und so wird im Rahmen der Gesellschafterversammlung auch die „neue Marke Vogelsberg“ – also das neue Corporate Design – vorgestellt. Die zentrale Aussage: Die Welt um uns herum ist laut, im Vogelsberg hingegen gibt es den „Raum fürs Echte“.
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