Überstunden 2025: Beschäftigte in Deutschland leisteten im Schnitt 15,6 unbezahlte und 11,6 bezahlte Zusatzstunden im Jahr
Montag, Aug. 31, 2026
Wie sich Arbeitsvolumen und Teilzeitquote zu Jahresbeginn 2026 verschoben haben
Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen lag laut IAB im ersten Quartal 2026 bei 15,7 Milliarden Stunden und damit minimal unter dem Vorjahresquartal. Saison- und kalenderbereinigt nahm es gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent ab. Die Nürnberger Forschungseinrichtung veröffentlichte diese Werte am 2. Juni 2026.
Fünf Kennzahlen umreißen das Bild des ersten Quartals 2026:
Warum Teilzeit die Stundenrechnung im Betrieb verändert
Teilzeitkräfte arbeiten länger als früher, und das verschiebt die Kalkulation in der Personalplanung. Nach Angaben des IAB stieg die vertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten im ersten Quartal 2026 um 0,3 Stunden auf 18,88 Stunden. Bei Vollzeitbeschäftigten blieb sie mit 38,15 Stunden nahezu konstant, über alle abhängig Beschäftigten hinweg lag sie bei 30,42 Stunden.
Die Verschiebung ist kein Ausreißer eines einzelnen Quartals. Laut der Jahresauswertung des IAB erreichte die Teilzeitquote 2025 im Mittel 39,9 Prozent und damit den höchsten je gemessenen Jahreswert, während die reguläre Teilzeitbeschäftigung als einzige Beschäftigungsform um 1,8 Prozent zulegte. Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen, ordnete die Entwicklung mit dem Satz ein, dass weniger Erwerbstätige mehr arbeiten.
Nebentätigkeiten und Überstunden machen die Erfassung aufwendiger
Nach Angaben des IAB hatten 2025 rund 4,68 Millionen Beschäftigte in Deutschland einen Nebenjob, das sind 11,1 Prozent aller Beschäftigten und 85.000 mehr als im Jahr davor. Je Nebentätigkeit kamen im Schnitt 287 Stunden zusammen, 1,5 Stunden mehr als 2024. Wer zwei Arbeitsverhältnisse führt, muss zwei Stundenkonten getrennt abrechnen und dabei Pausen, Zuschläge und Übertrag korrekt trennen.
Viele Betriebe führen diese Konten weiterhin in Tabellen. Wer das tut, stößt regelmäßig auf Formelfehler bei Zeitwerten über 24 Stunden, weil Tabellenprogramme Zeiten intern als Bruchteile eines Tages speichern. Eine Sammlung von Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Berechnungen in Tabellen zeigt, wie sich Zeitformate, Pausenabzüge und Summenbildung sauber abbilden lassen.
„Eine Stunde, die niemand notiert, ist für den Betrieb keine Zahl und für die beschäftigte Person kein Anspruch. Wer Mehrarbeit erst am Jahresende bemerkt, hat sie ein Jahr lang falsch geplant“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Was das stagnierende Arbeitsvolumen für die Planung bedeutet
Das Arbeitsvolumen sank 2025 laut IAB um 0,2 Prozent auf 61,26 Milliarden Stunden, während die Zahl der Erwerbstätigen mit 45,98 Millionen nahezu unverändert blieb. Je Kopf entfielen damit rund 1.332 Arbeitsstunden, 2,2 Stunden weniger als im Vorjahr. Die Stundenproduktivität legte im ersten Quartal 2026 um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu.
Im August 2026 ist die Auswertung für das zweite Quartal 2026 noch nicht erschienen, die Zahlen des ersten Quartals bilden damit den aktuellen Stand. Für die Personalplanung heißt das: Wer Kapazitäten aus Kopfzahlen ableitet, rechnet an der Realität vorbei, weil dieselbe Belegschaft je nach Vertragsmix sehr unterschiedliche Stundenmengen liefert.
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