Am Nachmittag ging es dann um den Umgang und die Neugestaltung von Kriegerdenkmälern, die an Gefallene des Ersten und Zweiten Weltkriegs erinnern. Diese Denkmalgruppe vereint an lokalen Orten der Trauer das Spannungsfeld zwischen bewahrendem Denkmalschutz und auf Veränderung ausgelegter Aufarbeitung im Sinne einer kritischen Distanzierung (z.B. von Wehrmachts-Verbrechen). Anhand der in der jüngeren Vergangenheit umgestalteten Kriegerdenkmäler in Wildpoldsried (Landkreis Oberallgäu) und Gundelfingen an der Donau (Landkreis Dillingen) konnte gezeigt werden, wie ein Umgang mit diesem Spannungsfeld gelingen kann: Sowohl in Gundelfingen als auch in Wildpoldsried wurden die Denkmäler baulich leicht verändert, sodass sie zwar weiterhin die Namen der Gefallenen erkennen lassen, aber auch die Botschaft transportieren, dass der Schutz des Friedens oberstes Gebot unserer Gesellschaft bleiben muss. Deshalb wurden auch die jeweiligen Plätze um die Denkmäler als Orte der Begegnung umgestaltet, was von der Bevölkerung jeweils sehr gut angenommen worden sei, berichteten Heinz Gerhards (Lauingen) sowie Leo Hiemer und Guido Eberle (Wildpoldsried). Mit einer abschließenden Diskussion über diese spannungsreiche Denkmalgruppe schloss das Austauschformat zu NS-Erinnerungsorten in Schwaben.
Das gemeinsame Kursangebot der Bezirksheimatpflege und der Schwabenakademie Irsee bietet seit 2022 eine Plattform für Erinnerungsarbeit zur Aufarbeitung lokaler NS-Geschichte und steht allen Interessierten offen. Es findet jährlich im Herbst statt.
Schwäbisches Bildungszentrum Irsee
Klosterring 4
87660 Irsee
Telefon: +49 (8341) 906-00
Telefax: +49 (8341) 74278
http://www.kloster-irsee.de
Studienleiterin
E-Mail: nadja.hendriks@schwabenakademie.de
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