Ergonomie im Kompaktformat:

Lange Autofahrten hinterlassen Spuren – im Rücken, in den Muskeln, in der Konzentration. Die Basis für eine gesunde Fahrt ist ein rückenfreundlicher Autositz. Bislang galt: Autositze mit AGR-Gütesiegel für ergonomische Qualität gab es ausschließlich in der Mittel- und Oberklasse. Wer sich aus praktischen, ökologischen oder finanziellen Gründen für einen Kleinwagen entschied, musste beim Sitzkomfort meist deutliche Abstriche machen. Das ändert sich jetzt: Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. zertifiziert erstmals Sitze im Kleinwagensegment – in den Modellen CUPRA Raval, VW ID. Polo, VW ID. Polo GTI und VW ID. Cross. „Immer mehr Automobilhersteller integrieren ergonomische Kriterien auch in Kleinwagen und beweisen: Kompakt heißt nicht automatisch unbequem“, sagt Detlef Detjen, Geschäftsführer der AGR. „Wer auf das AGR-Gütesiegel achtet, kann sich darauf verlassen, dass der Sitz nicht nur gut aussieht, sondern auch höchste ergonomische Anforderungen erfüllt.“

In einer Zeit, in der viele Menschen mehr Zeit im Auto als auf ihrem Bürostuhl verbringen, haben viele Automobilhersteller die Bedeutung rückenfreundlicher Autositze erkannt und beziehen ergonomische Kriterien in ihre Produktentwicklung ein. Das Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. gilt in der Branche als anerkannter Maßstab und führendes Qualitätsmerkmal für ergonomisches Sitzen. Führende Hersteller bieten Modelle serienmäßig oder optional mit AGR-Sitzen an.

Auch in Kleinwagen und Einstiegsmodellen ist die Grundkonstruktion der Sitze meist ergonomisch durchdacht, doch verstellbare Lordosenstützen und andere individuelle Anpassungsmöglichkeiten sind bislang eher die Ausnahme – meist aus Kosten- und Platzgründen.

Das AGR-Gütesiegel, mit dem nun erstmals vier Modelle führender Hersteller zertifiziert wurden, zeigt: Auch Kleinwagen können großen ergonomischen Komfort bieten. Davon profitieren alle, die aus beruflichen oder finanziellen Gründen auf ein kleines Modell setzen – etwa mobile Pflegekräfte, Lieferdienste oder Mitarbeitende im Außendienst, die täglich viele Stunden im Auto verbringen, sowie Menschen, die sich bewusst für ein kleineres Auto entscheiden.

Klein, aber mit allem, was der Rücken braucht

Die Sitze wurden bei der AGR von einem unabhängigen wissenschaftlichen Fachgremium geprüft. „Dabei hat besonders überzeugt, dass die Sitze trotz ihrer kompakten Größe alle Einstellmöglichkeiten eines regulären, größeren Sitzes bieten“, sagt Detjen. Verzichtet wurde lediglich auf eine Sitztiefenverstellung. Stattdessen kommt eine standardisierte, kürzere Sitztiefe zum Einsatz, die sich auf kurzen bis mittleren Strecken sowohl für kleine als auch für größere Menschen eignet. Eine optimale Sitzdruckverteilung entsteht dabei durch das Zusammenspiel von Sitzflächenneigung, Sitzhöhe und Lenkradverstellung. „Kompakte Maße bedeuten nicht automatisch weniger Ergonomie“, betont Detjen. „Entscheidend ist, dass sich der Sitz optimal an den Menschen anpassen lässt – und genau das leisten die zertifizierten Modelle.“

„Geprüft & empfohlen“: Diese Kriterien erfüllen AGR-Sitze

  • Die feste Grundstruktur des Sitzes stützt den Körper in Kurven und bildet die Basis für alle weiteren ergonomischen Einstellungen.
  • Durch eine verstellbare Höhe und Neigung der Sitzfläche lässt sich die Sitzposition an unterschiedliche Körpergrößen anpassen.
  • Die ausreichend große Rückenlehne und Sitzfläche vermeiden Druckbelastungen auf die Kniekehle und erhöhen die Sicherheit bei einem Unfall.
  • Die Zwei-Wege-Kopfstütze schützt die Halswirbelsäule.
  • Die Vier-Wege-Lordosenstütze entlastet durch individuelle Höhen- und Tiefenverstellung die Bandscheiben im unteren Rücken.

„Der Sitz muss den Körper an den richtigen Stellen stützen und entlasten. Das funktioniert aber nur, wenn die vorhandenen Einstellmöglichkeiten genutzt werden“, sagt Detjen. So sollten beispielsweise die Oberkante der Kopfstütze und der Kopf in etwa auf gleicher Höhe sein. Zudem soll die Kopfstütze etwas Abstand zum Kopf haben und diesen keinesfalls nach vorne drücken.

Der Autositz der Zukunft: Mehr Freiheit durch autonomes Fahren

Wie wir im Auto sitzen, wird sich in Zukunft grundlegend verändern: Autonome Fahrfunktionen erlauben künftig völlig neue Sitzpositionen und mehr Bewegungsfreiheit. Wer am Steuer sitzt, wird zunehmend zum Passagier und kann die Zeit im Auto anders verbringen. Das stellt neue Anforderungen an Rückengesundheit, Unterstützung und Insassenschutz. „Als unabhängiger Verein für Rückengesundheit beobachten wir genau, wie durch autonomes Fahren neue Anforderungen im Auto entstehen, die auch Einfluss auf die ergonomischen Kriterien haben“, sagt Detjen. „Deshalb entwickeln unsere medizinischen Gremien die Zertifizierungskriterien kontinuierlich weiter. Das AGR-Gütesiegel ist und bleibt ein wichtiger Kompass für Rückengesundheit.“

Mehr Informationen unter www.agr-ev.de/autositze

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