OT Asset Discovery: Best Practices für die sichere OT-Inventarisierung
Dienstag, Okt. 6, 2026
In industriellen Umgebungen fehlt häufig eine vollständige Übersicht über die eingesetzten OT-Systeme. Ältere oder undokumentierte Komponenten, über Jahre gewachsene Netzwerkstrukturen, Verbindungen zwischen IT und OT sowie externe Zugänge können dazu führen, dass Teile der OT-Infrastruktur im aktuellen Asset-Inventar nicht erfasst sind. Dadurch können potenzielle Angriffsflächen und Abhängigkeiten unter Umständen unentdeckt bleiben.
OT sollte dabei nicht isoliert von der IT betrachtet werden: Gerade Schnittstellen, gemeinsam genutzte Dienste und externe Zugänge können relevante Angriffswege darstellen. Gleichzeitig erfordern OT-Systeme aufgrund ihrer Anforderungen an Verfügbarkeit und Betriebssicherheit einen anderen Umgang mit Security-Massnahmen als klassische IT-Systeme.
Ein aktuelles Asset-Inventar ist Voraussetzung, um Abhängigkeiten sichtbar zu machen, potenzielle Angriffsflächen zu erkennen und Sicherheitsmassnahmen gezielt abzuleiten.
Was ist OT Asset Discovery?
OT Asset Discovery umfasst die automatisierte Erkennung und Inventarisierung von OT-Assets. Sie erfasst die im definierten Scope sichtbaren Geräte, Systeme und Kommunikationsverbindungen eines OT-Netzwerks und klassifiziert sie nach relevanten Merkmalen. So schafft sie Transparenz über die vorhandenen Komponenten – von SPS (speicherprogrammierbaren Steuerungen) und RTUs (Remote Terminal Units) bis zu Feldgeräten –, über Verbindungen zwischen IT und OT sowie über die Kommunikation der Systeme. Sie zeigt zudem, welche Aufgaben die Komponenten erfüllen und wie kritisch sie für den Betrieb sind. Diese Informationen bilden eine wichtige Grundlage, um Risiken zu bewerten, Sicherheitsmassnahmen gezielt abzuleiten und im Ernstfall schnell reagieren zu können.
Asset Discovery in OT-Umgebungen ist jedoch nicht mit einem beliebigen Netzwerk-Scan gleichzusetzen. Aktive Abfragen können insbesondere bei älteren, empfindlichen oder unzureichend dokumentierten Komponenten den Betrieb beeinträchtigen. Entscheidend sind deshalb die passende Methode, ein klar definierter Scope sowie ein kontrolliertes, mit dem Betrieb abgestimmtes Vorgehen.
Wir haben für Sie herausgearbeitet, welche Ansätze sich für die OT-Asset-Inventarisierung eignen, wann passive, aktive oder hybride Methoden sinnvoll sind und wie sich OT Asset Discovery strukturiert und möglichst sicher umsetzen lässt. Ausserdem geht es um typische Fehler und darum, wie Unternehmen ihr OT-Asset-Inventar dauerhaft aktuell halten und für Sicherheits- sowie Compliance-Anforderungen nutzbar machen.
«Ein aktuelles OT-Asset-Inventar ist eine zentrale Grundlage für wirksames Risikomanagement, die Umsetzung von Sicherheitsmassnahmen und die Erfüllung relevanter Compliance-Anforderungen.»
Best Practices & Methoden der OT Asset Discovery: Passiv, aktiv, hybrid
Für die Erfassung von OT-Assets stehen passive, aktive und hybride Verfahren zur Verfügung. Welche Methode geeignet ist, hängt von der Umgebung, den eingesetzten Systemen und den Anforderungen an Verfügbarkeit und Detailtiefe ab. Entscheidend ist ein kontrolliertes Vorgehen, das die Betriebssicherheit berücksichtigt.
Kennen Sie Ihre OT-Assets? Mit unseren OT Security Services helfen wir Ihnen dabei, Ihre OT-Assets und Schlüsselkomponenten zu erfassen und zu verifizieren, die Architektur nach dem Defence-in-Depth-Ansatz aufzubauen, die Sicherheit nach IEC 62443 umzusetzen, ein geeignetes Supplier-Risk-Management zu etablieren und so eine belastbare Grundlage für gezielte Schutzmassnahmen zu schaffen:
Mit dem 5-Schritte-Plan zur sicheren OT-Asset-Discovery
Eine strukturierte Vorgehensweise hilft, Risiken bei der Asset-Erfassung zu minimieren. Dafür sollten zunächst Scope, Prioritäten, Erfassungsfrequenz und Verantwortlichkeiten festgelegt und relevante Stakeholder aus OT, IT und Management einbezogen werden. So wird die Asset Discovery nachvollziehbar und systematisch umgesetzt, ohne kritische OT-Systeme unnötig zu belasten.
1. Scope definieren:
2. Passives Monitoring starten:
3. Assets klassifizieren:
4. Gezielte aktive Prüfungen durchführen:
5. Inventar aktuell halten:
3 Typische Fehler bei der OT-Asset-Inventarisierung – und wie Sie sie vermeiden
Eine vollständige Asset-Liste allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, dass die erfassten Informationen aktuell und eindeutig zugeordnet sind. Denn unvollständige Inventare, fehlende Priorisierung oder unklare Verantwortlichkeiten können Sicherheits- und Compliance-Risiken erhöhen. Besonders häufig treten bei der OT Asset Discovery folgende Fehler auf:
Fazit: Asset Discovery als Grundlage für OT-Sicherheit
Ein aktuelles OT-Asset-Inventar schafft die notwendige Transparenz für verschiedene Bereiche der OT-Sicherheit. Es hilft dabei,
Deswegen ist OT Asset Discovery kein einmaliger Erfassungsschritt, sondern ein fortlaufender Prozess. Nur ein aktuelles und verlässliches Asset-Inventar kann dauerhaft als Grundlage für Sicherheitsentscheidungen dienen. Bei Fragen zur passenden Methode oder zur Auswahl und Implementierung geeigneter Tools stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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