Druck auf Mercedes steigt: EQA brennt in Speyer aus und Gerichte werten Brandrisiko als Sachmangel / KBA ordnet Austausch der Hochvoltbatterie an
Bei Mercedes verdichten sich die Probleme rund um die Hochvoltbatterien von EQA und EQB: Auf zwei Rückrufe wegen möglicher Kurzschlüsse und Brandgefahr folgen inzwischen drei verbraucherfreundliche Urteile – und nun ist am 16. August in Speyer ein Mercedes EQA beim Laden vollständig ausgebrannt.
Nach einem Bericht der RHEINPFALZ vom 16. August 2026 und weiteren Medienberichten handelte es sich um einen Mercedes EQA. Recherchen von Dr. Stoll & Sauer bestätigten die Berichte. Dies ist der erste öffentlich dokumentierte Brand eines EQA in Deutschland. Der Vorfall trifft damit auf eine ohnehin angespannte Situation: Mercedes musste wegen Brandgefahr bei Hochvoltbatterien von EQA und EQB die Batterien auf Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) austauschen. Aus Sicht der Kanzlei sollten Betroffene Rückrufschreiben und erhebliche Nutzungseinschränkungen deshalb nicht einfach hinnehmen. Eine kostenlose Ersteinschätzung bietet der E-Mobilitäts-Online-Check.
EQA-Brand in Speyer: Hochvoltbatterie musste gekühlt werden
Der EQA geriet am 16. August 2026 auf einem Parkplatz in Speyer während des Ladevorgangs in Vollbrand. Die Feuerwehr musste insbesondere die Hochvoltbatterie über längere Zeit kühlen. Personen wurden nach den vorliegenden Berichten nicht verletzt. Eine ausführliche Darstellung des Vorfalls hat Dr. Stoll & Sauer bereits veröffentlicht.
Ausführlicher Bericht zum Mercedes-EQA-Brand in Speyer
Ob der Brand technisch mit den bekannten Rückrufen der EQA- und EQB-Hochvoltbatterien zusammenhängt, ist bislang nicht geklärt. Auch in Österreich soll es nach Medienberichten zu Bränden an Mercedes-Modellen beim Aufladen gekommen sein.
Mercedes EQA und EQB: Vom Software-Update zum kompletten Batterietausch
Die Entwicklung der vergangenen eineinhalb Jahre zeigt, wie sich die Maßnahmen bei Mercedes Schritt für Schritt verschärft haben:
Für Dr. Stoll & Sauer zeigt diese Entwicklung, dass es sich längst nicht mehr nur um ein technisches Randproblem handelt. Aus einer zunächst vorgesehenen Software-Lösung wurde ein vollständiger Batterietausch mit erheblichen Einschränkungen für die Fahrzeughalter.
Drei Urteile zur EQA-Hochvoltbatterie
Dr. Stoll & Sauer hat inzwischen drei positive erstinstanzliche Urteile zur Problematik erstritten. Alle Entscheidungen sind bislang nicht rechtskräftig.
Damit liegen inzwischen Entscheidungen von zwei verschiedenen Landgerichten vor, die das konkrete Brandrisiko der betroffenen Hochvoltbatterien als erheblichen Sachmangel bewerten.
Was können betroffene EQA- und EQB-Halter tun?
Die drei Urteile bedeuten nicht, dass jeder vom Rückruf betroffene Mercedes automatisch zurückgegeben werden kann. Sie zeigen jedoch, dass Verbraucher bei erheblichen Sicherheits- und Nutzungseinschränkungen rechtliche Möglichkeiten haben können.
Je nach Kaufvertrag und Einzelfall kommen insbesondere folgende Schritte in Betracht:
Eine rechtliche Prüfung ist aus Sicht von Dr. Stoll & Sauer besonders sinnvoll, wenn die Batterie nur noch bis 80 Prozent geladen werden soll, das Fahrzeug ausschließlich im Freien geparkt werden darf, ein Batterietausch angekündigt wurde oder dieser weiterhin aussteht.
Brandrisiko ist nicht dasselbe wie allgemeines E-Auto-Risiko
In den Verfahren hatte Mercedes unter anderem argumentiert, dass wiederaufladbaren Batterien generell ein theoretisches Brandrisiko anhaften. Die Gerichte unterscheiden davon jedoch das konkrete Risiko bei den betroffenen Hochvoltbatterien.
Das LG Frankfurt (Oder) formulierte dazu deutlich:
„Das von den Beklagten eingewandte allgemeine Technologierisiko, das jeder Gebrauchsgegenstand aufweise, geht daher an der Sache vorbei.“
Das Gericht verweist zudem ausdrücklich auf das Urteil des LG Stuttgart vom 30. Juli 2026, Az. 53 O 3/26.
Aus Sicht von Dr. Stoll & Sauer verdichtet sich damit die erstinstanzliche Rechtsprechung: Wenn ein Hersteller wegen eines konkreten Brandrisikos die Nutzung eines Fahrzeugs erheblich einschränkt und später sogar die komplette Hochvoltbatterie austauschen muss, können daraus weitreichende kaufrechtliche Ansprüche entstehen.
Betroffene Mercedes-EQA- und EQB-Halter können ihren Fall kostenlos und unverbindlich im E-Mobilitäts-Online-Check von Dr. Stoll & Sauer prüfen lassen.
Dr. Stoll & Sauer gehört zu den führenden Verbraucherkanzleien
Die Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH gehört zu den führenden Verbraucherkanzleien in Deutschland. Die Kanzlei vertritt Verbraucher bundesweit unter anderem im Verbraucherrecht und Autorecht, bei Problemen rund um Elektromobilität und Hochvoltbatterien sowie im Datenschutzrecht. Dr. Stoll & Sauer verfügt über umfangreiche Erfahrung in großen Verbraucher- und Sammelverfahren und war beziehungsweise ist an zahlreichen Musterfeststellungs- und Verbandsklagen beteiligt. Das JUVE-Handbuch zählt die Kanzlei zu den bekannten Kanzleien im Verbraucherrecht.
Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
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