In Industrie, Handel und Logistik sind Lademittel täglich im Einsatz. Sie bewegen sich zwischen Lager, Produktion, Kunden, Lieferanten und Speditionen. Dabei dienen sie nicht nur dem Transport von Waren, sondern haben selbst einen wirtschaftlichen Wert. Das gilt besonders für Mehrwegverpackungen, Sonderladungsträger oder hochwertige Behälter.
Je größer der Lademittelbestand ist, desto schwieriger wird die Kontrolle. Unternehmen müssen jederzeit nachvollziehen können, wo sich welche Behälter befinden, welche Mengen zurückgegeben wurden und welche Lademittel fehlen, beschädigt oder nicht mehr einsatzfähig sind. Genau hier setzt digitales Behältermanagement an.
Beispiel aus der Praxis: Lademittel im Umlauf
Ein mittelständischer Automobilzulieferer wie die beispielhafte Müller Components GmbH beliefert mehrere Produktionsstandorte mit Bauteilen. Dafür nutzt das Unternehmen unterschiedliche Lademittel, darunter:
- Euro-Paletten und Gitterboxen
- Kunststoff-KLTs
- Deckel, Zwischenlagen und Sonderladungsträger
- kundenspezifische Mehrwegbehälter
Diese Lademittel werden in verschiedenen Prozessen eingesetzt. Sie kommen beim innerbetrieblichen Transport zwischen Lager und Fertigung zum Einsatz, werden mit Waren an Kunden versendet oder über Speditionen wieder zurückgeführt.
Beim Warenausgang wird erfasst, welche Lademittel an welchen Empfänger übergeben wurden. Gleichzeitig wird dokumentiert, ob leere Paletten oder Behälter bei der Lieferung zurückgegeben wurden. Daraus entstehen sogenannte Lademittelkonten.
Ein einfaches Beispiel: Kunde A erhält 40 KLTs, gibt aber nur 25 zurück. Die fehlenden 15 Behälter bleiben als offene Menge im Lademittelkonto bestehen. In vielen Betrieben werden solche Vorgänge noch immer mit Palettenscheinen, Lieferscheinen, Excel-Listen oder manuellen Buchungen verwaltet. Das erhöht das Risiko für Fehler und erschwert eine lückenlose Nachverfolgung.
Nach der Rückgabe werden die Lademittel geprüft. Saubere und unbeschädigte Behälter können direkt wieder verwendet werden. Verschmutzte Lademittel müssen gereinigt werden, beschädigte Gitterboxen oder KLTs werden repariert. Nicht mehr nutzbare Behälter werden aus dem Bestand entfernt. Damit dieser Kreislauf reibungslos funktioniert, müssen Standort, Zustand, Zuordnung und Historie der Lademittel möglichst genau bekannt sein.
Typische Probleme im Lademittelkreislauf
Viele Schwierigkeiten entstehen an den Übergabepunkten. Wird ein Lademitteltausch an der Rampe nur handschriftlich festgehalten, fehlen später häufig verlässliche Nachweise. Stimmen die Mengen auf dem Palettenschein nicht mit der tatsächlichen Rückgabe überein, kommt es schnell zu Differenzen zwischen Unternehmen, Kunden und Speditionen.
Auch beschädigte oder verschmutzte Lademittel verursachen zusätzliche Kosten. Ohne digitale Dokumentation, Fotos oder genaue Zeitstempel lässt sich später oft nicht eindeutig klären, wann ein Schaden entstanden ist und welcher Partner dafür verantwortlich war.
Ein weiteres Problem sind ungenaue Bestandsdaten. Ein Standort beschafft neue Behälter, obwohl an einem anderen Standort noch ausreichend Bestand vorhanden wäre. Gleichzeitig werden überfällige Rückgaben zu spät erkannt. Dadurch entstehen unnötige Mietkosten, Ersatzkäufe und ein hoher Abstimmungsaufwand.
Besonders aufwendig ist die Verwaltung von seriennummerngeführten Sonderladungsträgern. Werden diese nicht eindeutig identifiziert, fehlen wichtige Informationen zu Nutzung, Rückgabe, Reparatur oder Aussonderung. Unternehmen verlieren dadurch nicht nur Lademittel, sondern auch wertvolle Daten für Planung und Auswertung.
PPWR: Warum die Anforderungen steigen
Durch die PPWR-Verordnung gewinnen Verpackungen, Mehrwegverpackungen und Transportverpackungen weiter an Bedeutung. Die Packaging and Packaging Waste Regulation 2025/40 ist am 11. Februar 2025 in Kraft getreten und gilt grundsätzlich ab dem 12. August 2026.
Sie betrifft Verpackungen und Verpackungsabfälle unabhängig von Material und Herkunft. Dabei stehen unter anderem folgende Themen im Fokus:
- Wiederverwendbarkeit von Verpackungen
- Recyclingfähigkeit
- Reduzierung von Verpackungsabfällen
- geringerer Einsatz von Primärrohstoffen
- bessere Nachweis- und Dokumentationsmöglichkeiten
Für Unternehmen bedeutet das: Lademittelkreisläufe müssen künftig noch genauer dokumentiert und ausgewertet werden. Wer Paletten, KLTs, Gitterboxen oder Mehrwegbehälter nutzt, braucht belastbare Daten zu Beständen, Bewegungen, Zuständen, Rückgaben und Verlusten.
Digitale Lösung für Behältermanagement
Die COSYS Software für Behältermanagement unterstützt Unternehmen dabei, Lademittel digital zu erfassen, zu buchen und zentral zu verwalten. Behälter, Verpackungen und Ladungsträger können nach Typ oder Seriennummer dokumentiert, Aufträgen zugeordnet und standortübergreifend nachverfolgt werden.
Auch komplexere Prozesse lassen sich digital abbilden, zum Beispiel Lademitteltausch, doppelte Kontoführung, Mandantentrennung, Umlagerungen oder Transitbewegungen.
In der Praxis buchen Mitarbeitende Einlagerungen, Auslagerungen, Rückgaben und Tauschvorgänge direkt über die MDE-App. Beim Lademitteltausch werden ausgegebene und zurückgenommene Mengen in einem Schritt erfasst. Die Daten werden anschließend automatisch an das COSYS Backend übertragen. Dadurch sinkt der manuelle Aufwand, während Lademittelkonten von Kunden, Lieferanten und Speditionen transparent bleiben.
COSYS WebDesk als zentrale Übersicht
Ein wichtiger Bestandteil der Lösung ist der COSYS WebDesk. Dort werden Bestände, Bewegungen, Zu- und Abgänge sowie Umlagerungen übersichtlich dargestellt. Verantwortliche erkennen schneller, wo Engpässe entstehen, welche Lademittel fehlen oder wo Unregelmäßigkeiten auftreten.
Zusätzlich lassen sich wichtige Kennzahlen auswerten, darunter:
- aktive Lademittel im Umlauf
- Umlaufdauer und Rücklaufquote
- Ausschuss- und Verlustgründe
- kritische Seriennummern
- offene Rückgaben und Bestandsabweichungen
Der WebDesk dient damit nicht nur der operativen Verwaltung, sondern auch als Grundlage für strategische Entscheidungen. Unternehmen erhalten eine zentrale Sicht auf ihren gesamten Lademittelkreislauf und können Prozesse gezielt verbessern.
KI-Unterstützung in der MDE-App
Auch KI-Funktionen innerhalb der COSYS MDE-App können wichtige Prozessschritte vereinfachen. Dazu gehören beispielsweise die fotografische Erfassung von Behältern, die automatische Zählung, die Erkennung von Behältertypen und die Dokumentation von Schäden.
Darüber hinaus können Funktionen wie Füllgraderkennung, Palettenerfassung oder automatische Lieferscheinerfassung genutzt werden. Angaben wie Lieferscheinnummer, Lieferdatum oder Kundennummer werden direkt im laufenden Prozess erfasst. Schäden, Mengen und Zuordnungen müssen dadurch nicht erst nachträglich im Büro dokumentiert werden, sondern stehen bereits bei Übergabe oder Rücknahme digital zur Verfügung.
Fazit
Ein transparenter Lademittelkreislauf hilft Unternehmen, Verluste zu vermeiden, Bestände genauer zu planen und Kosten langfristig zu senken. Dafür müssen Paletten, Behälter und Sonderladungsträger nicht nur als Transportmittel betrachtet werden, sondern als verwaltbare Werte im Umlauf.
Mit digitaler Erfassung, sauberer Kontoführung, WebDesk-Dashboards, KI-gestützter MDE-App und aussagekräftigen Auswertungen bietet COSYS eine moderne Grundlage für effizientes Behältermanagement. Unternehmen können ihre Lademittelprozesse besser kontrollieren und sich gleichzeitig gezielter auf kommende Anforderungen rund um PPWR, Wiederverwendung, Recyclingfähigkeit und Nachweispflichten vorbereiten.
Die COSYS Ident GmbH mit Sitz in Grasdorf (bei Hildesheim) besteht seit knapp 40 Jahren und ist eines der führenden Systemhäuser im Bereich mobiler Datenerfassungslösungen für Android und Windows. Ein mittelständisches Unternehmen, das seit 1982 die Entwicklung von Identifikationssystemen vorantreibt und heute branchenspezifische Komplettlösungen für nahezu alle gängigen Geschäftsprozesse anbietet. Vom Prozessdesign und der Konzepterstellung, über die Implementierung der Hard- und Software bis hin zum Projektmanagement und maßgeschneiderten Wartungsverträgen, decken wir das komplette Leistungsspektrum der Systementwicklung, Integration und Betreuung ab. Des Weiteren bietet COSYS einen Reparaturservice, WLAN-Funkvermessung, sowie Lösungen für die Bauteil-Rückverfolgung mittels DPM-Codes.
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