Tierheimaufnahmen in Frankreich auf Rekordniveau: Die SPA nahm im Sommer 2026 9.508 Tiere auf, mehr als 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor
Breaking News:
Sonntag, Nov. 8, 2026
Auch deutsche Tierschutzvereine haben im September 2026 wegen voller Heime Alarm geschlagen. Im November 2026 steht damit in beiden Ländern dieselbe Frage im Raum: wie sich Spontankäufe und ungewollte Würfe bremsen lassen.
Vier Werte zeigen, wo der Sommer 2026 die Heime der SPA an die Grenze brachte
Aufgeschlüsselt nach Tierarten nennt die SPA in ihrer Bilanz vom 10. September 2026 vier Kennwerte:
Die Verweildauer im Heim ist nach der Bilanz dagegen gesunken, von durchschnittlich 58,7 auf 54,1 Tage. Auch die Vermittlung erreichte laut SPA einen Höchststand: 8.228 Tiere fanden im Sommer 2026 eine Familie, knapp 18 Prozent mehr als im Sommer 2025. Beim Tierschutz im engeren Sinn registrierte die SPA im Sommer 2026 58 Prozent mehr Anfragen wegen Misshandlung. Ihre Teams nahmen 684 misshandelte Tiere auf, nach 205 im Vorjahr. Hitzewellen und Waldbrände verschärften die Lage; im Juli musste die SPA ihr Tierheim in Perpignan wegen des Feuers bei Rivesaltes räumen.
Warum Katzen den größten Teil der Aufnahmen ausmachen
Die Sommerzahlen sind kein Einzelfall. Am 23. September 2026 veröffentlichten die SPA und die Stiftung Fondation Affinity die zweite Ausgabe ihrer nationalen Studie über abgegebene Tiere, gestützt auf eine Befragung von 880 Einrichtungen. Nach dieser Hochrechnung nahmen Tierheime und Vereine mit Pflegefamilien in Frankreich 2025 rund 391.000 abgegebene Katzen und Hunde auf. Katzen stellten laut der Studie 72 Prozent dieser Tierheimaufnahmen, Hunde 28 Prozent.
Bei Katzen nennt die Studie vor allem das Streunen und ungewollte Würfe als Ursache, bei Hunden Veränderungen im Leben der Halter und Verhaltensprobleme. Mangels Platz lehnten die befragten Einrichtungen 2025 mehr als 45.000 Katzen und knapp 39.000 Hunde ab. Laut der Studie äußerten 78 Prozent der Vereine Sorge um ihre Zukunft.
„Die Zahlen aus Frankreich zeigen, dass ein voller Zwinger selten am Tierheim liegt, sondern am Kauf davor. Wer ein Tier aus einer Laune heraus anschafft, verlagert die Kosten auf Vereine, die schon am Limit arbeiten. Die Katze ohne Kastration ist dabei das stillste und zugleich größte Problem“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Was die Regierung in Paris gegen Spontankäufe unternehmen will
Premierminister Sébastien Lecornu stellte am 28. Juli 2026 einen Aktionsplan für den Tierschutz vor. Nach der Darstellung der Regierung auf ihrem Informationsportal soll er Maßnahmen aus einem Gesetz von 2021 gegen Tiermisshandlung umsetzen. Dazu zählen Sanktionen für den seit 2024 untersagten Verkauf von Hunden und Katzen in Zoohandlungen, eine Positivliste für wildlebende Arten als Heimtiere und schärfere Kontrollen bei Messen und im Onlinehandel. Die Sanktionen legt inzwischen ein im August 2026 veröffentlichtes Dekret fest. Was sich in Frankreich für Hunde, Katzen und andere Heimtiere rechtlich verändert hat, fasst das Portal in einem Beitrag zu den neuen Rechten von Heimtieren nach dem französischen Tierschutzgesetz zusammen.
Für Tierheime und örtliche Einrichtungen sieht der Plan ein Budget von 10 Millionen Euro vor, laut Regierung auch für Kastrationskampagnen. Die SPA äußerte im September 2026 die Hoffnung, dass die Zusagen vom Herbst 2026 an konkret werden, vor allem gegen Impulskäufe und Verkäufe ohne Verantwortung der Käufer.
Auch deutsche Tierschutzvereine melden volle Heime und Aufnahmestopps
In Deutschland beschreibt der Deutsche Tierschutzbund eine ähnliche Lage. Am 10. September 2026, dem Tag der SPA-Bilanz, übergab der Verband zusammen mit den Landestierschutzverbänden und 775 Mitgliedsvereinen einen Brandbrief an die Bundestierschutzbeauftragte Silvia Breher. Aufnahmestopps gehörten zum Alltag, heißt es darin. Der Verband schätzte die Zahl unkastrierter Hauskatzen in Deutschland auf 1,59 Millionen und verlangte eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen im Tierschutzgesetz.
Die SPA und die Fondation Affinity wollen ihre Studie über abgegebene Tiere im Jahr 2027 wiederholen. Bis dahin zeigt sich, ob der französische Aktionsplan die Zahl der Spontankäufe senkt. Wer in Frankreich oder Deutschland ein Tier aufnehmen will, fragt zuerst beim örtlichen Tierheim nach und plant Kastration und Tierarztkosten von Anfang an mit ein.
Die Provimedia GmbH ist ein Online-Verlag mit Sitz in der Region Stuttgart. Wir schaffen wertvolle Informationen in unterschiedlichen Branchen um Wissen schnell und einfach zugänglich zu machen. Wir haben uns auf übersichtliche Webseiten und Auffindbarkeit von Informationen spezialisiert.
Provimedia GmbH
Weidenweg 12
74321 Bietigheim-Bissingen
Telefon: +49 (7142) 3442727
Telefax: +49 (7142) 2279985
http://provimedia.de
![]()