FINMA warnt vor Quantencomputing
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Donnerstag, Juli 23, 2026
Quantencomputing galt lange als das Technologiethema von morgen. Heute entwickelt es sich zur strategischen Herausforderung für Finanzinstitute. Leistungsfähige Quantencomputer könnten verbreitete kryptografische Verfahren wie RSA und ECC künftig überwinden. Post-Quantum Cryptography bezeichnet Verfahren, die sensible Daten und digitale Kommunikation auch unter diesen Bedingungen schützen sollen.
Der Handlungsdruck entsteht bereits vor dem Durchbruch der Technologie. Angreifende können verschlüsselte Informationen heute abfangen, speichern und später mit leistungsfähigeren Mitteln entschlüsseln (Harvest now, decrypt later, HNDL). Gleichzeitig automatisiert Künstliche Intelligenz bestehende Angriffsmethoden, beschleunigt deren Bewegung durch IT-Umgebungen und verkürzt die verfügbare Reaktionszeit. Mit der Aufsichtsmitteilung 05/2026 hat die FINMA im Juli 2026 konkretisiert, wie Finanzinstitute mit den Cyberrisiken kryptografisch relevanter Quantencomputer umgehen und die Migration zu quantensicherer Verschlüsselung vorbereiten sollen.
Warum steigt der Handlungsdruck gerade jetzt?
Der Handlungsdruck steigt jetzt aus mehreren Gründen gleichzeitig. Einige Risiken wirken bereits heute, andere erfordern Vorbereitungen, die sich über Jahre erstrecken.
Für Finanzinstitute sind insbesondere folgende Entwicklungen entscheidend:
6 Massnahmen für eine FINMA-konforme PQC-Migration
Die FINMA nennt in ihrer Aufsichtsmitteilung 05/2026 explizit sechs Massnahmenbereiche. Ein belastbarer Migrationsplan sollte sie vollständig abdecken:
Damit aus den sechs Massnahmen ein umsetzbarer Plan entsteht, braucht es klare Verantwortlichkeiten, eine vom Board bestätigte Governance sowie ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen. Der CISO trägt die Gesamtverantwortung, die IT-Leitung steuert die technische Umsetzung und Compliance stellt die FINMA-Konformität sicher. Das Budget sollte externe Beratung ebenso berücksichtigen wie die gezielte Weiterbildung der Security-Teams.
Budget-Priorisierung: KI-Abwehr und PQC gemeinsam denken
KI-gestützte Angriffe verlangen sofortige Investitionen in Detection & Response, während PQC eine langfristige Migration ist. Beide Budgets sollten sich im Zeitverlauf verschieben (Siehe Tabelle 1)
Crypto-Agility als Überlebensstrategie
Crypto-Agility schafft die technische Voraussetzung, um kryptografische Verfahren bei neuen Bedrohungen, Standards oder regulatorischen Vorgaben kontrolliert und rasch auszutauschen.
Dafür sind drei Elemente besonders wichtig:
8 Schritte zur PQC-Migration, ein praktischer Leitfaden
In Anlehnung an die Konzepte des NIST NCCoE SP 1800-38A empfiehlt sich folgendes strukturiertes, mehrstufiges Vorgehen:
KI-gestützte Cyberangriffe erkennen und wirksam abwehren
Typische Warnsignale
Wirksame Abwehrmassnahmen
Synergien nutzen: PQC und KI-gestützte Cyberabwehr verbinden (Siehe Tabelle 2)
Heute handeln. Langfristig vorbereitet sein.
Ohne rechtzeitige Vorbereitung steigen die Risiken für Daten, Compliance, Reputation und Geschäftsbetrieb. Ein strukturiertes Vorgehen hilft, kryptografische Risiken proaktiv zu managen, regulatorischen Anforderungen einzuordnen und auf technologische Disruptionen zu reagieren.
Handeln Sie jetzt. Prüfen Sie den aktuellen Handlungsbedarf mit einem PQC Gap-Assessment. Unsere Expert:innen begleiten Sie auf dem Weg zu quantensicherer Kryptografie.
Autor: Michael Fossati
InfoGuard AG
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