Renault-Designchef über den Erfolg von Retro-Autos

Retro-Autos wie aktuell die elektrischen Neuauflagen von R4 und R5 dürfen zwar mit den Proportionen und Formen der 1970er und 80er spielen, müssen aber zugleich mit einem modernen Design in die Zukunft weisen. „Retro darf nicht nostalgisch sein, Copy and Paste aus der Vergangenheit wäre falsch“, sagt Renaults Designchef Laurens van den Acker im Gespräch mit auto motor und sport. „Gutes Retro-Design schlägt eine Brücke in die Vergangenheit und in die Zukunft. Beides ist wichtig.“

Besonders stolz ist van den Acker auf den Retro-R5. „Wir haben ironischerweise großen Erfolg mit dem Retro-Auto Renault 5. Ironisch, weil das eine völlig neue Technologie mit altem Design ist. Das war eine Zeit, da gab es noch keine Crashtests nach Euro NCAP, das heißt, die Proportionen der 70er- und 80er-Jahre sind wieder darstellbar – dank der neuen Technologie.“ Ein Retro-Auto müsse immer auch zugleich futuristisch sein, das sei beim R5 gelungen. „Wir haben das getestet. Wenn die Leute das Auto anschauen, dann sehen sie den Geist des Originals und sagen trotzdem: Das Auto ist futuristisch. Das zeigt, dass wir es geschafft haben.“

Eine große Herausforderung sei die Retro-Auflage des R4 gewesen, die nicht so nah am Original ist wie der R5. „Der Renault 4 war schwieriger, weil das Original kein schönes Auto war. Der alte Renault 4 wurde nicht wegen seines Designs zur Ikone, sondern weil er ein Alleskönner war – und Teil der Familie. Er war ein pragmatischer Allrounder“, schildert van den Acker. „Ich fand, wir mussten den Renault 4 attraktiver machen und anders positionieren, oberhalb des Renault 5. Deswegen haben wir versucht, ein „Urban EV“ zu machen, so wie ein Mini Countryman etwa. Das Auto ist praktischer, hat mehr Platz, mehr Raum, mehr Funktionalität. Darum hat der R4 eine Seele wie das Original.“

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