Neuartiges Therapiegerät im Einsatz: Hegau-Jugendwerk hat ein Exoskelett für Kinder
Präsentation der robotischen Gehhilfe für Kinder
Am Freitag, 2. Oktober 2026, wurde in großem Rahmen die innovative robotische Gehhilfe der Öffentlichkeit vorgestellt. Landrat Zeno Danner, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des GLKN, sowie Bernd Sieber, Geschäftsführer des GLKN und des HJW, lobten in ihren Grußwörtern die Innovationskraft des Hegau-Jugendwerks und zollten der Einrichtung, allen voran Barbara Martetschläger, Kfm. Direktorin, ihren Respekt, denn die Anschaffung war nur dank ihrer Hartnäckigkeit und mittels Spenden möglich geworden und so konnte ein Leuchtturmprojekt von überregionaler Strahlkraft im Zuge der Innovationsstrategie des HJW realisiert werden.
Die Kfm. Direktorin dankte Stefan Daub, Leiter der Physiotherapie, der die Initialzündung für das Exoskelett gegeben hatte. Er hatte es auf einer internationalen Tagung kennengelernt und war gleich davon überzeugt. Das Exoskelett sei ein „Quantensprung“ in der Behandlung von Kindern mit Zerebralparese. so Daub. Also bei Kindern, die eine Bewegungs- und Haltungsstörung, entstanden durch eine Schädigung des Gehirns meist vor, während oder nach der Geburt erlitten haben. Bis zu 350 kleine Patienten mit Zerebralparese werden im HJW jährlich behandelt, bei insgesamt 1350 Patienten pro Jahr eine große Patientengruppe, hatte Dr. Axel Galler, Chefarzt der Neuropädiatrie, klar gemacht.
Studien belegen Vorteile
Das Modell Atlas 2030 wurde von der Robotikfirma Marsi Bionics in Spanien speziell für Kinder mit neurologischen Erkrankungen entwickelt (Zielgruppe: Körpergröße 90 bis 140 Zentimeter). Robotik Ingenieurin Elena Garcia Armada, die das weltweit erste anpassungsfähige Roboter-Exoskelett für Kinder entwickelt hatte, war sogar als Finalistin für den Europäischen Erfinderpreis 2022 nominiert gewesen. Umfangreiche Studien belegen: Das Exoskelett verbessert die Mobilität, stärkt die Motorik, fördert nachhaltigen Kraftaufbau und reduziert Spastiken. Das alles wirkt sich neben der gesundheitlichen Verbesserung auch positiv auf die schulische Aufmerksamkeit und die soziale Teilhabe aus.
Anschaffung aus Spenden erforderlich
Am 30. Juni 2025 hatte eine eindrucksvolle Präsentation durch den spanischen Hersteller in Gailingen stattgefunden. Kein Jahr später konnte die robotische Gehhilfe angeschafft und im Therapiealltag etabliert werden. Dazu waren viele Spenden nötig, denn das Exoskelett Atlas 2030 kostet 190.000 Euro (ohne jährlichen Support und ohne Studienaufwand). Weil es in der Reha-Welt bedingt durch die monistische Finanzierung keine Fördermittel für Investitionen aller Art gibt, war das Hegau-Jugendwerk für den Erwerb des pädiatrischen Exoskeletts auf Spenden angewiesen.
Zu den Hauptspendern gehören der Förderverein HegauHelden (100.000 Euro), die BBBank Stiftung (15.000), die Toni Kroos Stiftung (60.000 Euro) und Stiftung Chancen für Kinder (10.000 Euro). Dazu kamen viele Kleinspender und private Initiativen, die sich dank Fundraising für die Anschaffung des Exoskeletts stark gemacht hatten.
Im Therapiealltag des Hegau-Jugendwerks profitieren nun neben stationären Patienten auch ambulante Patienten aus der Region von der neuartigen robotischen Gehhilfe.
Im Hegau-Jugendwerk bieten wir Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach einer neurologischen Erkrankung, einem Unfall oder einer frühkindlichen Hirnschädigung eine umfassende Rehabilitation an. Das diagnostische und therapeutische Angebot ermöglicht die nahtlose, kontinuierliche neurologische Rehabilitationsbehandlung von der Frührehabilitation bis zur schulischen und beruflichen Wiedereingliederung. Durch das Leistungsspektrum werden die neurologischen Rehabilitationsphasen B, C, D und E komplett abgedeckt.
Die Behandlung ist an den individuellen Erfordernissen jedes einzelnen Patienten ausgerichtet. Es werden intensive Einzel- und Gruppentherapien unter aktuellen rehabilitationswissenschaftlichen Erkenntnissen angeboten und durch weitere spezielle Angebote wie Unterstützte Kommunikation, Magnetstimulation, Schluckdiagnostik, Tiergestützte Therapie, Musiktherapie etc. ergänzt.
Die Einrichtung liegt in einzigartiger landschaftlicher Lage oberhalb des Rheins, 20 km vom Bodensee entfernt und wurde als bundesweite Modelleinrichtung speziell für Kinder und Jugendliche konzipiert.
Das Hegau-Jugendwerk ist ein Unternehmen im Gesundheitsverbund des Landkreises Konstanz und verfügt gesamt über 203 Betten.
Wesentliche Bestandteile des Rehabilitationszentrums sind eine staatlich anerkannte Krankenhausschule (SBBZ) und eine berufstherapeutische Abteilung. Rooming-in-Zimmer und Angehörigenzimmer ermöglichen es Eltern bzw. Angehörigen sowie Geschwisterkindern auch während der Rehabilitation nah bei ihrem betroffenen Kind zu sein. Zudem erfahren auch die Eltern bzw. Angehörigen durch eine Angehörigenbetreuung vor Ort kompetente Unterstützung und Hilfestellungen.
Hegau-Jugendwerk GmbH
Kapellenstraße 31
78262 Gailingen
Telefon: +49 (7734) 939-0
Telefax: +49 (7734) 939-206
http://www.hegau-jugendwerk.de
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