„Lois Weinberger – ein Pionier der Ökologie in der Kunst“ – Vortrag von Prof. Dr. Robert Fleck
Lois Weinberger (* 1947 in Stams, Tirol. † 2020 in Wien) gilt nicht zuletzt durch seine beiden Beiträge zur documenta (documenta X, 1997; documenta 14, 2017) als eine Ikone der ökologischen Thematik in der Gegenwartskunst. Weinberger „arbeitete an einem poetisch-politischen Netzwerk, welches den Blick auf Randzonen lenkt und Hierarchien unterschiedlicher Art in Frage stellt. Er verstand sich als Feldarbeiter und begann in den 1970er Jahren mit ethnopoetischen Arbeiten, welche die Basis bildeten für die seit Jahrzehnten entwickelte künstlerische Auseinandersetzung mit dem Natur- und Zivilisationsraum.“[1]
Der Vortrag von Robert Fleck am So, 22. 3., um 16 Uhr, nimmt die Ausstellung im Marta Herford zum Ausgangspunkt, um Weinbergers künstlerische Position im Kontext der Konzeptkunst der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre zu beleuchten. Dabei wird insbesondere seine Nähe zu wegweisenden Ausstellungen wie When Attitudes Become Form in der Kunsthalle Bern (1969) und der documenta 5 (Kassel, 1972), beide kuratiert von Harald Szeemann, deutlich. Die dort formulierten Ansätze – etwa „Individuelle Mythologien“ und ein erweitertes Kunstverständnis – prägen Weinbergers Werk nachhaltig. Durch seine enge Verbindung zur Galerie Krinzinger und zu Peter Weiermair (Kunsthistoriker, Herausgeber und Direktor, u.a. vom Kunstverein Frankfurt und Salzburger Rubertinum) konnte er diese Entwicklungen aus unmittelbarer Nähe erleben und weiterdenken. Das gestattete es ihm, bestimmte Fallen ökologischer Kunst späterer und gegenwärtiger Generationen zu vermeiden und eine eigenständige, radikale und bis heute hochaktuelle Position zu entwickeln.
Robert Fleck (*1957 in Wien, lebt seit 1980 in Frankreich) ist freier Kunstkritiker, Ausstellungsmacher und Publizist. Er studierte an den Universitäten Wien, Innsbruck und Paris (bei Gilles Deleuze und Michel Foucault). Von 2004 bis 2008 war er Direktor der Deichtorhallen Hamburg und von 2009 bis 2012 Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn; von 2012 bis 2015 folgte die Professur für Kunst und Öffentlichkeit an der Kunstakademie Düsseldorf, deren Prorektor er von 2013 bis 2023 war. Fleck ist Autor von 40 Büchern zur Kunst, Politik und Geschichte. Zu seinen letzten Veröffentlichungen zählen: Kunst und Ökologie, Wien 2023; Mack – en face, München/Chicago 2025. Mehr Information: https://robert-fleck.com/
Die Ausstellung Kartographien des Wachstums – Katinka Bock im Dialog mit Lois Weinberger, die seit dem 7. 2. 2026 im Marta Herford zu sehen ist, bringt Werke von Lois Weinberger mit Arbeiten der zeitgenössischen Bildhauerin Katinka Bock zusammen. Beide künstlerischen Positionen verbindet ein sensibles Interesse an natürlichen und physikalischen Prozessen wie Wachstum, Bewegung und Veränderung.
Noch bis zum 7. 6. 2026 wird das Museum zum Schauplatz dynamischer Prozesse: Materialien reagieren, natürliche Kräfte hinterlassen Spuren – im Innenraum ebenso wie im Außenbereich. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Vorträgen, Filmvorführungen, Künstlergesprächen und Workshops.
Ort
Marta-Forum
Ticket
5 Euro, erm. 3 Euro oder im Ausstellungseintritt enthalten
Presseinformation zur Ausstellung
marta-herford.de/presse
Weitere Informationen
www.marta-herford.de/kalender
[1] Zitat Studio Lois Weinberger, https://www.loisweinberger.net/biografie/biografie/ (18. 3. 2026)
Marta Herford gGmbH
Goebenstraße 2-10
32052 Herford
Telefon: +49 (5221) 994430-0
Telefax: +49 (5221) 994430-18
http://www.martaherford.de
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