ATEX-Seitenkanalverdichter unterstützen die Biogasförderung zum BHKW
In Biogasanlagen wird das im Fermenter erzeugte Gas häufig in einem Gasspeicher gesammelt, aufbereitet und anschließend einem Blockheizkraftwerk zugeführt. Dort wird es in einem Gasmotor verbrannt, um elektrische Energie und nutzbare Wärme zu erzeugen.
Zwischen Gasspeicher, Gasaufbereitung und BHKW müssen Rohrleitungen, Filter, Armaturen, Wärmetauscher und weitere Anlagenkomponenten überwunden werden. Reicht der vorhandene Gasdruck für den benötigten Volumenstrom nicht aus, kann ein geeigneter Seitenkanalverdichter den Gastransport unterstützen.
Seitenkanalverdichter eignen sich für kontinuierliche Gasströme bei niedrigen bis mittleren Differenzdrücken. Sie sind keine Hochdruckkompressoren. Ob diese Verdichterbauart für eine konkrete BHKW-Versorgung geeignet ist, muss deshalb anhand des erforderlichen Betriebspunktes und der vollständigen Anlagenbedingungen geprüft werden.
Vom Gasspeicher zum Blockheizkraftwerk
Der typische Förderprozess kann mehrere Stationen umfassen:
Die genaue Reihenfolge von Gasaufbereitung und Verdichter hängt vom jeweiligen Anlagenkonzept ab. Entscheidend ist, dass der Seitenkanalverdichter nur mit einem Medium und unter Bedingungen betrieben wird, für die seine konkrete Ausführung vorgesehen ist.
Gleichmäßige Gasversorgung des BHKW
Ein Blockheizkraftwerk benötigt eine ausreichend gleichmäßige Brenngasversorgung. Starke Druckschwankungen oder ein zu geringer Gasvolumenstrom können den Motorbetrieb beeinträchtigen und zu Leistungsschwankungen oder Abschaltungen führen.
Der Seitenkanalverdichter kann dazu beitragen, den erforderlichen Gasstrom bereitzustellen und die Druckverluste zwischen Gasspeicher und BHKW zu überwinden. Er ersetzt jedoch nicht die Regelung und Überwachung der vollständigen Gasstrecke.
Zur Anlagenperipherie können unter anderem gehören:
Welche Komponenten notwendig sind, ergibt sich aus dem Anlagenkonzept, den Vorgaben des BHKW-Herstellers und der Gefährdungsbeurteilung.
Der tatsächliche Betriebspunkt entscheidet
Für die Auswahl des Seitenkanalverdichters werden mindestens zwei Werte benötigt:
Der notwendige Volumenstrom richtet sich vor allem nach dem Brenngasbedarf des BHKW. Dieser hängt unter anderem von Motorleistung, elektrischem Wirkungsgrad, Methangehalt und Heizwert des Biogases ab.
Der Gesamtdifferenzdruck setzt sich aus dem erforderlichen Eingangsdruck am BHKW und sämtlichen Druckverlusten der Gasstrecke zusammen. Dazu gehören beispielsweise:
Die Maximalwerte eines Seitenkanalverdichters für Volumenstrom und Druck stehen nicht gleichzeitig zur Verfügung. Mit zunehmendem Differenzdruck sinkt der tatsächlich erreichbare Gasvolumenstrom.
Die Auswahl darf deshalb nicht allein anhand eines maximalen Katalogwertes erfolgen. Der benötigte Betriebspunkt muss in der Kennlinie des Verdichters liegen und ausreichende technische Reserven aufweisen.
Gasbedarf des BHKW genau bestimmen
Für eine technische Vorauswahl sollte der Gasbedarf möglichst aus den Unterlagen des BHKW-Herstellers übernommen werden. Eine Schätzung ausschließlich anhand der elektrischen Motorleistung kann zu ungenauen Ergebnissen führen.
Hilfreiche Angaben sind:
Auch Betriebszustände außerhalb des Nennbetriebs müssen betrachtet werden. Beim Start, bei Teillast oder bei schwankender Gasproduktion kann sich der benötigte Betriebspunkt verändern.
ATEX-Ausführung für den direkten Biogaskontakt
Biogas enthält in der Regel einen brennbaren Methananteil. In Verbindung mit Luft kann eine explosionsfähige Atmosphäre entstehen. Wird das Biogas direkt durch den Seitenkanalverdichter gefördert, müssen deshalb die ATEX-Anforderungen der konkreten Anlage berücksichtigt werden.
Der Betreiber beziehungsweise Anlagenplaner muss unter anderem festlegen:
Eine allgemeine Bezeichnung wie „ATEX-Seitenkanalverdichter“ reicht für die endgültige Auswahl nicht aus. Die vollständige Gerätekennzeichnung muss mit den Anforderungen aus der Gefährdungsbeurteilung übereinstimmen.
Neben dem Seitenkanalverdichter sind sämtliche Komponenten der Gasstrecke zu betrachten. Dazu gehören Leitungen, Armaturen, Filter, Messgeräte, Kabelverschraubungen, Sensoren und Anlagensteuerung.
Feuchtigkeit und Kondensat sicher beherrschen
Rohbiogas ist häufig mit Wasserdampf gesättigt. Kühlt das Gas in Rohrleitungen oder Anlagenkomponenten ab, kann Kondensat entstehen.
Flüssigkeit darf nicht unkontrolliert in den Seitenkanalverdichter gelangen. Kondensat kann die Funktion beeinträchtigen und Korrosionsschäden begünstigen. Die Gasstrecke sollte deshalb so geplant werden, dass Flüssigkeit kontrolliert gesammelt und abgeführt wird.
Mögliche Maßnahmen sind:
Die erforderliche Ausführung hängt von Gastemperatur, Umgebungstemperatur, Feuchtegehalt und Betriebsweise ab.
Schwefelwasserstoff und Korrosionsschutz
Biogas kann Schwefelwasserstoff und weitere korrosive Bestandteile enthalten. Ihre Konzentration hängt von Substrat, biologischem Prozess und vorhandener Gasaufbereitung ab.
ATEX-Ausführung und Korrosionsschutz sind getrennt zu betrachten. ATEX betrifft den Explosionsschutz. Korrosionsschutz soll die Maschine gegen Feuchtigkeit, Kondensat und aggressive Gasbestandteile schützen.
Abhängig von der Anwendung können unter anderem geprüft werden:
Die technische Verfügbarkeit solcher Sonderausführungen ist modell- und projektabhängig. Bei erhöhten Anforderungen wird die konkrete Ausführung mit dem Hersteller FPZ abgestimmt.
Gasaufbereitung nach Vorgaben des BHKW-Herstellers
Der Seitenkanalverdichter übernimmt den Gastransport, nicht die vollständige Gasaufbereitung. Das Biogas muss die Qualitätsanforderungen des eingesetzten Gasmotors erfüllen.
Je nach Rohgasqualität können dafür erforderlich sein:
Unzureichend aufbereitetes Biogas kann den Gasmotor, die Gasregelstrecke und weitere Komponenten schädigen. Die zulässigen Grenzwerte sind den aktuellen Unterlagen des BHKW-Herstellers zu entnehmen.
Auch die Position des Seitenkanalverdichters innerhalb der Gasaufbereitung beeinflusst seine Belastung. Wird er mit noch feuchtem und schwefelwasserstoffhaltigem Rohbiogas beaufschlagt, sind die Anforderungen an Werkstoffe und Korrosionsschutz entsprechend höher.
Zusammenspiel mit dem Gasspeicher
Die Gasproduktion im Fermenter und der Gasverbrauch des BHKW sind nicht zu jedem Zeitpunkt identisch. Der Gasspeicher gleicht diese Unterschiede innerhalb seiner Kapazität aus.
Der Seitenkanalverdichter darf nicht so betrieben werden, dass ein unzulässiger Unterdruck im Gasspeicher oder Fermenter entsteht. Auch ein zu hoher Druck in der Gasstrecke muss verhindert werden.
Dafür können abhängig vom Anlagenkonzept erforderlich sein:
Die Steuerung sollte Gasproduktion, Speicherzustand, Verdichterbetrieb und Gasbedarf des BHKW aufeinander abstimmen.
Schutz des Seitenkanalverdichters
Seitenkanalverdichter fördern das Gas berührungslos und ohne Schmiermittel im Verdichtungsraum. Sie erzeugen einen kontinuierlichen und weitgehend pulsationsarmen Gasstrom.
Der Verdichter darf jedoch nur innerhalb seines freigegebenen Kennlinienbereichs betrieben werden. Ein zu hoher Differenzdruck kann den Gasvolumenstrom reduzieren und gleichzeitig die thermische Belastung erhöhen.
Je nach Anwendung können folgende Schutzmaßnahmen erforderlich sein:
Die konkrete Ausführung ist anhand der Herstellerunterlagen und des Sicherheitskonzeptes festzulegen.
Aufstellort und Wärmeabfuhr berücksichtigen
Auch der Aufstellort beeinflusst die Eignung des Seitenkanalverdichters. Zu berücksichtigen sind unter anderem:
Motor und Verdichter geben während des Betriebs Wärme an die Umgebung ab. Die Kühlluftwege müssen frei bleiben. Bei einer Einhausung oder Aufstellung in einem Technikcontainer muss die Wärmeabfuhr gesondert nachgewiesen werden.
Technische Vorauswahl durch SKVTechnik
SKVTechnik unterstützt Betreiber, Planer und Anlagenbauer bei der technischen Vorauswahl geeigneter ATEX-Seitenkanalverdichter für die Förderung von Biogas zum Blockheizkraftwerk.
Für eine Vorauswahl werden möglichst vollständige Prozessdaten benötigt:
Auf dieser Grundlage kann der erforderliche Betriebspunkt bestimmt und eine geeignete Maschinenbaugröße vorausgewählt werden. Die endgültige Eignung ist anhand der konkreten Kennlinie, der Gefährdungsbeurteilung und der aktuellen Herstellerunterlagen festzustellen.
Weitere Informationen zu Seitenkanalverdichtern für Biogasanlagen:
https://www.skvtechnik.de/biogas-seitenkanalverdichter/
Bei anspruchsvollen Betriebsbedingungen und projektbezogenen Sonderausführungen kann SKVTechnik zusätzlich die technische Unterstützung des Herstellers FPZ einbeziehen.
Seit 2012 ist SKVTechnik Ihr verlässlicher Partner für Seitenkanalverdichter, Schallschutzhauben, Umschaltventile und das notwendige Zubehör für einen reibungslosen Betrieb. Unser Sortiment umfasst Seitenkanalverdichter in allen gängigen Ausführungen – sowohl für den normalen als auch für den ATEX-Einsatz. Ganz gleich, ob Sie Lösungen für den Blasdruck- oder Saudruck-Bereich benötigen, wir bieten passende Geräte, die allen Anforderungen an Volumenströme gerecht werden. Dank unserer langjährigen Erfahrung und engen Zusammenarbeit mit Hersteller-Ingenieuren garantieren wir individuelle Lösungen und höchste Zufriedenheit bei der Umsetzung von Kundenprojekten. Vertrauen Sie auf SKVTechnik – Ihr Experte für Seitenkanalverdichter.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.skvtechnik.de.
SKVTechnik
Burgstraße 25
08523 Plauen
Telefon: +49 (3741) 2510951
Telefax: +49 (3741) 2510952
https://www.skvtechnik.de/
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