PAM-13: Wie der Patient Activation Measure Patientenengagement messbar macht

Wie lassen sich Motivation und Patient Engagement in der Schlaganfallrehabilitation objektiv messen?
Die Sensor-S-Studie zeigt, wie Daten von Sensoren, Wearables, Continuous Glucose Monitoring Systems (CGMs) und Patient-Reported Outcome Measures (PROMs) in einer skalierbaren digitalen Studieninfrastruktur zusammengeführt werden. Ein Blueprint für datenbasierte, patientenzentrierte Rehabilitation – entwickelt mit D4L Collect.

PAM-13: Patient Activation Measure

PAM-13 steht für Patient Activation Measure mit 13 Aussagen. Es handelt sich um einen wissenschaftlich validierten Fragebogen zur Messung der sogenannten Patientenaktivierung. Der Fragebogen erfasst, wie kompetent Patient:innen in der Lage sind, ihre Gesundheit selbstständig zu managen und aktiv an Behandlungs- und Rehabilitationsprozessen mitzuwirken.

Das Konzept der Patientenaktivierung ist ein mehrdimensionales Konstrukt.

Dazu gehören

  • das Wissen über die eigene Erkrankung
  • das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, mit gesundheitlichen Problemen umzugehen 
  • die Motivation zur aktiven Beteiligung an Therapie und Rehabilitation sowie 
  • die Fähigkeit, eigenständig Gesundheitsentscheidungen zu treffen.

Es ist also ein ganzheitliches Konstrukt, welches  Motivation, Selbstwirksamkeit, Kompetenz und Verantwortungsübernahme im Gesundheitskontext abdeckt.

Der Fragebogen umfasst 13 Aussagen, etwa zur eigenen Sicherheit im Umgang mit gesundheitlichen Problemen oder zum Verständnis wichtiger Behandlungen. Die Befragten bewerten ihre Übereinstimmung auf einer vierstufigen Skala. Diese reicht von uneingeschränkter Zustimmung bis zur Ablehnung, wobei Aussagen bei Bedarf auch als „nicht zutreffend“ markiert werden können.

Die gültigen Antworten werden zunächst summiert und anschließend mit Hilfe von Auswertungstabellen auf eine standardisierte Skala von 0 bis 100 transformiert. Je höher ein Skalenwert ausfällt, desto aktiver und kompetenter gehen Patient:innen mit ihrer Gesundheit um. Zusätzlich lassen sich Patient:innen anhand der Werte in vier Gruppen einteilen.

  • Patient:innen mit den niedrigsten Werten (Stufe 1) verfügen über wenig Wissen und geringe Selbstwirksamkeit.
  • Patient:innen in der 2. Stufe haben grundlegendes Verständnis, aber wissen nicht, wie sie den Alltag anpassen sollen.
  • Patient:innen in der 3. Stufe beginnen, aktiv zu werden und einfache Verhaltensänderungen umzusetzen.
  • Patient:innen mit den höchsten Werten (Stufe 4) agieren selbstbewusst, sind proaktiv und stabil engagiert im Umgang mit ihrer Gesundheit.

PAM-13 ist international etabliert und wird in zahlreichen Bereichen eingesetzt, darunter chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Herzinsuffizienz, Onkologie, Neurologie, Rehabilitation und Versorgungsforschung. Das Instrument eignet sich besonders für Studien, die auf Verhaltensänderung, Selbstmanagement oder digitale Gesundheitsinterventionen abzielen, da es Veränderungen im Engagement standardisiert und quantifizierbar abbildet.

In Interventionsstudien kann mithilfe von PAM-13 untersucht werden, ob eine Maßnahme die Patientenaktivierung signifikant verbessert. Darüber hinaus lassen sich Zusammenhänge zwischen dem Aktivierungsgrad und klinischen Outcomes, funktionellen Scores, Motivation oder anderen gesundheitsbezogenen Parametern analysieren. Dadurch wird PAM-13 zu einem robusten Instrument, um nicht nur physiologische Effekte, sondern auch verhaltensbezogene Veränderungen wissenschaftlich fundiert zu erfassen. Für die Verwendung in klinischen, kommerziellen oder Forschungsbereichen ist eine kostenpflichtige Lizenz erforderlich.

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Die Informationen in diesem Artikel entsprechen dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt.

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