Smart Glasses stellen 85 Prozent der XR-Auslieferungen: Der Markt wächst im zweiten Quartal 2026 um 35,3 Prozent, Headsets halten noch 15,4 Prozent
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Mittwoch, Okt. 21, 2026
Das Wachstum hat sich nach Angaben von IDC gegenüber dem Vorquartal deutlich abgeschwächt: Im ersten Quartal 2026 lag das Plus noch bei 130,2 Prozent. Als Gründe nennt der Marktforscher eine höhere Vergleichsbasis und eine Pause zwischen zwei Produktzyklen.
Fünf Quartalswerte beschreiben den XR-Markt im zweiten Quartal 2026
Fünf Quartalswerte nennt IDC in seiner Auswertung vom 16. September 2026 für die Monate April bis Juni:
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet IDC in derselben Auswertung ein Wachstum der Stückzahlen um 26,3 Prozent, für 2027 um 40,5 Prozent und für 2028 um 26,4 Prozent. Audiobrillen sollen die Gerätekategorie weiter anführen, Displaybrillen und Headsets daneben zulegen.
Wie verbreitet VR-Brillen in Deutschland sind und wie selten sie benutzt werden
In Deutschland ist die Technik bekannter als ihr Gebrauch. Laut der Bitkom-Studie zur Zukunft der Consumer Technology 2026, vorgestellt am 31. August 2026, haben 35 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren schon einmal eine Brille für Virtual Reality (VR) genutzt. Im Vorjahr waren es 28 Prozent, 2024 waren es 22 Prozent und 2023 waren es 20 Prozent. Weitere 43 Prozent möchten eine solche Brille künftig nutzen. Unter den 16- bis 29-Jährigen haben laut Bitkom 57 Prozent bereits Erfahrung damit, bei den Menschen ab 65 Jahren sind es 14 Prozent. Regelmäßig genutzt wird das Gerät selten: Nur zwölf Prozent der Nutzerinnen und Nutzer setzen es laut Bitkom mindestens wöchentlich auf, 63 Prozent einmal im Monat oder seltener. 92 Prozent haben damit Computer- oder Videospiele gespielt, 26 Prozent Lern- oder Schulungsangebote genutzt. Wer den ersten Versuch kabellos und ohne Rechner wagen will, findet beim Fachportal Tipps für Einsteiger zu kabellosen Standalone-VR-Brillen.
Warum die Kamera in der Brille zum Kaufkriterium wird
Bei Smart Glasses entscheidet nicht nur die Technik, sondern die Akzeptanz der Umstehenden. Nach einer Bitkom-Befragung unter 1.164 Personen ab 16 Jahren, veröffentlicht am 21. August 2026, möchten 76 Prozent der Deutschen nicht von anderen mit einer solchen Brille aufgenommen werden. 62 Prozent würden Menschen mit Smart Glasses nicht in ihr Zuhause lassen, und 82 Prozent verlangen laut Bitkom, dass Aufnahmen für Umstehende klar erkennbar angezeigt werden. Zugleich haben laut derselben Befragung 15 Prozent bereits eine smarte Brille getragen, weitere 28 Prozent würden es gerne tun. IDC beschreibt in seiner Auswertung vom 16. September 2026 dieselbe Spannung: Die Sorge über fehlende Hinweis- und Einwilligungsmechanismen beim Aufnehmen sei gewachsen, und der Marktführer habe Missbrauch erst nach öffentlicher Kritik eingeschränkt.
„Der Markt hat sich entschieden, bevor die Käufer es getan haben: Sieben von zehn ausgelieferten Geräten sind Brillen ohne Display, keine Headsets. Für den Kauf heißt das, zuerst die Frage nach der Aufnahmeanzeige zu stellen und erst danach die nach Auflösung und Sichtfeld. Eine Brille, die niemand im Raum akzeptiert, bleibt in der Schublade wie ein Headset, das nur einmal im Monat aufgesetzt wird“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Worauf Käufer im vierten Quartal 2026 achten sollten
Die nächsten Monate bringen nach Einschätzung von IDC mehrere Produktstarts, darunter Brillen mit Googles Plattform Android XR von Samsung und XREAL sowie neue Display- und Audiobrillen weiterer Hersteller. Die Zahlen für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht IDC erfahrungsgemäß im Dezember 2026, und Bitkom legt seine Trendstudie zur Consumer Technology erfahrungsgemäß im Spätsommer 2027 neu auf. Wer bis dahin kauft, sollte drei Dinge vergleichen: ob die Brille Aufnahmen sichtbar anzeigt, ob sie mit Sehstärke bestellbar ist und ob der Hersteller Updates über mehrere Jahre zusagt. Ein Headset bleibt die richtige Wahl für Spiele und Simulationen, eine Audiobrille für den Alltag – und wer beides selten benutzt, spart mit dem Verzicht am meisten.
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