Mehr als meisterlich
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses hatten bereits den Meistertitel in einem Handwerk erreicht – und wollten mehr. Der Kurs setzt vor allem im betriebswirtschaftlichen Bereich noch einen drauf. Als Schwerpunkte stehen Unternehmensstrategie, Unternehmensführung, Personalmanagement und Innovationsmanagement auf dem Programm. „Für mich ist der Betriebswirt die höchste Ausbildungsstufe im Handwerk, die jedem Handwerksmeister absolut zu empfehlen ist, wenn er erfolgreich einen eigenen Betrieb führen möchte“, erläutert Absolvent Lukas Gergen, der mit einer Note von 1,6 den besten Abschluss des Jahrgangs vorweisen kann.
„Der Meister dient als höchste spezifische Qualifizierung fürs eigene Handwerk, der Betriebswirt vermittelt die betriebswirtschaftlichen, kaufmännischen und rechtlichen Kenntnisse aus der Meisterausbildung noch einmal tiefgründiger und gewerkübergreifend.“ Der 29-jährige Kraftfahrzeugtechniker-Meister aus Waldkirch wollte sich innerhalb des Unternehmens weiterentwickeln. „Ich mochte Themen rund um die Unternehmenszahlen immer besonders, weshalb ich mich für die Tätigkeiten in der Finanzbuchhaltung interessiert habe und qualifizieren wollte“, berichtet er. „Mit dem Abschluss zum Betriebswirt konnte ich nun auch eine passende Stelle bei mir im Unternehmen übernehmen.“
Bedeutet ein betriebswirtschaftlicher Schwerpunkt dann einen Bürojob? „Im ersten Moment klingt es danach, die Schwerpunkte werden ja auch nur im Büro benötigt. Aber das Schöne am Handwerk ist ja: Es ist immer flexibel“, sagt Schreinermeisterin und Elektronikerin Katharina Wunderle aus Achern, die mit einer Note von 1,7 den zweitbesten Abschluss machte. „Für mich geht es danach wirklich ins Büro“, lacht sie. Die 27-Jährige will das Elektrounternehmen ihres Vaters mit Hauptsitz in Sasbach übernehmen. „Um darauf bestmöglich vorbereitet zu sein, habe ich mich für den Betriebswirt entschieden.“ Wunderle hat nach einer Ausbildung und dem Meistertitel im Schreiner-Handwerk auch noch eine Ausbildung als Elektronikerin abgeschlossen. Nun sieht sie sich gut aufgestellt. „Der Kurs hat auch dabei geholfen, Unternehmensentscheidungen besser zu verstehen und auch zu hinterfragen. Das wird mir mit Sicherheit in meiner weiteren beruflichen Laufbahn sehr weiterhelfen.“
„Gerade in Bezug auf Aufstiegsmöglichkeiten ist der Betriebswirt das ideale Mittel, um in der Führungsebene im Handwerk aufzusteigen“, stimmt Sören Mikko Götz zu, der mit Wunderle bei der Abschlussnote gleichauf liegt. Der 28-jährige Kraftfahrzeugtechniker-Meister aus Appenweier sagt, er hatte nach dem Meister immer noch ein Verlangen nach mehr. „Nach mehr Wissen, mehr Qualifikation, mehr Herausforderung.“ Er entschied sich gegen ein Hochschulstudium und für den Betriebswirt. Den Ausschlag gaben der seiner Ansicht nach klare Aufschwung des Handwerks und die Tendenz weg vom akademischen Studium. „Außerdem habe ich mit dem Meister ja schon einen Bachelor-Abschluss. Warum also noch ein Bachelor-Studium und nicht gleich den Master?“, schmunzelt er. Glich der Kurs einem Masterstudium? Nur bedingt. „Der Betriebswirt ist sehr praxisnah und gerade beim berufsbegleitenden Kurs in Teilzeit lässt sich das Erlernte direkt im ‚eigenen‘ Unternehmen anwenden und ausprobieren“, hebt Götz hervor.
Bei der Veranstaltung wurde deutlich: Die Möglichkeiten, die sich mit der erfolgreichen Fortbildung ergeben, sind so vielfältig wie der Jahrgang selbst. Ob Betriebsübernahme, Weiterentwicklung im Unternehmen oder Führungsverantwortung – viele Wege stehen offen. Katharina Wunderle bringt es auf den Punkt: „Man ist sehr flexibel und branchenübergreifend aufgestellt.“
Die Absolventinnen und Absolventen des aktuellen Kurses zum/zur „Geprüfte/n Betriebswirt/in“ sind:
Die Handwerkskammer Freiburg ist Dienstleister und Ansprechpartner für fast 16.000 Handwerksbetriebe mit mehr als 100.000 Beschäftigten und rund 6.500 Auszubildenden in den Landkreisen Ortenau, Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach sowie dem Stadtkreis Freiburg. Die Mitgliedsbetriebe in Südbaden generierten im Jahr 2023 einen Umsatz von mehr als 10 Milliarden Euro.
Neben den staatlichen Pflichtaufgaben in Ausbildung, Prüfungswesen und Handwerksrolle übernimmt die Handwerkskammer Freiburg zahlreiche weitere Aufgaben. Sie unterhält moderne Beratungs- und Bildungszentren, in denen sie ihren Mitgliedern ein breites Spektrum an Service bietet: berufliche Bildungsangebote, Nachwuchswerbung, Rechtsberatung sowie Beratung in den Bereichen „Betriebswirtschaft“, „Betriebsübergabe und -übernahme“, „Innovation“, „Umwelt“, „Außenwirtschaft“, „Fachkräftesicherung“, „Organisationsentwicklung“ und „Digitalisierung“. Daneben unterstützt sie Existenzgründer und fördert das Handwerk vor Ort.
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