Ein NAS allein ist kein Backup: Warum ein weit verbreiteter Irrtum Unternehmen gefährdet

 

Redundanz und Datensicherung sind zwei verschiedene Dinge

Ein NAS mit RAID steht in immer mehr Unternehmen. Die Geräte sind erschwinglich, schnell eingerichtet und liefern genau das, was viele IT-Verantwortliche in KMU suchen: zentralen Speicher mit Ausfallschutz. Wer mehrere Festplatten im Verbund betreibt, verliert nicht sofort alles, wenn eine davon ausfällt. Das stimmt. Nur ist das kein Backup.

Ein RAID erhöht die Verfügbarkeit eines Systems. Es schützt vor dem Ausfall einzelner Laufwerke, solange die RAID-Konfiguration das hergibt. Ein RAID 1 spiegelt Daten auf mindestens zwei Laufwerke, ein RAID 5 verteilt Paritätsinformationen über mindestens drei Laufwerke und toleriert den Ausfall eines einzelnen Laufwerks. Fällt eine Platte aus, läuft das System weiter. Das ist der Zweck dieser Architektur, und in dieser Funktion erfüllt sie ihn zuverlässig.

Was ein RAID nicht kann: Es kann nicht zuverlässig schützen vor dem gleichzeitigen Ausfall mehrerer Laufwerke, wenn die RAID-Konfiguration das nicht toleriert. Es kann nicht zuverlässig schützen vor Firmware-Fehlern, die das gesamte Volume unzugänglich machen. Es kann nicht zuverlässig schützen vor logischen Inkonsistenzen, die nach abrupten Schreibabbrüchen entstehen. Und es schützt grundsätzlich nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware oder Feuer, weil alle Laufwerke am selben Ort im selben Gehäuse hängen. Eine Änderung an den Daten, ob durch einen Benutzer oder durch Schadsoftware, wird sofort auf den RAID-Verbund übertragen. Das RAID registriert keine Absicht.

Was die Praxis zeigt

DATA REVERSE® hat im Rahmen der KMU-Backupstudie 2025 insgesamt 285 kleine und mittelständische Unternehmen zu ihrem Backup-Verhalten befragt. Das Ergebnis: 77 Prozent sichern mindestens wöchentlich ihre Daten, 24 Prozent sogar täglich. Soweit das Positive. Gleichzeitig gaben 72 Prozent an, die Funktionsfähigkeit ihrer Backups selten oder überhaupt nicht zu prüfen. Und 59 Prozent setzen auf hybride Lösungen aus Cloud und lokalem Speicher, wobei offen bleibt, wie viele dieser lokalen Speicherpunkte tatsächlich als Backup konzipiert sind und nicht als weiteres NAS im Netzwerk.

Wie ein RAID-Ausfall in der Praxis aussieht

Ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen betrieb einen Server im RAID-Verbund für den gemeinsamen Dateizugriff seiner Mitarbeiter. Eine Festplatte war bereits seit Wochen defekt und hatte den RAID-Verbund in den degradierten Zustand versetzt, ohne dass jemand reagiert hatte. Als beim nächsten Systemstart eine zweite Festplatte ausfiel, war das RAID offline. E-Mails, Kontaktdaten, Konstruktionszeichnungen und Stücklisten waren nicht mehr erreichbar. Der Versuch, die Situation mit einer Datensicherung abzufangen, scheiterte, weil das Storage-System während des Restore-Vorgangs ebenfalls versagte. DATA REVERSE® rekonstruierte das RAID-Array im Labor, reparierte die defekten Laufwerke und stellte den Datenbestand innerhalb weniger Tage im 24/7-Betrieb wieder her.

Der Fall zeigt exemplarisch, wie aus einem zunächst beherrschbaren RAID-Problem ein geschäftskritischer Datenverlust werden kann.

Was ein belastbares Backup-Konzept voraussetzt

Ein belastbares Backup-Konzept erfüllt mindestens drei Anforderungen: Es liegt auf einem vom Produktivsystem unabhängigen Medium. Es ist vom Netzwerk getrennt oder zumindest nicht permanent erreichbar, um eine Ausbreitung von Ransomware auf die Sicherungskopien zu unterbinden. Und es wurde tatsächlich getestet, also nicht nur geschrieben, sondern auch erfolgreich wiederhergestellt.

Die 3-2-1-Regel beschreibt das seit Jahren: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medientypen, davon eine außerhalb des Standorts. Ein NAS im Serverraum kann in diesem Schema eine Kopie oder ein Backup-Ziel sein, aber nie das Sicherungskonzept selbst, solange keine unabhängige, geschützte und getestete Wiederherstellung möglich ist.

Wer ein NAS als zentrale Ablage betreibt und parallel ein belastbares Backup vorhält, das auch unter Stressbedingungen funktioniert, hat die richtige Architektur. Wer das NAS für beides hält, sitzt auf einem Risiko, das sich oft erst dann zeigt, wenn kein Zeitpuffer mehr bleibt.

Über die DATA REVERSE® Datenrettung – Bindig Media GmbH

DATA REVERSE® mit Sitz in Leipzig ist auf die professionelle Datenrettung von digitalen Speichermedien spezialisiert. Mit über 20 Jahren Erfahrung, TÜV-zertifiziertem Kundenservice und einer Erfolgsquote von über 95 % bietet das Unternehmen zuverlässige und qualitativ hochwertige Lösungen bei Datenverlusten jeglicher Art. Durch umfangreiches Know-how in Reverse Engineering und eine konsequente Datengarantie zählt DATA REVERSE® zu den führenden Anbietern der Branche.

Neben Festplatten, Flash-Speichern und RAID-Systemen werden auch komplexe logische Speicherarchitekturen wie Software Defined Storage erfolgreich wiederhergestellt. Zur optimalen Qualitätssicherung setzt DATA REVERSE® ausschließlich auf individuell entwickelte Softwarelösungen, ein eigenes Reinraumlabor sowie eine interne Forschungs- und Entwicklungsabteilung.

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