Hopfenernte 2026: Verband schätzte im August 33.779 Tonnen und 22 Prozent weniger – was Hobbybrauer über Alphawerte und Steuerfreiheit wissen sollten
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Samstag, Nov. 7, 2026
Die Hallertau als größtes Anbaugebiet liefert nach der Schätzung 28.750 Tonnen, Tettnang 2.313 Tonnen, Elbe-Saale 2.196 Tonnen und Spalt 494 Tonnen. Im November 2026 ist der Hopfen längst geerntet, doch wie stark der Sommer die Kennwerte der Dolden gedrückt hat, zeigen erst die Analysen nach der Ernte.
Bis zu 40 Prozent weniger Alphasäure bei manchen Sorten erwartet: Wie Hitze und Trockenheit den Hopfen 2026 trafen
Der Verband Deutscher Hopfenpflanzer beschreibt einen Sommer mit Rekordwerten bei den Höchsttemperaturen, mehr Hitzetagen als in den Vorjahren, tagelangem extrem warmem Wind und großer Trockenheit. Nach Angaben des Deutschen Hopfenwirtschaftsverbands vom 26. August 2026 zeigten die regionalen Daten aus Hüll, dass am Ende der Wachstumsperiode 45 Hitzetage stehen würden, mehr als je zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Wasserbilanz lag dort bis einschließlich Juli 2026 kumuliert bei minus 179 Millimetern.
Für Brauer ist neben der Menge der Gehalt an Alphasäure entscheidend, dem wichtigsten Bitterstoff im Hopfen. Der Hopfenwirtschaftsverband erwartete bei der Hopfenrundfahrt am 26. August 2026 Alphawerte, die bei manchen Sorten bis zu 40 Prozent unter einer Normalernte liegen können. In Summe würden laut Hopfenwirtschaftsverband im Vergleich zu einer Normalernte 27 Prozent oder 1.400 Tonnen Alphasäure weniger geerntet. Gesund sei der Hopfen trotzdem: Der Pflanzerverband bescheinigt der Ernte 2026 eine optisch gute Qualität.
Was die kleine Ernte für Brauereien und Hobbybrauer bedeutet
Die Versorgung der Brauwirtschaft ist nach Einschätzung des Verbands Deutscher Hopfenpflanzer dank der Vorräte aus den Vorjahren uneingeschränkt gesichert. Wirtschaftlich trifft die Ernte vor allem die Betriebe: Von den üblicherweise erwarteten rund 300 Millionen Euro Einnahmen der deutschen Hopfenpflanzer werden laut Verbandspräsident Adolf Schapfl in diesem Jahr voraussichtlich 80 bis 100 Millionen Euro fehlen.
„Für Hobbybrauer ist 2026 ein Jahr, in dem das Etikett wichtiger wird als die Sorte. Wer mit Hopfen aus dieser Ernte braut und sein Rezept unverändert lässt, bekommt womöglich ein milderes Bier als geplant. Der Alphawert der jeweiligen Packung gehört deshalb vor jedem Sud in die Rechnung“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Bei kräftigen Winterbieren wie dem Bock soll die Hopfengabe das Malz ausbalancieren, ein zu niedriger Alphawert verschiebt dieses Verhältnis. Wie ein solcher Sud Schritt für Schritt abläuft, zeigt das Schritt-für-Schritt-Rezept für einen Winterbock.
Welche Regeln für Bier aus dem eigenen Haushalt gelten
Fünf Vorgaben aus Biersteuerverordnung (BierStV) und Biersteuergesetz (BierStG) regeln das steuerfreie Brauen im Haushalt:
Verkauft ein Hausbrauer sein Bier, greift die Befreiung nach dem Wortlaut von § 41 Absatz 1 BierStV nicht, auch nicht innerhalb der Mengengrenze. Fünf Hektoliter entsprechen 500 Litern im Kalenderjahr.
Wie Hobbybrauer die Brausaison 2026/2027 planen
Die Ernteschätzung war nach den Worten des Verbands eine erste grobe Orientierung kurz vor Erntebeginn. Ein endgültiges Ernteergebnis hatte der Verband bis Ende September 2026 nicht veröffentlicht. Wer im Winter 2026/2027 braut, prüft beim Kauf den angegebenen Alphawert und passt die Hopfenmenge im Rezept daran an. Eine einfache Liste der gebrauten Mengen hält zugleich die Grenze von 5 Hektolitern im Kalenderjahr im Blick.
Die vorstehenden Angaben zur Steuerbefreiung und zur Steueranmeldung geben eine allgemeine Information nach dem am 28. September 2026 abgerufenen Normwortlaut wieder. Grundlage sind § 41 BierStV sowie § 2, § 14, § 15 und § 29 BierStG in der an diesem Tag auf gesetze-im-internet.de veröffentlichten Fassung. Die Angaben sind keine Steuer- oder Rechtsberatung. Ob im Einzelfall eine Steueranmeldung nötig ist, klärt das zuständige Hauptzollamt.
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