Manipulation durch sprachliche Hütchenspieler-Tricks

Sprache hat Kraft und sie kann zum Guten wie zum Schlechten eingesetzt werden. Und mir scheint, sie wird zunehmend dafür eingesetzt, die Gesellschaft zu spalten und in Konkurrenzen und Konflikte zu treiben, statt zu versöhnen und zu verbinden.

Das passiert zu einem wesentlichen Teil dadurch, dass Gleiches ungleich benannt wird und damit Gegensätze geschaffen werden, wo keine sein müssten. Beispiel: Wenn vom nordkoreanischen Regierungschef die Rede ist, wird er häufig mit „Machthaber“ Kim Jong-un bezeichnet. Gleiches gilt für den russischen Präsidenten Vladimir Putin. Während bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump kaum jemand auf die Idee käme, deren Ruf durch eine derart negativ konnotierte Bezeichnung zu beschädigen. Als China die Regierungszeit für seinen Staatspräsidenten verlängert hat, war die Aufregung groß. Warum? Gefühlt halten sich Regierungschefs nirgends länger im Amt als bei uns. Und wiedergewählt werden dürfen die bei uns schon immer unbegrenzt.

Mit gezielter Wortwahl wird etikettiert und apostrophiert, es wird in Gut und Böse eingeteilt, meist ohne objektive sachliche Unterschiede. Wenn solche Darstellungen dann wiederholt großräumig und flächendeckend verbreitet werden, führt das schließlich zu stereotyper Argumentation und einseitigem Schubladendenken. Wer in einem solchen Umfeld neutral argumentiert und die zwei Seiten der jeweiligen Medaille sprachlich gleichwertig darstellt, wird dieser Tage gern mit verbalen K.-o.-Tropfen von „Rechtspopulist“ über „Antisemit“ bis hin zu „Putinversteher“ überschüttet.

Das wiederum führt dazu, dass in unserer Gesellschaft immer seltener wirklich kontrovers berichtet und diskutiert wird. Das reduziert nicht nur die Meinungs- und Ideenvielfalt. Die nicht kenntlich gemachte Vermischung von Sache und Kommentar schafft auch Glaubwürdigkeitsprobleme: Wer glaubt in Zeiten von Diesel-Gate und Mindestlohn noch offiziellen Angaben, wenn schon die Bezeichnungen nicht stimmen? „Mindestlohn“ beispielsweise sollte einen Lohn bezeichnen, von dem man normal, ohne Luxus leben kann. Tatsächlich scheint das Wort einen Lohn zu bezeichnen, den ein Teil der Arbeitgeber „höchstens“ zu zahlen bereit ist – sonst würde er nicht so oft unterlaufen –  und von dem man schon heute eher schlecht als recht leben kann. Wie sich das bei den Betroffenen für die Rente auswirkt, kann sich jeder selbst ausrechnen.

Wir sollten die Dinge wieder klar und deutlich benennen, weder schönfärben noch schwarzmalen und Meinungen von Tatsachen trennen. Und wir sollten die Sprache wieder als verbindendes Element nutzen. Je aufgeschlossener wir miteinander kommunizieren, desto weniger Missverständnisse kommen auf, was Ingeborg Bachmann mit „Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht.“ sehr treffend auf den Punkt brachte. Lesen Sie auch Compliance in Zeiten zunehmender Verantwortungs-Insolvenzen

Die Autorin:

Gabriele Baron, seit 25 Jahren freiberufliche Texterin sowie Trainerin mit dem Schwerpunkt empfängerorientierte Korrespondenz und Kundenorientierung in der Kommunikation. Autorin u.a. des Bestsellers „Praxisbuch Mailings. Print- und Online-Mailings planen, texten und gestalten.“, mi-Verlag sowie „Glückwunsch! Passende Worte zu Jubiläum, Beförderung & Co.“, Verlag C.H. Beck.

Gabriele Baron, Text & Training, Abt-Walther-Straße 4, 94081 Fürstenzell, Telefon (08502) 9174965, info@baron-texttraining.de, www.baron-texttraining.de

 

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