Klassischer Massentourismus Auslaufmodell

Pfingsten ist die klassische Reisezeit: „Und Fernweh ist oft größer als die Vernunft“, sagt Claus-Peter Hutter, Präsident der Umweltstiftung NatureLife‑International (NLi). „Für Politiker ist Reiselust ein gutes Vehikel, um Sympathiepunkte bei den Wählern zu sammeln, doch die Covid-19-Pandemie muss in vielerlei Hinsicht zum Umdenken führen“, fordert Hutter. „Leider zeigen schon die ersten Lockerungen der Schutzmaßnahmen, dass unsere Gesellschaft eine Jahrhundert-Chance in punkto Umwelt- und Klimaschutz mit sturer weiter-so-Strategie verspielt.“ Als Beispiel nennt der Autor des Umweltreports „Klimakrise – Die Erde rechnet ab“ die sogenannte Wiederbelebung des Tourismus. Klimafreundliches, sozial- und umweltverträgliches Reisen sei dabei leider kein Thema; stattdessen gehe es zu vielen Politikern pünktlich vor der Ferienzeit um die Wiederbelebung des klassischen Urlaubs und letztlich nur um wirtschaftliche Aspekte rund um die Tourismusindustrie.

Claus-Peter Hutter: „Ich möchte nicht falsch verstanden werden; die Menschen sollen reisen und Urlaub machen. Aber wir dürfen nicht wieder in alte Muster verfallen“. Für den Stiftungspräsidenten von NatureLife sind etwa Kreuzfahrtschiffe „die Dinosaurier der Reiseindustrie“, welche mit ihren Abgasfahnen die Luft verpesten und Meere verschmutzen. Wie sehr die Natur unter einer falsch verstandenen Mobilität leidet, sei an vielen Orten der Welt sichtbar. So hatte Venedig als Touristenmagnet für Millionen während der erzwungenen „Reisepause“ durch die Covid-19-Pandemie klares Wasser in den Kanälen, und die Fische kehren in großer Zahl zurück. Auch die Qualität der Luft hatte sich deutlich verbessert. „Es darf jetzt kein vorwärts, wir gehen zurück-Verhalten geben“, fordert Hutter. Der Einfluss des Menschen auf Ökosysteme und die Zerstörung von Lebensräumen machen Pandemien wie Covid‑19, Ebola sowie Vogelgrippe erst möglich. „Der Mensch hinterlässt eine Spur der Verwüstung und Verschmutzung. Er gefährdet sich mit seinem Verhalten am Ende selbst“. Dafür gebe es zahlreiche Beispiele: „Mit dem Eindringen in die letzten Regenwälder etwa in Afrika und dem Verzehr von sogenanntem „Bush-Meat“ (was letzthin Fleisch von Affen, Fledermäusen oder anderen Wildtieren ist) konnte sich Ebola über afrikanische Tiermärkte verbreiten. Die Parallele mit den Tiermärkten in China und Covid-19 ist auffällig“, so NatureLife. Die Zerstörung von Lebensräumen führe am Ende zu einer Zunahme von Pandemien. „Und das fängt mit klimafeindlichen Reisen an.“

Andererseits kann laut NatureLife verantwortlicher, nachhaltiger Tourismus helfen, letzte Naturparadiese zu schützen. Ohne Natur-Safaris in gut geführten Schutzgebieten wie etwa der von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) betreuten Serengeti könnten Wildhüter und Schutzgebietsbetreuer nicht bezahlt werden und der Wilderei wäre Tür und Tor geöffnet. Schon jetzt zeige die Corona-Pandemie, dass ohnehin empfindliche Schutzprojekte ohne die Einnahmen aus dem Tourismus in Gefahr geraten. „Letztlich geht es jetzt darum aus der Corona-Krise zu lernen“, fordert NatureLife Präsident Hutter. Hierbei seien gleichermaßen Politik wie Veranstalter gefordert um die Chancen für Ökologie und Ökonomie nachhaltig zu nutzen, viel stärker als bislang Hilfsgelder in verantwortbare Projekte zu geben und neue Tourismus‑Formate im In- und Ausland zu entwickeln. Zugleich sollen Reisende, ob im In- oder im Ausland, sich selbst etwas wert sein und auf Qualität der Anbieter nicht nur bei Essen und Unterkunft, sondern auch gegenüber den natürlichen Lebensgrundlagen, achten.

Jedenfalls sei der klassische Massenurlaub ein Auslaufmodell. Claus-Peter Hutter: „Wenn jetzt nicht gehandelt wird, werden unweigerlich künftige Krisen dafür sorgen, dass die Einschnitte noch schmerzlicher werden. Das treffe nicht nur viele Arbeitsplätze und die Freiheit zum Reisen, sondern auch unersetzliches, dann nicht mehr erlebbares Naturerbe, das vollends vernichtet wird.

NatureLife Tipp: Was wir tun können, was sich ändern muss

  • Das eigene Urlaubsverhalten auf den Prüfstand stellen. Öfter mal auf eine Flugreise verzichten und stattdessen heimische Natur und Kultur kennenlernen.
  • Urlaubsreisen mit dem Zug organisieren.
  • Klima- und Umweltcheck bei der Auswahl des Urlaubsortes und ggf. des Reiseveranstalters.
  • Informieren Sie sich (im Reisebüro oder beim Fremdenverkehrsbüro) gezielt über die Klima- und Umweltsituation sowie konkrete Maßnahmen, die in dem von Ihnen ausgewählten Urlaubsort eingeleitet wurden. Fragen Sie, wie es unter anderem mit Energieverbrauch, Müllentsorgung oder der Abwasserklärung aussieht. Vielleicht werden Sie keine oder nur unbefriedigende Antworten erhalten. Doch wenn immer mehr Urlauber beharrlich nachfragen, werden demnächst in den Katalogen nicht nur Luft- und Wassertemperaturen angegeben, sondern auch konkrete Klima- und Umweltdaten.
  • Ermuntern Sie Hotel- und Gaststättenbesitzer zu einem klima- und umweltfreundlicheren Betrieb. Lob kann Wunder wirken. Auch die Besitzer der Quartiere freuen sich, wenn die Urlauber es anerkennen, dass sie sich Mühe gegeben haben, etwa ein „plastikfreies“ Frühstück anzubieten. Geben Sie auch praktische Anregungen, aber denken Sie daran: Man muss immer etwas Geduld aufbringen, nicht alles ist gleich „perfekt“.
  • Lassen Sie Ihr Fahrzeug, so oft es geht, stehen und erkunden Sie die Gegend mit dem Rad oder zu Fuß. Sind Sie eigentlich mit einem möglichst umweltfreundlichen Verkehrsmittel angereist?
  • Kompensieren Sie Ihren CO2-Fußabdruck und den Ihrer Familie, indem Sie Projekte zur Schaffung von CO2-Senken unterstützen; etwa unter:

http://globe-climate.com/

http://www.atmosfair-de/de

http://de.myclimate.org/de/

http://www.primaklima.org/

http://www.climatepartner.com/

Die Stiftung NatureLife-International engagiert sich international mit praktischen Modell-projekten für die Verknüpfung von Klimaschutz, Biodiversitätsbewahrung und Armutsbekämpfung durch Wiederaufforstung früher abgeholzter Regenwälder in den Tropen. Weitere Schwerpunkte gelten Initiativen zur Biotopvernetzung Deutschland, in verschiedenen Regionen Europas und Afrika sowie der breiten Umweltbildung.

Klimakrise – Die Erde rechnet ab. Wo wir handeln müssen und was wir tun können, um unsere Zukunft zu retten. Claus-Peter Hutter, Taschenbuch, Heyne Verlag, 300 Seiten mit 200 konkreten Tipps (ISBN  978-3-453-60559-6 )

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