Geborgen einschlafen und aufwachen

Neue Abläufe und bauliche Anpassungen ermöglichen es den Eltern am Klinikum Karlsruhe, ihre Kinder direkt vor und jetzt auch nach der Operation eng zu begleiten. Damit ist die Einrichtung deutschlandweit Vorreiter.

Eine anstehende Operation mit fremden Menschen und medizinischen Geräten sind gerade für kleinere Kinder oft beängstigend oder überfordernd. Deshalb können Eltern am Städtischen Klinikum Karlsruhe bis kurz vor und künftig auch direkt nach dem Eingriff an der Seite ihres Kindes sein.

Das gilt zum einen für die Narkose-Einleitung vor der OP, bei der die Eltern in Karlsruhe immer schon dabei sein dürfen. Zum anderen gilt es nun auch für die Phase im Aufwachraum, wenn die frisch operierten Kinder wieder zu Bewusstsein kommen. Voraussetzung waren neben der Anpassung der Abläufe auch Umbaumaßnahmen.

„Die Anwesenheit eines Elternteils ist beruhigend und wohltuend für das Kind. Und auch für die Eltern ist es wichtig, direkt vor und nach der OP bei Ihrem Kind sein zu können“, erklärt Prof. Dr. Verena Ellerkamp, Direktorin der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie. „Diese Nähe zwischen Kind und Eltern von der Narkoseeinleitung bis zum Erwachen ist deutschlandweit ziemlich einmalig.“

Nach einer Operation benötigt der Körper Zeit, um sich von der Narkose zu erholen. In dieser Phase, die meist eine bis drei Stunden dauert, werden die kleinen Patientinnen und Patienten überwacht, bis Atmung, Bewusstsein, Blutkreislauf so stabil sind, dass sie auf die reguläre Station zurückverlegt werden können.

Weil in Aufwachräumen immer mehrere Patientinnen und Patienten gleichzeitig betreut werden, hat das Projektteam des Klinikums Karlsruhe einen Leitfaden für Eltern erstellt, der eine möglichst ruhige Atmosphäre im Aufwachraum zum Ziel hat.

„Wir haben uns gefragt, was dazu beitragen kann, dass die Kinder im Aufwachraum möglichst sanft aus der Narkose aufwachen können und gleichzeitig die Anforderungen an Sicherheit und Schutz der Privatsphäre eingehalten werden können“, verdeutlicht Prof. Ellerkamp. „So sind Verhaltensregen für die Eltern entstanden.“

Die einzelnen Punkte sind auf einem Flyer zusammengefasst. Außerdem können Eltern das Klinikpersonal bei Rückfragen ansprechen.

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