Gute Sicht und eine funktionierende Beleuchtung gehören zu den unverzichtbaren Grundlagen der Verkehrssicherheit. Wer selbst gut sehen kann und von anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig gesehen wird, schafft eine wichtige Voraussetzung für mehr Sicherheit auf der Straße. „Seit 70 Jahren führen wir gemeinsam mit dem ZDK erfolgreich den Licht-Test durch. Es freut mich, dass wir auch nach dieser langen Zeit noch so viele Autofahrende erreichen und tatsächlich einen Unterschied machen können. Never change a running system!“, sagt Kirsten Lühmann, Präsidentin der Deutschen Verkehrswacht (DVW), anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des Licht-Tests, was die Kampagne zur größten und langlebigsten Verkehrssicherheitsaktion Deutschlands macht. Die Technik hat sich in dieser Zeit enorm weiterentwickelt. Von der klassischen Glühlampe bis zu LED-Scheinwerfern, automatischen Lichtfunktionen und adaptiven Systemen sind die Möglichkeiten heute deutlich größer. Doch auch moderne Technik muss funktionieren und richtig eingestellt sein.
Jeder vierte Pkw mit Beleuchtungsmängeln
Wie wichtig regelmäßige Kontrollen sind, zeigen die Ergebnisse des bundesweiten Licht-Sicht-Tests: 2025 wurden bei 27,8 Prozent der überprüften Pkw Mängel an der Beleuchtung festgestellt. Bei 19,7 Prozent waren die Hauptscheinwerfer nicht in Ordnung. 9,5 Prozent der Fahrzeuge hatten zu hoch eingestellte Scheinwerfer, wodurch der Gegenverkehr geblendet wird. Bei 8,5 Prozent war die Einstellung zu niedrig, was die Reichweite und Ausleuchtung der Fahrbahn einschränkt. Auch die rückwärtige Beleuchtung war bei 10,1 Prozent der Pkw mangelhaft. Dabei war die Zahl der Pkw mit mangelhafter Beleuchtung gegenüber dem Vorjahr in allen Aspekten sogar noch gestiegen. „Besonders problematisch sind falsch eingestellte Scheinwerfer. Wer andere blendet, gefährdet den Gegenverkehr. Wer Fahrbahn und Umgebung zu wenig weit ausleuchtet, erkennt Hindernisse, Fußgänger oder Radfahrer möglicherweise zu spät. Beides lässt sich häufig durch eine einfache Kontrolle vermeiden“, erläutert Isabella Finsterwalder, Pressesprecherin des Automobilclub KS e.V.
Herbst und Winter stellen besondere Anforderungen
Mit den kürzer werdenden Tagen steigt die Bedeutung einer funktionierenden Fahrzeugbeleuchtung, da Dämmerung, Dunkelheit, Regen und Nebel die Sicht zusätzlich einschränken. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten generell prüfen, ob Leuchten verschmutzt oder beschädigt sind. Ob aber wirklich alles tadellos funktioniert, sollte man kurz vom Profi prüfen lassen: Den ganzen Monat Oktober über bieten teilnehmende Kfz-Fachbetriebe, Innungswerkstätten sowie die Prüforganisationen wie DEKRA oder TÜV den Licht-Test komplett kostenlos an – auch ein Termin ist meist nicht nötig. Lediglich notwendige Ersatzteile sowie umfangreiche Diagnose- und Einstellarbeiten sind kostenpflichtig. „Auch wenn die Technik riesige Fortschritte bei den Lichtsystemen für Fahrzeuge gemacht hat, sollten sich Autofahrerinnen und Autofahrer nicht blind auf die Technik verlassen – das bestätigen die Fahrzeugzahlen mit Beleuchtungsmängeln jedes Jahr aufs Neue“, betont Finsterwalder. „Wer im Herbst und Winter sicher unterwegs sein will, sollte deshalb beim Licht-Check den Profi nachschauen lassen.“
Der Licht-Sicht-Test – eine Erfolgsgeschichte
Die bundesweite Verkehrssicherheitsaktion wurde 1956 von der Deutschen Verkehrswacht (DVW) und vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) – damals noch Bundesverkehrswacht und Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks – ins Leben gerufen. Was als „Beleuchtungsaktion“ auf Parkplätzen in ausgewählten Städten begann, wurde bereits ein Jahr später zur Internationalen Beleuchtungswoche mit Beteiligung von fünf Ländern und schließlich dem Licht-Test, der seitdem jedes Jahr im gesamten Oktober stattfindet. 2025 wurde die Aktion sogar noch zum Licht-Sicht-Test erweitert. Zusätzlich zur Fahrzeugbeleuchtung können die teilnehmenden Kfz-Meisterbetriebe eine Sichtprüfung bezüglich des allgemeinen Sicherheitszustands des Fahrzeugs durchführen: Sind Wischerblätter und Reifen in Ordnung, ist die Windschutzscheibe intakt? 70 Jahre nach dem ersten Licht- Test zeigt sich, dass sich die Kampagne weiterentwickelt hat, ihr Ziel ist aber dasselbe geblieben ist: Fahrzeuge sicherer auf die Straße zu bringen und damit die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Der Automobilclub KS e.V. ist mit rund 660.000 Mitgliedern der zweitgrößte Automobilclub in Deutschland. Er ist seit Jahrzehnten Mitglied der Deutschen Verkehrswacht (DVW) und zählt zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Auf europäischer Ebene ist der KS zudem Gründungsmitglied des EAC (European Automobile Clubs). Das Ziel ist eine europaweit sichere und nachhaltige Verkehrspolitik. Darüber hinaus engagiert sich der KS seit mehr als 40 Jahren für mehr Umweltschutz und Energiesparen im gesamten Bereich des automobilen Verkehrs. Um den Stellenwert der Automobilbranche für Energiesparen sowie Klima- und Umweltschutz zu unterstreichen, beschloss der KS, ab 1981 jährlich den KS Energie- und Umweltpreis zu vergeben.
Mit seinen Töchtern AUXILIA Rechtsschutz-Versicherungs-AG und KS Versicherungs-AG bietet er eine umfassende Palette an Club- und Versicherungsleistungen – von der Wildschadenbeihilfe über den KS-Notfall-Service bis hin zu preiswerten Rechtsschutz- und Schutzbriefversicherungen –, die aufgrund von Leistung und Preis in den vergangenen Jahren viele Rankings gewonnen haben. In der Münchner Zentrale und in acht Bezirksgeschäftsstellen sind rund 250 Mitarbeiter beschäftigt. Der Jahresumsatz der KS-Gruppe liegt bei rund 200 Millionen Euro.
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