Kinderunfälle 2025: Das Statistische Bundesamt zählt 29.270 verunglückte Kinder – erstmals saßen die meisten von ihnen auf einem Fahrrad
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Mittwoch, Sep. 9, 2026
Auf welchen Verkehrsmitteln die verunglückten Kinder 2025 unterwegs waren
Das Statistische Bundesamt weist für das Berichtsjahr 2025 eine Rangfolge aus, die sich gegenüber dem Vorjahr gedreht hat. Erhoben wird sie aus allen polizeilich aufgenommenen Unfällen mit Personen- oder Sachschaden, nicht aus einer Stichprobe.
Ein Jahr zuvor stand das Auto noch vorn. Laut der Auswertung des Statistischen Bundesamts vom 14. August 2025 waren 2024 noch 35 Prozent der verunglückten Kinder im Auto unterwegs und 33 Prozent auf dem Fahrrad. Die Verschiebung um wenige Prozentpunkte kehrt damit eine Rangfolge um, die über Jahre stabil war.
Warum der Werktagsmorgen zwischen sieben und acht Uhr heraussticht
Der Tagesverlauf der Kinderunfälle hat eine ausgeprägte Spitze. Laut dem Statistischen Bundesamt verunglücken die 6- bis 14-Jährigen montags bis freitags besonders häufig zwischen sieben und acht Uhr; auf diese eine Stunde entfielen 12 Prozent der 24.010 verunglückten Kinder dieser Altersgruppe. Erklärt wird das mit dem Schulweg, auf dem sich zu dieser Zeit besonders viele Kinder im Straßenverkehr aufhalten. Bei den getöteten Kindern auf Fahrrädern stieg die Zahl von acht auf 13.
Für Familien beginnt die Auseinandersetzung mit diesem Zeitfenster bei der eigenen Wegeplanung: Welche Route, welche Kreuzung, welche Tageszeit. Vorschläge dazu sammelt der Leitfaden für entspannte Touren mit dem Anhänger im Alltag. Der Vorlauf zählt doppelt, weil die dunkle Jahreszeit genau in dieses Zeitfenster fällt.
Wie Kinder mitfahren, die noch nicht selbst radeln
Kinder unter sechs Jahren verunglücken laut der Auswertung des Statistischen Bundesamts überwiegend als Mitfahrende: 55 Prozent von ihnen waren 2025 im Auto unterwegs. Auf dem Rad tauchen die Jüngsten in der Statistik anders auf. In seiner Auswertung zu Fahrradunfällen vom 27. April 2026 weist das Statistische Bundesamt ausdrücklich darauf hin, dass bei Getöteten auf Fahrrädern auch Mitfahrende wie zum Beispiel Kinder mitgezählt werden.
Ein Kind im Anhänger ist damit statistisch Teil des Radverkehrs, ohne selbst zu fahren. Für die Ausrüstung heißt das: Kupplung, Deichsel, Sicherungsseil, Bremsverhalten des Gespanns und Sichtbarkeit von der Seite gehören zusammen betrachtet, weil sie im Unfallgeschehen als eine Einheit wirken.
„Ein Rangwechsel in einer Unfallstatistik ist keine Modeerscheinung, sondern eine Verschiebung im Alltag. Wenn Kinder häufiger auf dem Rad unterwegs sind als im Auto, sollte die Ausrüstung der Familie diesem Alltag folgen“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Warum die Zahlen kein Risiko je gefahrenem Kilometer ausweisen
Die Verkehrsunfallstatistik zählt Unfälle, nicht Wege. Das Statistische Bundesamt hält in seiner Fahrradauswertung fest, dass nicht erfasst wird, welche Bevölkerungsgruppen wie viele Kilometer mit welchen Verkehrsmitteln zurücklegen. Ein Anstieg der Fahrradfälle um wenige Prozentpunkte belegt deshalb keinen Anstieg der Gefährdung je gefahrenem Kilometer – er kann ebenso gut anzeigen, dass Kinder mehr Rad fahren als früher.
Der Rangwechsel bleibt trotzdem aussagekräftig, weil er die Verteilung der Fälle beschreibt, mit der Rettungsdienste, Schulen und Kommunen es tatsächlich zu tun haben.
Wann die nächsten Zahlen zu verunglückten Kindern vorliegen
Die Sonderauswertung zu Kindern im Straßenverkehr erscheint jährlich Mitte August; die Zahlen für das Berichtsjahr 2026 sind damit im August 2027 zu erwarten. Bis dahin veröffentlicht das Statistische Bundesamt monatliche Zwischenstände zu Straßenverkehrsunfällen. Für den Herbst 2026 folgt aus den vorliegenden Zahlen eine schlichte Konsequenz. Das Zeitfenster mit den meisten Kinderunfällen und der Beginn der Morgendunkelheit fallen im Oktober zusammen. Beleuchtung, Rückstrahler und der feste Sitz der Anhängerkupplung sind bis dahin geprüft.
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