Mensch und Maschine im Fokus: KI und Robotik in der Medizin
Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik wirken sich zunehmend auf unser Leben aus. Sie automatisieren unseren Alltag, verändern und beschleunigen Arbeitsabläufe und eröffnen neue Möglichkeiten in Forschung, Produktion und Medizin. Doch wie kann und muss das Zusammenspiel von Menschen und Maschine in der Gesundheitswirtschaft funktionieren und welche Potentiale bietet es? Diese Frage stand im Mittelpunkt des diesjährigen TREFFpunkt Gesundheitsindustrie „Mensch. Maschine. Miteinander? KI & Robotik in der Medizin“ im Hospitalhof in Stuttgart. In Vorträgen, Panels und interaktiven Diskussionsformaten diskutierten die Teilnehmenden aktuelle Entwicklungen in Automatisierung, KI und Robotik sowie deren Bedeutung für die Zukunft des Gesundheitsstandorts Baden-Württemberg.
Gesundheitsindustrie als Innovationstreiber
Zum Auftakt der Veranstaltung betonte Ministerialdirektor Michael Kleiner vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg in seinem Grußwort die große Bedeutung der Branche für Innovation, Beschäftigung und Wertschöpfung im Land. „Wir alle wissen: die Gesundheitswirtschaft gehört neben der Automobilindustrie und dem Maschinenbau zu den großen und vor allem zukunftsträchtigen Leitindustrien unseres Landes. Das ist kein Zufall. Es gibt zahlreiche Gründe dafür, dass es gerade hier im Südwesten eine so starke Gesundheitsindustrie gibt: Baden-Württemberg ist nicht nur Industrieland, sondern auch geprägt von einem leistungsfähigen Mittelstand sowie von exzellenter Forschung und Innovation – beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Standort. Das zeigt sich auch im Blick auf die diesjährigen Schwerpunktthemen wie Automatisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz. Sie sind für die Wettbewerbsfähigkeit nahezu aller Branchen von zentraler Bedeutung. Gerade im Gesundheitsbereich sind sie entscheidende Treiber für Innovation, Effizienz und Versorgungssicherheit – und damit auch für die Wertschöpfung der vielen erfolgreichen Unternehmen im Land.“
Johannes Sarx, Geschäftsführer der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH, hob in seinem Grußwort das Potenzial moderner Technologien und ihrer Rolle für die Medizin von morgen hervor und verwies auf mögliche Hürden. „Durch den Zugang zu strukturierten und qualitativ hochwertigen Gesundheitsdaten wächst die physische und digitale Medizin immer stärker zusammen. Innovationen aus Baden-Württemberg spielen eine Schlüsselrolle: Sie machen die Versorgung patientenorientierter, ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Krankheiten und eröffnen Wege zu individualisierten Therapien“, so Sarx. „Robotik, Automatisierung und KI haben längst Einzug in Medizin und Produktion gehalten. Sie sind Werkzeuge, die uns befähigen, Medizin neu zu denken. Mit diesem Wandel gehen ethische und strukturelle Fragen einher, die wir nur gemeinsam verantwortungsvoll beantworten können.“
Ein Fachvortrag von Dr. Richard Scholz von der WifOR GmbH beleuchtete anschließend die wirtschaftliche Bedeutung der Gesundheitsindustrie in Baden-Württemberg. Denn die Branche zählt zu den wichtigsten Zukunftsfeldern im Land und verbindet starke Akteurinnen und Akteure aus Medizintechnik, Pharma, Biotechnologie und digitaler Gesundheit.
KI und Automatisierung verändern Medizin und Produktion
In einem Tandem-Vortrag zeigten Prof. Dr. Urs Schneider vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und Prof. Dr. Sascha Gravius von der Universitätsmedizin Mannheim, wie Automatisierung, Robotik und KI Forschung, Entwicklung und klinische Versorgung bereits heute verändern. In der anschließenden Paneldiskussion diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Start-ups und Industrie – darunter Vertreterinnen und Vertreter von dxOmics, KyooBe Tech, Neura Robotics, der Hochschule Reutlingen und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) – über konkrete Anwendungen und zukünftige Potenziale dieser Technologien für die Gesundheitswirtschaft. Und im Science Slam mit dem Titel „Daten retten Leben“ zeigte Dr. Sandra Bobersky vom Zentrum für Künstliche Intelligenz, Medizininformatik und Datenwissenschaften der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum auf unterhaltsame Weise, welche Rolle Datenanalyse für zukünftige medizinische Innovationen spielen kann.
Innovationen aus Baden-Württemberg
Am Nachmittag präsentierten Forschende sowie Innovatorinnen und Innovatoren im Pitch-Format neue Entwicklungen aus dem Südwesten. Vorgestellt wurden unter anderem Mikro- und Nanoroboter für die Tumortherapie, automatisierte Herstellungsverfahren für Nanopartikel für die medizinische Diagnostik sowie KIgestützte Systeme zur Früherkennung von Schwangerschaftskomplikationen. Weitere Impulse zu Zukunftstechnologien lieferten Fachpersonen von Cyber Valley und dem IPAI, die über das Innovationspotenzial von Robotik und KI in Baden- Württemberg sprachen.
Wie viel Automatisierung ist gesund?
Neben technologischen Innovationen rückte auch die gesellschaftliche Dimension der Automatisierung in den Fokus. An interaktiven Thementischen diskutierten die Teilnehmenden Fragen nach Vertrauen, Kontrolle und Akzeptanz von KI in der Medizin sowie nach der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.
Zum Abschluss der Veranstaltung widmete sich eine Diskussionsrunde der zentralen Frage: „Wie viel Automatisierung ist gesund?“. Expertinnen und Experten aus Industrie und Forschung – darunter Sabrina Hellstern (Hellstern medical), Dr. Thilo Streichert (Festo), Dr. Matthias Peissner (Fraunhofer IAO) und Prof. Dr. Joschka Boedecker (Universität Freiburg) – beleuchteten Chancen und Herausforderungen der Mensch-Maschine-Interaktion und der Automatisierung im Gesundheitswesen.
Innovativ, nachhaltig, resilient
Eines wurde beim TREFFpunkt Gesundheitsindustrie ganz deutlich: Automatisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz sind weit mehr als Effizienztreiber. Sie eröffnen neue Möglichkeiten für Innovation, Nachhaltigkeit und eine resilientere Versorgung. Die Zukunft der Gesundheitswirtschaft liegt dabei in der intelligenten Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Baden-Württemberg ist für diese Entwicklung bestens gerüstet – mit starken Netzwerken, hoher technologischer Kompetenz und einem klaren Blick für gesellschaftliche Verantwortung.
Weitere Informationen zum TREFFpunkt Gesundheitsindustrie gibt es unter:
www.treffpunkt-gesundheitsindustrie.de/
Die BIOPRO Baden-Württemberg GmbH stärkt als Landesgesellschaft die Innovationskraft und Attraktivität des Gesundheitsstandorts Baden-Württemberg. Sie setzt sich dafür ein, dass exzellente Wissenschaft bahnbrechende Erkenntnisse hervorbringt, eine wettbewerbsfähige Wirtschaft Wertschöpfung durch Innovation erzielt und eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung den Menschen zugutekommt. BIOPRO gestaltet den Gesundheitsstandort Baden-Württemberg an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft und Versorgung. Mit Kommunikation, Vernetzung und Wissensaufbau schafft sie Sichtbarkeit und Orientierung, bringt Akteurinnen und Akteure aus der gesamten Gesundheitsbranche zusammen und fördert Kooperation sowie Transfer. So entstehen Strukturen, in denen Wissen zu Innovation wird und in der Praxis Wirkung entfaltet. Sektorenübergreifend, systemisch und zukunftsorientiert – für einen modernen und resilienten Gesundheitsstandort mit internationaler Strahlkraft. Weitere Informationen: www.bio-pro.de
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