Weg mit dem Regen

Nicht gegen einen leichten Sommerregen. Aber wenn Petrus die Schleusen öffnet, zeigt sich schnell, ob die Dachentwässerung geplant oder dem Zufall überlassen wurde.

„Ist das Dach von einem Fachbetrieb geplant und ausgeführt worden, wurde auch die Dachentwässerung korrekt dimensioniert, und Hausbesitzer können sich beruhigt zurücklehnen“, so Johannes Lauer, Landesinnungsmeister des Dachdeckerhandwerks Rheinland-Pfalz. „Waren allerdings Heimwerker oder unqualifizierte Handwerker am Werk, drohen massive Schäden am Bauwerk“.

Der Lahnsteiner Dachdeckermeister erklärt die Berechnung: Maßgeblich für die Dachentwässerung sind die DIN 1986-100 und DIN EN 12056. Nach diesen beiden Normen werden die Niederschlagswasser-Abführung und die damit verbundenen Dimensionen von Rinnen und Fallrohren bei der Schwerkraftentwässerung korrekt berechnet. Grundsätzlich gilt: Je größer die Dachneigung ist, desto schneller fließt das Niederschlagswasser – und umso schneller muss es über geeignete Entwässerungssysteme ableitbar sein. Beim Flachdach ist die Wasserabführung besonders wichtig, um bei einem extremen Starkregenereignis die Dachstatik durch stehendes Wasser nicht zu gefährden. Daher ist bei flachen Dächern mit umlaufender Attika ein Notentwässerungssystem zwingend vorgeschrieben.

Der Landesinnungsmeister macht deutlich, welche „Wassermassen“ ein Dachentwässerungssystem verkraften muss: Ein leichter Sommerregen entspricht einer Niederschlagsmenge von etwa 2,5 mm je Quadratmeter Dachfläche und Stunde.

Bei zwei Dachflächen eines Steildaches mit jeweils 100 m2 entspricht das 250 Liter pro Dachfläche.

Bei Starkregenschauern können schon mal 10-40 mm Niederschlag – also 1.000 bis 4.000 Liter pro Dachseite zur Ableitung in die Kanalisation, in Zisternen oder Sickerdohlen anstehen.

Wenn hier die Wasserabführungssysteme unterdimensioniert sind, können enorme Schäden an der angrenzenden Bausubstanz die Folge sein. Spätestens bei der Überprüfung der Schadensmeldung durch die Gebäudeversicherung drohen drastische Kürzungen, wenn die Dachentwässerung falsch oder gar nicht berechnet wurde.

Übrigens sichern Dachdecker-Fachbetriebe nicht nur die zuverlässige Wasserableitung des Daches (und stets weg vom Gebäude). „Als Fachgewerk für die gesamte Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik kümmern wir uns auch bei Neubau und Sanierung um die sorgfältige Fundamentabdichtung“, so Landesinnungsmeister Lauer. Und er ergänzt mit einem wichtigen Hinweis: Bei der regelmäßigen Dachüberprüfung reinigen Dachdecker-Fachbetriebe auch gerne die Dachrinne von Laub und Ästen, um die ungehinderte Wasserabführung sicherzustellen“.

Wer als Bauherr beim Neubau oder der Sanierung nicht vom Regen in die Traufe kommen will, findet die Kontaktdaten qualifizierter Fachbetriebe unter www.dach-rlp.de oder kann sich an die regionale Dachdecker-Innung wenden.

Über Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Rheinland-Pfalz

Der Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Rheinland-Pfalz vertritt rund 470 Dachdecker-Innungsbetriebe, die sich den 18 regionalen Innungen angeschlossen haben. Das Verbandsgebiet reicht von Eifel bis Hunsrück, vom Westerwald bis an den Rheingau.
An der Verbandsspitze steht der Lahnsteiner Dachdecker- und Klempnermeister Johannes Lauer als Landesinnungsmeister. Die Verbandsgeschäftsführung liegt bei Andreas Unger. Sitz des Verbandes ist die Mittelrhein-Metropole Koblenz.

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