Wärmeübergabe entscheidet über den Heizungstausch: Fraunhofer ISE erprobt Propan-Wärmepumpen für Mehrfamilienhäuser mit 23 bis 93 Kilowatt Heizlast
Warum die Auslegung des Heizkreises den Ausschlag gibt
Eine Wärmepumpe arbeitet umso sparsamer, je niedriger die Vorlauftemperatur im Heizkreis liegt. Die veröffentlichten Leistungswerte des Fraunhofer-Instituts beziehen sich auf den Betriebspunkt B0/W55, also auf eine Soletemperatur von 0 Grad Celsius und einen Vorlauf von 55 Grad Celsius.
Bei 55 Grad gibt ein vorhandener Heizkörper weniger Leistung ab als bei den früher üblichen höheren Temperaturen. Ob ein Raum warm wird, hängt damit an der Fläche, die diese Wärme in den Raum bringt, und nicht allein am Erzeuger im Keller.
„Die Technik im Keller ist an dieser Stelle selten das Problem. Entschieden wird im Bestand an der Wärmeübergabe, also daran, ob die vorhandenen Flächen die Leistung bei niedrigem Vorlauf noch in den Raum bekommen“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Was die Forschenden an drei Gerätekonzepten gemessen haben
Im Einzelnen entstanden im Projekt drei Bauformen für unterschiedliche Gebäudesituationen. Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts ergaben die Messungen und Prüfungen folgende Werte:
Für Wohnungen, die ohnehin renoviert werden, lohnt der Blick auf den einzelnen Raum. Ein Ratgeber zur Heizungseffizienz bei Wohnungssanierungen sammelt dazu Rechenbeispiele zum Energieverbrauch und zur Auslegung im Bestand.
Wie unterschiedlich die untersuchten Gebäude gebaut sind
Die Beispielgebäude unterschieden sich nicht nur in der Heizlast. Einige verfügten über einzelne Gasetagenheizungen, andere über eine Zentralheizung im Keller, dazu kamen unterschiedliche Platzverhältnisse und Anforderungen an den Schallschutz.
Laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme gibt es deshalb nicht die eine technische Lösung, sondern mehrere, die je nach Gebäude zum Einsatz kommen. Für die Praxis heißt das: Der Heizungstausch beginnt mit einer Bestandsaufnahme und nicht mit der Gerätewahl.
Was Eigentümer zum Beginn der Heizperiode prüfen können
Vor dem Beginn der Heizperiode lässt sich die Wärmeübergabe ohne großen Aufwand beurteilen. Räume, die trotz voll geöffnetem Ventil kühl bleiben, und Heizkörper, die im unteren Drittel kalt bleiben, deuten auf eine ungleiche Verteilung im Heizkreis hin.
Im September 2026 ist dafür noch Zeit, bevor die Anlage dauerhaft läuft. Wer die Verteilung vorher in Ordnung bringt, senkt die nötige Vorlauftemperatur und schafft damit die Voraussetzung, die das Fraunhofer-Institut für den späteren Umstieg beschreibt.
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