AMR: Gemeinsam gegen die globale Bedrohung durch Antibiotikaresistenz
Ein zentraler Ort für diesen Austausch waren auch in diesem Jahr wieder die AMR Conference und die ESCMID Global. Die AMR Conference, gemeinsam von der BEAM Alliance und dem Life-Science-Eventmanagement-Unternehmen bamconn organisiert, bringt führende Experten aus Wissenschaft, Industrie und Politik zusammen. Die ESCMID Global, der Jahreskongress der European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID), ist eine weitere Schlüsselfachveranstaltung, auf der aktuelle Forschungsergebnisse und Strategien zur Bekämpfung von AMR präsentiert werden.
„Wir arbeiten alle auf dasselbe Ziel hin – die Dringlichkeit und Zusammenarbeit gegen antimikrobielle Resistenzen zu bekämpfen“, beschreibt exemplarisch Dr. Ingrid Wanninger, Geschäftsführerin der HYpharm GmbH und Delegierte auf der diesjährigen ESCMID Global, im April 2026 in München, den Gemeinschaftsgedanken einer wachsenden Community aus Experten, Akteuren der Wirtschaft und politischen Entscheidungsträgern.
Innovative Lösungen: HYpharm und die BEAM Alliance
Das Unternehmen HYpharm aus Bernried am Starnberger See ist ein Beispiel für die dringend erforderlichen innovativen Ansätze im Kampf gegen AMR. Als Mitglied der BEAM Alliance und des Deutschen Netzwerks gegen Antimikrobielle Resistenzen (DNAMR) spezialisiert sich HYpharm auf die Entwicklung und Vermarktung von Antibiotika und Antiinfektiva. Mit HY-133 arbeitet das Unternehmen an einem rekombinanten, chimären Bacteriophagen-Endolysin-Wirkstoff, der speziell für die Dekolonisation von Methicillin-resistentem Staphylococcus aureus (MRSA) entwickelt wurde.
Bacteriophagen-Endolysine sind Enzyme, die von Viren (Bakteriophagen) produziert werden und gezielt die Zellwand von Bakterien zerstören. Im Gegensatz zu klassischen Antibiotika wirkt HY-133 spezifisch gegen MRSA, ohne das Mikrobiom zu schädigen oder Resistenzen zu fördern. Nach dem erfolgreichen Start der ersten klinischen Studienphase (Phase I) (Start im Juni 2024) wird der Wirkstoff in einer öffentlich privaten Partnerschaft zusammen mit hochrangigen Universitätspartnern (Tübingen, LMU München, Greifswald und dem DZIF (Deutsches Zentrum für Infektionsforschung) weiter vorangetrieben . Die bisher vorliegenden präklinischen Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von HY-133 deuten darauf hin, dass der innovative Wirkstoff aufgrund seiner schnellen Wirksamkeit ein Gamechanger für die Sanierung von mit S. aureus bzw. MRSA besiedelten Patienten sein kann und darüber hinaus im Vergleich zu herkömmlichen Antibiotika ein erhebliches wirtschaftliches Einsparpotenzial bietet.
„Diese Form der Prophylaxe kann in der Zukunft einen Unterschied machen, um zum Beispiel postoperative Infektionen oder Sepsis zu vermeiden“, erklärt Frau Dr. Wanninger. „Wir von HYpharm GmbH tragen in diesem wichtigen Kampf ohne Antibiotika gegen multiresistente Bakterien mit innovativen Phagenendolysinen bei.“
Ursachen und Lösungsansätze
AMR ist kein Zufall, sondern eine logische Konsequenz des Antibiotika-Einsatzes. Antibiotika wirken nach dem Prinzip der Selektion: Sie töten empfindliche Bakterien ab, während resistente Stämme überleben und sich vermehren. Je häufiger und unsachgemäßer Antibiotika eingesetzt werden, desto stärker wird dieser Selektionsdruck. Die Resistenzentwicklung ist somit eine direkte Folge des Antibiotika-Gebrauchs und ein klassisches Beispiel für einen evolutiven Rückschlag der Therapie.
Obwohl Resistenzgene seit Jahrtausenden in Bakterienpopulationen existieren, ist der massive globale Anstieg resistenter Keime eine unmittelbare Folge menschlichen Handelns, insbesondere durch den breiten Einsatz von Antibiotika seit den 1940er-Jahren. Die WHO listete 2024 bereits 24 prioritäre resistente Krankheitserreger aus 15 Bakterienfamilien, die als besonders bedrohlich für die öffentliche Gesundheit eingestuft werden.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, gibt es klare Empfehlungen:
Darüber hinaus ist die Entwicklung neuer Antibiotika, Diagnostika und präventiver Maßnahmen von größter Bedeutung. Hier setzt auch die BEAM Alliance an: Das europäische Netzwerk von Biotech-Unternehmen, 2016 gegründet, konzentriert sich auf die Beschleunigung von Forschung, Entwicklung und Markteinführung innovativer Lösungen gegen AMR. Dazu unterstützt die Alliance Start-ups und Biotech-Firmen, gestaltet den Dialog mit Regierungen und EU-Institutionen, vernetzt Akteure und fördert den Wissensaustausch. Mit über 80 Mitgliedern arbeitet die BEAM Alliance partnerschaftlich mit Institutionen wie der WHO, dem Europäischen Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle (ECDC), dem Europäischen Pharmaverband (EFPIA) oder der EU-Kommission zusammen.
HYpharm GmbH
Am Neuland 3
82347 Bernried
Telefon: +49 (8158) 9981-401
http://hypharm.de
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