In Deutschland finden sich zahlreiche Dividendentitel, die zuverlässig zahlen und deren Ausschüttungen seit vielen Jahren über dem Marktdurchschnitt liegen. Dazu zählen vor allem Dax-Schwergewichte wie Allianz, BASF, Telekom und Münchner Rück. Ihre Dividendenrenditen liegen meist zwischen drei und fünf Prozent. Investieren können Sie entweder direkt oder indirekt über einen ETF auf den DivDAX. Dieser enthält die 15 Dax-Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite. Die Ausschüttungsrendite des entsprechenden ETFs von iShares (ISIN: DE002635273) lag zwischen 2022 und 2025 zwischen rund 2,7 und 3,7 Prozent (Quelle: justetf.com).
Welche Kennzahlen gilt es bei der Auswahl von Dividenden-Aktien zu beachten?
Bei der Aktienauswahl für ein Dividenden-Portfolio kommt es wie erwähnt nicht nur auf eine möglichst stabile überdurchschnittliche Dividendenzahlung an. Dabei ist nicht die Höhe der Zahlung entscheidend, sondern die Dividendenrendite, also der Ausschüttungsbetrag in Relation zum Aktienkurs. Als Anleger sollten Sie unbedingt weitere Kennzahlen sowie die Ertragslage des Unternehmens beachten. So stellen Sie sicher, möglichst unterbewertete Aktien mit gesunden Bilanzen, einem relativ hohen Eigenkapitalbestand und stabilem Cashflow zu finden. Auf folgende Kennzahlen sollten Sie dabei achten:
- Kurs-Gewinn-Verhältnis: Das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) gibt an, in welchem Verhältnis der Gewinn einer Aktiengesellschaft zur aktuellen Börsenbewertung steht. Daran lässt sich ablesen, ob eine Aktie teuer oder preiswert am Markt gehandelt wird. Das KGV errechnet sich aus dem Aktienkurs, geteilt durch den Jahresüberschuss (oder geschätzter Gewinn) pro Aktie. Bei einem niedrigen KGV gilt eine Aktie als günstig oder preiswert. Standardwerte aus dem Dax mit einem KGV von unter zehn sind für Aktienkäufer oft ein Schnäppchen. Kurs-Gewinn-Verhältnisse zwischen zehn und 20 gelten bei vielen Aktien als normal. Über 20 werden traditionelle Werte langsam teuer.
- Freier Cashflow: Dieser Wert gibt an, wie viel Geld einem Unternehmen für Auszahlungen zur freien Verfügung steht. Der Free Cash Flow erlaubt somit Aufschlüsse über die innere Finanzkraft des Unternehmens sowie die Fähigkeit, Dividenden zu zahlen. Der freie Cashflow wird bei kapitalmarktorientierten Unternehmen häufig bereits auf der Unternehmenswebseite bei den Angaben zum Geschäftsbericht ausgewiesen.· Kurs-Cashflow-Verhältnis: Dieser Wert, kurz KCV genannt, bewertet die zukünftige Entwicklung der Ertragskraft eines Unternehmens. Der Cashflow kann aussagekräftige Hinweise auch die Zahlungskraft oder die finanzielle Gesundheit einer Aktiengesellschaft geben. Dadurch wird es möglich, die Attraktivität einer Aktie durch den Direktvergleich mit Aktien der gleichen Branche angemessen zu beurteilen. Das KCV wird errechnet, indem der Kurs der jeweiligen Aktie durch den Cashflow je Aktie dividiert wird. Je günstiger die Aktie ist, desto geringer fällt auch das KCV aus.
Dividendenfonds und Dividenden-ETFs: Ausschüttend oder thesaurierend?
Sie wollen aus Dividendenzahlungen laufende Einnahmen erzielen? Dann können Sie einen ausschüttenden Fonds oder ETF wählen. Liegt Ihr Fokus auf Vermögensaufbau und benötigen Sie aktuell keine Zusatzeinnahmen, wäre die Wiederanlage vorteilhafter. So können Sie sich den Zinseszinseffekt der Ausschüttungen zunutze machen. Dies ist auch in steuerlicher Hinsicht relevant: Würden Sie einen ausschüttenden ETF wählen und die Dividenden jeweils sofort wieder anlegen, schmälert die Kapitalertragsteuer samt Solidaritätszuschlag den Betrag, den Sie reinvestieren. Diesen Vorteil bei Wiederanlage wird auch als Steuerstundungseffekt bezeichnet.
Verwendete Quellen:
Factsheets der genannten ETF-Anbieter
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