MaRisk 10.0 Implementierung: Praxis-Leitfaden zur 9. MaRisk-Novelle 2026
Freitag, Mai 8, 2026
Es geht nicht mehr nur darum, dass du Nachhaltigkeit (ESG) oder IT-Resilienz berücksichtigst, sondern wie du diese Faktoren messbar, prüfbar und steuerbar in den Institutsalltag integrierst. Dieser Artikel unterstützt dich dabei, die „Schonfrist“ der Konsultationsphase 2026 zu nutzen und den Fokus auf die operative Umsetzung zu verschieben.^
Warum die MaRisk 10.0 Führungskräfte nachts wachhält:
Die Umsetzung der 9. MaRisk-Novelle im Jahr 2026 ist weit mehr als ein technisches Update. Sie trifft die Institute an ihren kritischsten operativen Schnittstellen. Hier sind die Schmerzpunkte, die aktuell den größten Handlungsdruck erzeugen:
Dein Mehrwert durch den S+P Hub:
Wir wandeln diese Pain Points in prüfungssichere Prozesse um. Unser Implementierungs-Fahrplan und die MaRisk 10.0 Tool Box bieten dir die Abkürzung durch das regulatorische Dickicht.
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Die Umsetzung der EBA-Leitlinien in der MaRisk 10.0 (Fassung 2026)
Mit der 10. MaRisk-Novelle (konsultiert im April 2026) festigt die BaFin den Ansatz des „Single Rulebooks“, indem sie zentrale europäische Vorgaben in nationales Recht überführt. Die MaRisk 10.0 fungiert dabei als Integrationsrahmen für eine Vielzahl von EBA-Leitlinien, insbesondere in den Bereichen ESG-Risiken (EBA/GL/2025/01 und 2025/04) sowie der Kreditvergabe und Überwachung (EBA/GL/2020/06).
Ein entscheidendes Merkmal der neuen Fassung ist die Vollumfänglichkeit der Umsetzung: Sofern die MaRisk nicht explizit auf spezifische Randziffern oder Abschnitte der EBA-Leitlinien verweisen, gelten die genannten Leitfäden durch die MaRisk-Anforderungen als vollständig abgedeckt.
Institute müssen somit keine parallele Prüfung der EBA-Texte vornehmen, es sei denn, ein direkter Verweis erzwingt die Beachtung zusätzlicher Details. Diese Struktur dient der Reduktion von Komplexität und stärkt die Prinzipienorientierung, wobei insbesondere für kleinere Institute (SNCI) durch die Integration der Leitlinien zum ESG-Management und zur Umwelt-Szenarioanalyse ein proportionaler, risikoorientierter Handlungsspielraum geschaffen wird.
Wichtige Neuerungen im Überblick
In der Version 10.0 (2026) sind folgende Punkte besonders hervorzuheben:
Referenzliste der EBA-Leitlinien
Beachten Sie, dass die MaRisk 10.0 explizit klarstellt:
„Soweit die MaRisk auf diese Leitlinien verweisen, sind die entsprechenden Abschnitte als integraler Bestandteil der Aufsichtspraxis zu verstehen.“
Das bedeutet für die Praxis, dass die Institute die Detailvorgaben (z.B. die Anhänge zur Szenarioanalyse) direkt aus den EBA-Texten entnehmen müssen, wenn das MaRisk-Modul (z.B. AT 4.3.3 für ESG) darauf referenziert.
Das Fundament: Strategie und Risikokultur (AT 3 & AT 4.2)
Die Geschäftsleitung steht mehr denn je in der Pflicht. Die neue MaRisk stellt klar: Risikomanagement ist keine rein delegierbare Kontrollaufgabe, sondern ein integraler Bestandteil der Geschäftsstrategie.
Operative Umsetzung der Risikokultur
Du musst die Risikokultur (AT 3.1) nun messbar machen. Es reicht nicht, ein Leitbild an die Wand zu hängen. Die Aufsicht erwartet Verfahren, mit denen du überwachst, ob die
Mitarbeiter den definierten Risikoappetit auch leben.
Das ESG-Daten-Dilemma: Von der Schätzung zur Messung (AT 4.3.4 & BTO 1.2)
Das größte operative Nadelöhr der Novelle ist die Verfügbarkeit und Qualität von ESG-Daten. Die MaRisk fordern, dass du ESG-Risiken als Risikotreiber für alle wesentlichen Risikoarten berücksichtigst.
Die Datenstrategie
Du stehst vor der Herausforderung, für die 10-jährigen Resilienzanalysen (AT 4.3.3) Datenhaushalte aufzubauen, die es in dieser Form oft noch nicht gibt.
NPL-Management: Die „5 %-Hürde“ als Prozess-Auslöser (BTO 1.2.5)
Die Einführung einer harten Schwelle von 5 % für die NPL-Quote (notleidende Kredite) ist eine der schärfsten Verschärfungen. Wenn dein Institut diese Grenze überschreitet, greifen automatisch massive organisatorische Anforderungen.
Proaktive Steuerung statt Zwangsverwaltung
Warte nicht, bis du die 5 % erreichst. Du solltest ein internes Frühwarnsystem etablieren, das bereits bei 3,5 % oder 4 % Alarm schlägt.
Immobilien-Bewertung: Prozess-Optimierung unter Druck (BTO 1.2.2)
Die MaRisk 2026 fordern eine deutlich engere Überwachung von Immobiliensicherheiten. Marktschwankungskonzepte werden kritischer beäugt; bei Wertminderungen von mehr als 10 % ist eine Neubewertung zwingend.
Operative Lösungsansätze
Ressourcen-Management: Das Ende der Überlastung (AT 7.1)
Ein oft unterschätzter Punkt ist die explizite Forderung nach angemessener Personalausstattung. Die Aufsicht hat erkannt, dass viele neue Anforderungen (ESG, DORA, NPL) zusätzliche Kapazitäten binden.
Personalstrategie
Du kannst nicht einfach mehr Aufgaben auf dieselben Köpfe verteilen.
Dein Implementierungs-Fahrplan: Die Gap-Analyse
Der Weg zur MaRisk-Compliance 2026 führt über eine strukturierte Bestandsaufnahme. Eine oberflächliche Betrachtung reicht nicht mehr aus; die Aufsicht fordert eine nachvollziehbare Herleitung, wie neue Anforderungen in bestehende Prozesse eingeflossen sind.
Nutze diesen 4-Phasen-Plan, um die Umsetzungsphase effizient zu steuern:
Phase 1: Die Delta-Analyse (Sofort-Check)
Im ersten Schritt erfolgt der Abgleich des neuen Rundschreibens mit deinem aktuellen Status quo.
Phase 2: Impact-Analyse & Wesentlichkeit (Q2 – Q3)
Hier bewertest du die Tragweite der gefundenen Lücken für dein spezifisches Geschäftsmodell.
Phase 3: Prozessdesign & IT-Integration (Q3 – Q4)
Nun geht es an die operative "Schraubarbeit". Compliance wird hier zum IT-Projekt.
Phase 4: Training & Kultur-Audit (Laufend)
Die beste Richtlinie scheitert, wenn sie nicht gelebt wird.
Experten-Tipp: Nutze für die Gap-Analyse ein standardisiertes Tooling. Die S+P Tool Box unterstützt dich bei der Umsetzung.
Das Target Operating Model (TOM) beschreibt die mit den MaRisk 2026 angestrebte Zielstruktur zur Umsetzung regulatorischer Anforderungen. Es umfasst die optimale Ausgestaltung von Prozessen, Governance, IT-Systemen und Ressourcen, um ein wirksames Risikomanagement sicherzustellen.
Im Kontext der MaRisk 2026 unterstützt ein TOM insbesondere:
Ein strukturiertes Target Operating Model hilft dir, die MaRisk 2026 effizient, prüfungssicher und strategisch in deinem Institut umzusetzen.
Resilienz als Wettbewerbs-Vorteil
Die MaRisk-Novelle 2026 ist zweifellos eine große Belastung für die Administration. Doch wenn du den Blickwinkel änderst, bietet sie eine Chance:
Banken und Finanzinstitute, die diese Anforderungen nicht als lästige Checkliste, sondern als Werkzeuge für ein moderneres Risikomanagement begreifen, werden langfristig stabiler und attraktiver für Investoren und Kunden sein.
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