Bremerhaven: Forschung verständlich machen, Vertrauen schaffen

Sie kamen, um zu Staunen: Eine Gruppe der Wissenschaftspressekonferenz (WPK) hat heute das Klimahaus Bremerhaven besucht. Die WPK ist der größte Verband von Wissenschaftsjournalisten in Deutschland. Die 14 Fachgäste aus ganz Deutschland informierten sich darüber, wie das Klimahaus komplexe Forschung für ein breites Publikum aufbereitet. Ein Thema mit wachsender Bedeutung: Klimaforschung steht zunehmend unter Druck, Ergebnisse werden angezweifelt und Fakten verzerrt.

Im Mittelpunkt des Besuchs stand eine Frage, die Journalismus und Wissensvermittlung gleichermaßen beschäftigt: Wie erreicht Klimawissen ein breites Publikum, ohne an Genauigkeit zu verlieren? Die Antwort des Klimahauses erlebten die Gäste aus erster Hand. Bei einer Führung durch die Ausstellung „Reise“ folgten sie dem 8. Längengrad über fünf Kontinente und erfuhren, wie Klima und Wetter den Alltag von Menschen weltweit prägen.

Anschließend ging es in die Ausstellung „Wetterextreme“. Beim Wetterquiz testeten die Journalisten ihr Wissen. Eine Fahrt mit dem Uplift durch verschiedene Extremwetterszenarien bot einen ungewöhnlichen Perspektivwechsel. Bei den „Augenzeugen“ hörten sie Menschen zu, die Extremwetter selbst erlebt haben

Zum Abschluss stellte Geschäftsführerin Ingrid Hayen das Konzept des Klimahauses vor. „Wissenschaftsjournalismus und das Klimahaus verbindet eine gemeinsame Aufgabe: Beide übersetzen Forschung in eine Sprache, die Menschen verstehen und der sie vertrauen können“, sagte Hayen. „Gerade in einer Zeit, in der wissenschaftliche Fakten offen infrage gestellt werden, ist dieser Austausch für uns besonders wertvoll.“

Die Hörfunkjournalistin Iris Proff, die bei der WPK Veranstaltungen organisiert, sieht das ähnlich: „Ich glaube, gerade die Emotionen von Menschen anzusprechen und menschliche Geschichten über den Klimawandel zu erzählen, ist total wichtig. Und das Klimahaus setzt das für mich sehr innovativ und eindrucksvoll um.“

Zufrieden blickt auch Corinna Brand, beim Magistrat der Stadt Bremerhaven für Wissenschaft und Wissenstransfer zuständig, auf den Besuch der hochrangigen Gruppe: „Ich habe mich total gefreut, dass wir die Recherchereise der WPK durch einen Besuch in den Wissens- und Erlebniswelten unterstützen konnten. Wir haben natürlich viel mehr Potenzial. Deshalb würde es mich freuen, wenn wir auch die Fachkonferenz ‚Wissenswerte‘ nach Bremerhaven holen, damit wir die ganze Expertise am Standort repräsentieren können.“ Erste Gespräche dazu haben bereits stattgefunden.

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