Balkonkraftwerk erreicht die Millionenmarke deutlich: Über 1,3 Millionen Steckersolargeräte sind im Marktstammdatenregister als in Betrieb erfasst
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Donnerstag, Aug. 13, 2026
Das Tempo hat dabei nicht nachgelassen. Nach Angaben des Registers gingen allein zwischen Januar und März 2026 in Deutschland 64.633 neue Geräte mit zusammen 87,6 Megawatt in Betrieb. Wer heute neu plant, entscheidet vor allem über die Speicherfrage — etwa zugunsten von Balkonkraftwerken mit Speicheroption und starrem Solarpanel.
Die Speicherfrage ist in dieser Deutlichkeit neu. Solange Steckersolargeräte nur einspeisten, war die Ausrichtung des Moduls die wichtigste Entscheidung; sobald Strom zwischengespeichert wird, verschiebt sie sich zum Verbrauchsprofil des Haushalts.
Für bestehende Anlagen stellt sich die Frage anders. Dort geht es um Erweiterung statt um Neuanschaffung — und damit um andere Bauteile. Das Portal der Provimedia GmbH stellt beide Wege gegenüber.
Was das Register ausweist
Dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur zufolge stellt sich der Bestand so dar:
Ein Gigawatt aus Geräten, die niemand als Kraftwerk baut
Die Summe von 1,34 Gigawatt entspricht rechnerisch der Leistung eines großen konventionellen Kraftwerksblocks. Der Vergleich hinkt, weil Solarleistung nur bei Einstrahlung anfällt und Steckergeräte meist verschattet oder nicht optimal ausgerichtet sind. Er zeigt aber die Größenordnung: Eine Anlagenklasse, die einzeln unterhalb jeder Genehmigungsschwelle liegt, summiert sich zu einem messbaren Beitrag.
Aus der Quartalszahl lässt sich auch die typische Größe ablesen. Wer 87,6 Megawatt durch 64.633 Geräte teilt, kommt auf rund 1,36 Kilowatt je Anlage — deutlich über den älteren Aufbauten mit zwei Modulen und begrenzter Wechselrichterleistung. Wer einen solchen älteren Aufbau erweitern statt ersetzen will, findet dafür Bundles ohne eigenes Solarpanel.
„Die Frage hat sich verschoben. Vor drei Jahren ging es darum, ob sich so ein Gerät überhaupt lohnt. Heute geht es darum, ob ein Speicher dazugehört“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Woran sich der Zubau als Nächstes ablesen lässt
Das Register wird tagesaktuell fortgeschrieben, der Zubau der kommenden Quartale ist dort unmittelbar sichtbar. Die registrierten 1,3 Millionen sind dabei eine Untergrenze, weil ein Teil der Betreiber die Anmeldung auslässt.
Für die Planung eines eigenen Geräts ist die Quartalszahl der brauchbarste Anhaltspunkt: rund 1,36 Kilowatt je neu gemeldeter Anlage. Wer deutlich darunter bleibt, baut kleiner als der aktuelle Durchschnitt. Wer einen Speicher ergänzt, verschiebt den Nutzen vom Mittag in den Abend — und trifft damit genau die Stunden, in denen im Haushalt tatsächlich Strom gebraucht wird.
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