Deshalb seien die Mineralölkonzerne in der Lage, ein auf Dauer höheres Preisniveau durchzusetzen. „Die Gewöhnung spielt den Anbietern in die Hände: Je länger ein hohes Preisniveau anhält, desto eher empfinden wir es als normal.“ Allerdings würden die Verbraucher je nach Ursache des höheren Preisniveaus unterscheiden, ob die Preise als „fair“ empfunden werden. „Autofahrer fragen sich, warum der Preis steigt. Sind es höhere Produktionskosten, akzeptieren sie das eher. Vermuten sie dagegen, dass die Konzerne vor allem ihren Gewinn steigern wollen, bleibt das Gefühl von Unfairness, und das bremst die Gewöhnung“, so Husemann-Kopetzky, der früher als Senior Pricing Manager bei Amazon gearbeitet hat.
Psychologie ist auch bei der Bewertung des Tankrabatts und eines Preisdeckels im Spiel. „Solche Instrumente schaden eher, als dass sie helfen. Der Autofahrer erlebt drei Schritte: Der Preis steigt stark, sinkt durch den Rabatt etwas und steigt nach dessen Ende erneut“, erklärt der Preisforscher. „Preiserhöhungen schmerzen uns aber mehr, als uns gleich große Senkungen freuen, und zwei Erhöhungen tun mehr weh als eine große. Die kurze Entlastung wird vom zweiten Preissprung also mehr als aufgezehrt, wie man nach dem Ende des Tankrabatts im Herbst 2022 sehen konnte.“
Redakteur: Claudius Maintz
Motor Presse Stuttgart
Leuschnerstr. 1
70174 Stuttgart
Telefon: +49 (711) 182-0
Telefax: +49 (711) 182-1779
http://www.motorpresse.de
Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG
Telefon: +49 (170) 4037-880
E-Mail: axe@s-press-medien.de
![]()
