Ausbildung im Handwerk in der Region bleibt gefragt – noch viele Ausbildungsplätze unbesetzt

Zum Stichtag 30. April 2026 verzeichnete die Handwerkskammer Reutlingen einen leichten Anstieg bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. In den Landkreisen Freudenstadt, Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und Zollernalb wurden 641 neue Ausbildungsverhältnisse in die Lehrlingsrolle eingetragen, im Vorjahr waren es 627. Das entspricht einem Plus von 2,2 Prozent und liegt damit deutlich über dem bundesweiten Handwerkstrend von plus 0,4 Prozent sowie dem insgesamt rückläufigen Ausbildungsmarkt in Deutschland.

Der aktuelle Berufsbildungsbericht 2026 des Bundesbildungsministeriums zeigt, dass die Zahl der neuen Ausbildungsverträge über alle Bereiche hinweg bundesweit um 2,1 Prozent zurückgegangen ist. Während Industrie und Handel 2025 deutliche Verluste verzeichnen, gelingt es dem Handwerk, seine Ausbildungszahlen leicht zu steigern. Bundesweit wurden 135.540 neue Ausbildungsverträge im Handwerk geschlossen, gleichzeitig blieben jedoch mehr als 16.000 angebotene Ausbildungsplätze unbesetzt. „Im dritten Jahr in Folge steigt die Zahl der neuen Auszubildenden im Handwerk, während die Gesamtwirtschaft rückläufige Zahlen meldet. Trotzdem bleiben im Handwerk immer noch zu viele Ausbildungsplätze unbesetzt und damit Karrierechancen ungenutzt“, mahnt Christiane Nowottny, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Reutlingen.

Die regionale Entwicklung fällt dabei unterschiedlich aus. Im Landkreis Reutlingen stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverträge von 218 auf 223, in Sigmaringen von 94 auf 105 und in Tübingen von 110 auf 120. Damit verzeichnen diese drei Landkreise teils deutliche Zuwächse. Im Landkreis Freudenstadt ging die Zahl der neuen Verträge dagegen von 92 auf 84 zurück, im Zollernalbkreis von 113 auf 109. „Wir werden unsere Angebote zur Berufsorientierung in den Landkreisen mit rückläufigen Zahlen gezielt verstärken und gemeinsam mit Schulen, Arbeitsagenturen und Betrieben noch sichtbarer für das Handwerk werben“, kündigt Nowottny an.

Auch der Blick auf die einzelnen Gewerke zeigt eine differenzierte Entwicklung. Besonders positiv entwickelten sich die Bereiche Bau und Ausbau sowie Elektro und Metall. In den Bau- und Ausbaugewerken stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse von 136 auf 148. Im Bereich Elektro und Metall nahm sie von 248 auf 261 zu. Die Gesundheitsberufe im Handwerk legten ebenfalls zu und kommen nun auf 83 neue Verträge nach 75 im Vorjahr. Die kaufmännischen Berufe im Handwerk stiegen von 60 auf 66. Rückgänge sind dagegen in Holzberufen, in der Nahrungsmittelbranche sowie in Glas-, Papier- und Keramikberufen zu verzeichnen.

Auf der anderen Seite sind bei einigen Berufen deutliche Rückgänge zu beobachten. Besonders ins Auge fällt der Rückgang bei den Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik von 69 auf 60 Auszubildende. In einem für die Energie- und Wärmewende zentralen Beruf wie diesem ist die sinkende Zahl an Nachwuchskräften bemerkenswert. Ebenfalls stark rückläufig sind die Zahlen bei den Tischlern und Schreinern, bei den Gebäudereinigern, bei den Feinwerkmechanikern sowie bei den Schilder- und Lichtreklameherstellern. „Gerade in diesen Berufen sehen wir einen hohen Bedarf der Betriebe, der aktuell nicht vollständig gedeckt werden kann“, so Nowottny. Sie verweist darauf, dass sich diese Situation mit dem bundesweiten Bild deckt, das im Berufsbildungsbericht beschrieben wird: Für viele angebotene Ausbildungsstellen finden Betriebe keine geeigneten Bewerberinnen und Bewerber.

Die Analyse der Schulabschlüsse macht deutlich, dass das Handwerk im Kammerbezirk Reutlingen junge Menschen mit sehr unterschiedlichen Bildungsbiografien anspricht. Die meisten neuen Auszubildenden verfügen über einen mittleren Bildungsabschluss. Die Zahl der Auszubildenden mit mittlerer Reife stieg auf 283. Auch die Zahl der Abiturientinnen und Abiturienten nimmt zu und liegt nun bei 93. Der Hauptschulabschluss bleibt mit 201 Auszubildenden eine wichtige Basis für den Einstieg ins Handwerk. Gleichzeitig ist die Zahl der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss deutlich zurückgegangen. „Das Handwerk steht allen Schulabschlüssen offen. Dass immer mehr junge Menschen mit Mittlerer Reife und Abitur den Weg in eine Ausbildung im Handwerk wählen, ist ein starkes Signal für die Attraktivität unserer Berufe“, betont Nowottny.

Die Handwerkskammer Reutlingen unterstützt Jugendliche, Eltern und Betriebe mit einem breiten Beratungsangebot – von der beruflichen Orientierung über die Lehrstellensuche bis zur Begleitung während der Ausbildung. Nowottny unterstreicht, dass noch zahlreiche Ausbildungsplätze zu besetzen sind. „Viele Betriebe suchen weiterhin dringend Nachwuchs. Wer sich jetzt für eine Ausbildung im Handwerk entscheidet, hat sehr gute Chancen, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden – auch noch im Sommer.“

Aktuell ausgeschriebene Ausbildungs- und Praktikumsplätze im Kammerbezirk Reutlingen sind unter www.hwk-reutlingen.de/lehrstellensuche zu finden.

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